- Welche Medikamente machen süchtig?

Anzeige

Medikamentenabhängigkeit © panthermedia.net / mdilsiz

Die Sucht ist eine Volkskrankheit und das schon seit vielen Jahrhunderten. Nicht nur Alkohol, Tabak und anderen Drogen machen süchtig, auch alltägliche Dinge wie Essen, Sex oder sogar Schlaf können Abhängigkeiten erzeugen. Besonders perfide sind jene Süchte, die dann entstehen, wenn wir eigentlich etwas für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden zu tun meinen, so wie die Sucht nach Medikamenten. Aber bei welchen Medikamenten besteht eigentlich Suchtgefahr? Und wie erkennt man eine Medikamentenabhängigkeit?

Achtung Suchtgefahr!

Süchte entstehen, wenn eine Handlung, ein Gegenstand oder ein bestimmter Reiz das Belohnungszentrum im Hirn aktiviert. Geschieht dies wiederholt, wird sich das Gehirn später an die so erzeugte Endorphinausschüttung und die damit verbundenen euphorischen Gefühle erinnern. Das unbedingte Verlangen danach, diese Situation erneut herbeizuführen, nennt man Sucht. Aber nicht nur psychische, sondern auch körperliche Abhängigkeiten können durch bestimmte Substanzen erzeugt werden. Eine körperliche Sucht erkennt man an den Entzugserscheinungen (z.B. Zittern und kalte Schweißausbrüche), die entstehen, sobald die Substanz nicht mehr verfügbar ist. Dauert die Abhängigkeit an, können sich Toleranzen entwickeln. Die gewünschte Wirkung tritt dann nur noch bei einer höheren Dosierung ein. Eine psychische Abhängigkeit dagegen macht sich dadurch bemerkbar, dass die Betroffenen ein unbedingtes Verlangen nach dem Suchtmittel verspüren, das zum Kontrollverlust über das eigene Leben führt [1].

Psychologen unterscheiden Medikamentenmissbrauch und Medikamentenabhängigkeit. Wenn keine oder nur wenige Merkmale einer Sucht vorliegen, das Medikament aber dennoch häufig zur Bewältigung bestimmter Probleme konsumiert wird, spricht man von einem Missbrauch. Zu den Suchtmerkmalen gehören vor allem das Vertuschen des Substanzgebrauchs und die Vernachlässigung sozialer Verpflichtungen. Aufgrund genetischer Voraussetzungen und anderer Faktoren, die mit dem sozialen Umfeld und dem kulturellen Hintergrund zusammenhängen, entwickeln bestimmte Menschen schneller eine Sucht als andere [1][2].

Diese Medikamente machen abhängig

Im Grunde genommen kann jedes Medikament, sofern es ursprünglich zum Wohlbefinden des Patienten beiträgt, Abhängigkeiten erzeugen. Bestimmte Wirkstoffgruppen stehen aber im Ruf, besonders schnell Suchterkrankungen hervorzurufen. In den westlichen Ländern sind die meisten Medikamentenabhängigen süchtig nach Schlaf- und Beruhigungsmitteln. Schon nach kurzer Zeit kann durch diese Wirkstoffe das Gefühl entstehen, das eigenen Leben nicht mehr ohne das Medikament bewältigen zu können, sei es, um das Einschlafen zu ermöglichen oder in Angst- und Stresssituationen Ruhe zu bewahren. Auch Opioide und Opiate, also besonders starke Schmerzmittel, die häufig nach Operationen verabreicht werden, erzeugen schnell ein starkes Substanzverlangen (Craving) und gravierende Entzugserscheinungen beim Absetzen. Nicht-opioide Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen oder Paracetamol können ebenfalls süchtig machen. Besonders Migränepatienten, die häufig unter Kopfschmerzen leiden, sind suchtgefährdet. Aber auch Abführmittel, Nasensprays, Hustensaft, cortisonhaltige Medikamente, Diätmittel oder Psychopharmaka können Symptome einer Sucht hervorrufen. Deshalb gilt es, sich möglichst genau an die Verschreibungsvorschriften des Arztes zu halten und schon bei den ersten Anzeichen einer Abhängigkeit fachmännische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Eine Sucht kann gravierende körperliche und seelische Schäden verursachen und sollte niemals auf die leichte Schulter genommen werden [2][3].

Quellenangaben:

[1] „Medikamentensucht und Medikamentenmissbrauch“, http://www.vitanet.de/krankheiten-symptome/medikamentensucht, 05.02.2016
[2] „Medikamentensucht: Anzeichen erkennen“, http://www.meine-gesundheit.de/medikamentensucht-anzeichen-erkennen, 05.02.2016
[3] „Medikamente, die abhängig machen“, http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/psychologie/krankheitenstoerungen/arzneimittelsucht/schlaf-beruhigungsmittel-und-co-_aid_8283.html, 05.02.2016