Husten Beim Baby: Tee

Husten und Bronchialtee (für Baby)

© PantherMedia / Nikolay Kostochka

Infekte der oberen und unteren Atemwege gelten als die häufigsten Erkrankungen in der Kinder- und Jugendmedizin. Zu den typischen Zeichen eines solchen Infektes kann trockener Husten zählen. Viele Quellen belegen die Wirksamkeit und gleichzeitig gute Verträglichkeit pflanzlicher Wirkstoffe (Phytopharmaka) zur Schleimlösung (Sekretolyse) und Bekämpfung von Krankheitserregern. [1][2]

Speziell die Gabe von Husten- und Bronchialtees bewährt sich bei Kindern und führt dazu, dass über den Tag verteilt zusätzliche Flüssigkeit aufgenommen wird. Im Folgenden soll die Wirkungsweise, Anwendungsempfehlungen und weitere wichtige Hinweise zur Nutzung von Bronchialtees bei Husten im Kindesalter erläutert werden.

Wirkungsweise (biologischer Prozess)

Infekte der Atemwege gehen zumeist mit vermehrter Sekretproduktion einher, die auf Grund der Entzündungsreaktion in der Schleimhaut des Rachens bzw. des Kehlkopfs oder der Bronchien angeregt wird. Hauptaufgabe des Sekrets ist es, Viren oder Bakterien daran zu hindern, auf den menschlichen Zellen anzuhaften. Der Flimmerhaarbesatz auf den Zellen der Atemwege schlägt zudem beständig in Richtung der Mund- und Nasenöffnung, um das Sekret mitsamt der Zelltrümmer und Krankheitserreger aus dem Körper zu transportieren (mukoziliäre Clearance). [3] Der Reinigungs- und Transportprozess kann durch bestimmte Pflanzenstoffe, die in Husten- und Bronchialtees enthalten sind, unterstützt und die Krankheitsdauer so in manchen Fällen verkürzt werden.

Tees zur Linderung von Hustenbeschwerden enthalten oft Thymian. Mit Hilfe dessen schleimlösenden sekundären Pflanzenstoffen (ätherische Öle) wie den Terpenen Carvacrol, Cineol, Linalol, Geraniol und Borneol können Keime in ihrem Wachstum gehemmt werden. Sie können zudem direkt entzündungshemmend wirken und die Fähigkeit der Zellen zum ziliären Sekrettransport stärken. [4]

Primelwurzel (oder Schlüsselblume) enthält ähnlich dem Thymian schleimlösende Inhaltsstoffe wie Primulasaponin und Primacrosaponin oder Primulaverin, die zu Acetylsalicylsäure-ähnlichen Stoffen (ASS) umgebaut werden und entzündungshemmend wirken können. [5]

Eibisch (oder Hibiskus) aus der Familie der Malvengewächse enthält sogenannte Schleimstoffe (Mucilaginosa) wie Glucane, Arabinogalactane und Rhamnogalacturonane, die sich den Zellen der Atemwege wie eine lindernde Schutzschicht auflagern und als Barriere gegenüber Keimen dienen. [6][7]

Efeu wirkt mit Hilfe von Inhaltsstoffen wie alpha-Hederin bei vielen Patienten krampflösend auf die Muskulatur der Bronchien.[8] Meist enthalten Heiltees außerdem Kümmel, bitteren Fenchel oder Anis, die ebenfalls unterstützend auf die Sekretolyse bei Husten mit Auswurf (sog. Sputum) wirken können. [1] Zusätzlich enthalten pflanzliche Substanzen wie Hagebutten weitere wertvolle Pflanzenstoffe (Flavonoide) oder Vitamine (Vitamin C). Auf Grund der erhöhten Flüssigkeitszufuhr führen Bronchialtees dazu, dass sich zähes Sekret in den Bronchien weiter verflüssigt, die Herz-Kreislauf-Funktion stabilisiert und so das Wohlbefinden gestärkt wird.

Empfehlungen zur Anwendung & Dosierung

Husten- und Bronchialtees sollten möglichst exakt nach der Zubereitungs- und Verzehrempfehlung des Herstellers aufgesetzt und konsumiert werden. Speziell für Babys sollte der Tee eine Temperatur von 37°C nicht überschreiten, um Verbrühungen zu vermeiden.

Zu beachten

Prinzipiell kann es zu allergischen Reaktionen gegenüber jedem der oben erwähnten pflanzlichen Inhaltsstoffe kommen. Diese Reaktionen sind im Allgemeinen selten. Trotzdem ist es ratsam, auch bei geringen Anzeichen von Hautausschlägen, Übelkeit oder Erbrechen die Einnahme des jeweiligen Tees zu stoppen und gegebenenfalls einen Arzt aufzusuchen. Bei schleimförderndem, produktivem Husten ist die Gabe handelsüblicher Bronchialtees, die in der Regel sowohl einen sekretlösenden Pflanzenstoff (z.B. Thymian) als auch ein Mucilaginosa (z.B. Eibisch) enthalten, nicht zu empfehlen. Die schleimlösenden Inhaltsstoffe könnten in der Nacht Hustenanfälle provozieren. Zum Abend und zur Nacht sind Einzelpräparate von Eibischwurzel bzw. Eibischblättern mit ihren beruhigenden Schleimstoffen sinnvoller. [2] Von Honig zum Süßen des Heiltees sollte für Babys wegen der Gefahr des Botulismus durch möglicherweise enthaltene Clostridium-Sporen (sog. Säuglingsbotulismus) abgesehen werden. [9][10]

Generell gilt, dass speziell bei länger andauerndem Husten und anderen suspekten Krankheitszeichen immer ein Kinderarzt zu Rate gezogen werden sollte.