Erkältung: Naturheilkunde

Pflanzliche Antibiotika bei Erkältung

© PantherMedia / Andriy Popov

Bei einer Erkältung handelt es sich um einen Infekt, welcher praktisch während des ganzen Jahres auftreten kann, jedoch saisonal bedingt in den Wintermonaten gehäuft vorkommt.

Spricht man von einer Erkältung, so versteht man darunter eine Allgemeinerkrankung, die mit Fieber einhergeht und zumeist durch Viren hervorgerufen wird. Dazu zählen unter anderem sog. Coxsackie-, Rhino-, Echo- und Adenoviren. Seltener können auch Bakterien zu einer Erkältung führen. Die Rede ist oft auch von dem sogenannten „grippalen Infekt“.

In den meisten Fällen ist der Atemtrakt (sog. Respirationstrakt), manchmal auch der Verdauungstrakt betroffen. Zu den Leitsymptomen gehören unter anderem ein allgemeines und besonders schweres Krankheitsgefühl, Schmerzen in den Gelenken und besonders häufig auftretende Rückenschmerzen, Abgeschlagenheit und Fieber bis zu 39°C. Hinzu kommen Beschwerden wie Entzündungen von Nase (Rhinitis), Rachen (Pharyngitis), Kehlkopf (Laryngitis) und Luftröhre (Tracheitis) sowie gelegentlich Durchfall.
Die Inkubationzeit[1], die Zeit zwischen dem Eindringen von Krankheitserregern und dem Eintreten der Symptome[2], beträgt im Schnitt ein bis zwei Tag.[1]

​Pflanzliche Antibiotika bei Erkältung

Eine sogenannte Kausaltherapie[1], welche die Ursachen einer Erkrankung behandelt[4], ist bei einem grippalen Infekt nicht möglich. Vielmehr erfolgt die Therapie rein anhand der auftretenden Symptomeorientiert. Primär sollte der Körper Zeit und Ruhe für seine Regeneration erhalten. Zusätzlich ist auf eine reichliche Zufuhr von Flüssigkeit zu achten. Medikamentös kann zum Beispiel eine unterstützende Schmerztherapie (Analgesie) sowie eine Fiebersenkung (antipyretische Therapie) erfolgen.[1] Unter Antibiotika versteht man natürliche Stoffwechselprodukte, welche von Pilzen oder Bakterien gebildet werden und bereits in geringen Mengen das Wachstum von anderen Mikroorganismen hemmen können bzw. diese sogar abtöten. Solche Stoffe können auch künstlich hergestellt werden (sog. Chemotherapeutika oder Antiinfektiva). Grundsätzlich gilt: Antibiotika helfen nur gegen bakterielle Infektionskrankheiten.[3] Eine Therapie mit Antibiotika ist bei einem grippalen Infekt nicht notwendig, sondern allenfalls angebracht (indiziert). Jedoch nur, sofern die Gefahr einer sogenannten bakteriellen Superinfektion besteht.[1] Darunter versteht man, dass auf einen viral bedingten Infekt eine bakterielle Infektion folgt (auch „Sekundärinfektion“ genannt).[5]

Ein Beispiel hierfür sind Entzündungen der Nasennebenhöhlen (sog. Sinusitis) oder der Bronchien (eitrige Bronchitis).[1]

Unter pflanzlichen Antibiotika versteht man in der Natur vorkommende Stoffe, welche gegen Bakterien wirken. Zumeist findet man diese in Pflanzen vor und ihre Wirkung kann ebenfalls therapeutisch genutzt werden.[6]

Im Folgenden sollen einige Wirkstoffe, welche als pflanzliche Antibiotika eingesetzt werden, vorgestellt werden:

Pfefferminze bei Erkältung[9]

  • Wirkungsweise von Pfefferminze: Pfefferminze in Form von ätherischem Pfefferminzöl hat eine sekretfördernde und antibakterielle Wirkung.[8] So können Krankheitserreger schneller ausgespült und abgetötet werden. Äußerlich angewendet, kommt ein beruhigender, kühlender sowie durchblutungsfördernder und schmerzstillender Charakter hinzu, wodurch ein heilsamer Effekt entsteht.[9]
  • Nebenwirkungen: Magenbeschwerden bei empfindlichen Menschen[9], bei Überdosierung Entzündungen im Verdauungstrakt und Sodbrennen[10]
  • Kontraindikationen: Gallensteine, Gallenverschluss, Gallenblasenentzündung, Leberschäden. Bei Kleinkindern und Säuglingen nicht im Bereich des Gesichts verwenden. Vorsicht bei Schwangerschaft.
  • Konkrete Medikamente: Carminativum – Hetterich, Biovea Pfefferminz ätherisches Öl, Teekanne-Tee „Minze“
  • Besonders gut geeignet bei: Husten und Erkältung (vor allem zur Inhalation), Übelkeit, Erbrechen, krampfartige Schmerzen im Magen-Darm-Bereich
  • Anwendung: Verwendeter Anteil: Blätter. Als Tee, Ätherisches Öl (Inhalation)[10]
  • Dosierung: z.B. Pfefferminztee: 2-3 TL Pfefferminzblätter mit 150 ml heißem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen. Empfehlung: dreimal täglich trinken.[10]

Ceylon-Zimt bei Erkältung

  • Wirkungsweise von Ceylon-Zimt: Ätherisches Öl mit dem Hauptbestandteil Zimtaldehyd. Durch den hohen Gehalt an ätherischem Öl entsteht eine antibakterielle und schmerzlindernde Wirkung. Zudem wird die Durchblutung angeregt (lokale Förderung der Heilung) und der Schleim in den Atemwegen wird gelöst. Außerdem krampflösend im Magen-Darm-Bereich.
  • Nebenwirkungen: In zu hohen Dosen besteht die Gefahr von Herzrhythmusstörungen, gesteigerten Darmbeschwerden und Schweißausbrüchen. Vorsicht bei Allergie!
  • Kontraindikationen: Schwangerschaft, Magen-Darm-Geschwüre[9]
  • Konkrete Medikamente: ZIMT KAPSELN 500 mg Avitale, Alnatura Ceylon Zimt gemahlen, Ayurveda Zimtee
  • Besonders gut geeignet bei: Krampfenden Beschwerden im Magen-Darm-Bereich, Erkältung, Nebenhöhlenentzündung, Bronchitis, allgemeines Schwächegefühl.
  • Anwendung: Verwendeter Anteil: Rinde. Als Tee, ätherisches Öl, Fertigarznei[9]

Salbei bei Entzündungen im Hals- und Rachenbereich

  • Wirkungsweise von Salbei: Im Salbei sind unter anderem ätherische Öle und sekundäre Pflanzenstoffe (Flavonoide) enthalten. Beide Stoffe wirken entzündungshemmend und antimikrobiell (gegen Mikroorganismen, wie zum Beispiel Bakterien). Zusätzlich entsteht durch Salbei ein „zusammenziehender Effekt“ auf die Schleimhäute, wodurch eine Schwellung vermindert wird, wirkt krampflösend.
  • Nebenwirkungen: Krämpfe, Schwindel, Herzrasen
  • Kontraindikationen: Innere Anwendung während der Schwangerschaft (hemmt die Milchbildung)[9]
  • Konkrete Medikamente: SALBEI KAPSELN Diamant Natuur B.V. Deutschland, Salbei Tropfen 100 ml BIO-DIAET-BERLIN GmbH, CERES Salvia officinalis Urtinktur
  • Besonders gut geeignet bei: Entzündungen im Mund- und Rachenraum, Entzündungen der Darmschleimhaut, Durchfall.
  • Anwendung: Verwendeter Anteil: Blätter. Als Tee, Heilpflanzensaft, Fertigarznei.[9]

Linde bei fieberhafter Erkältung und Reizhusten

  • Wirkungsweise der Linde: Schweißtreibend, reizlindernd, fördert Auswurf (bei Husten), leicht beruhigend, schwach krampflösend, steigert die Immunabwehr. Durch einen hohen Anteil von ätherischem Öl und Flavonoiden[11] entzündungshemmend und antibakteriell[9]
  • Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit anderen Wirkstoffen: keine bekannt
  • Kontraindikationen: keine bekannt
  • Konkrete Medikamente: Lipton-Herbal Infusion Linden Tee, Bad Heilbrunner Lindenblüten Tee, H&S Lindenblüten
  • Besonders gut geeignet bei: fieberhafter Erkältung, (Reiz-) husten
  • Anwendung: als Tee oder Bad
  • Dosierung: 2-4 g Droge pro Tag.[11]

Mädesüß bei Erkältung

  • Wirkungsweise von Mädesüß: Ätherische Öle: Enthalten ca. 75% Salicylaldehyd, welche zu einer Hemmung der Thrombozytenaggregation (Verklumpen von Blutplättchen) führt (ähnliche wie Aspirin), zudem 5% Flavonoide. Es entsteht ein entzündungshemmender, fiebersenkender und schmerzlindernder Effekt
  • Nebenwirkungen: keine bekannt. Vorsicht bei bekannter Allergie (sog. Salicylatüberempfindlichkeit)!
  • Kontraindikation: Allergie!
  • Konkrete Medikamente: Sidroga Erkältungstee Beutel, Mädesüß-Tee Filterbeutel, Naturix24 Mädesüßkraut geschnitten
  • Besonders gut geeignet bei: Fieber, Kopfschmerzen, Erkältungskrankheiten
  • Anwendung: als Tee. Vorsicht: Mädesüß-Blüten enthalten mehr Salicylaldehyd als Mädesüß-Kraut und haben somit eine stärkere Wirkung.
  • Dosierung: 2,5- 3,5 g Blüten, 4-5 g Kraut pro Tag ist die Maximaldosis[11]

Zu beachten

Auch wenn die meisten Menschen bereits mehrmals einen grippalen Infekt durchgemacht haben, ist es trotzdem wichtig zu wissen, dass die oben genannten Symptome auch durchaus bei anderen Krankheiten auftreten können. Es wird empfohlen, einen Arzt aufzusuchen, sobald die Krankheitserscheinungen sich innerhalb von zwei Wochen nicht bessern oder sogar verschlimmern.[12]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung