Grippe: Klassische Arzneimittel

Grippemittel Tamiflu

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Die echte Grippe (Grippe, Influenza) ist eine Infektionskrankheit, die durch Influenzaviren (Typ-A, Typ-B und Typ-C) verursacht wird. Der Krankheitsbeginn ist plötzlich, mit Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber, Schüttelfrost sowie einer Infektion der oberen Atemwege. Gegen Grippe gibt es eine Reihe von bekannten Hausmitteln. Aber auch bestimmte Grippemittel sind in der Apotheke erhältlich, deren Wirksamkeit jedoch nicht zu 100 Prozent belegt ist. Auch Tamiflu zählt zu diesen Grippemitteln. Welcher Inhaltsstoff hier für die Wirkung verantwortlich sein soll und welche Risiken bei der Einnahme für den Anwender bestehen, zeigt der folgende Text.

Fakten zum Thema

Die Wirkung von Grippemitteln gilt seit Jahren als umstritten. Neue Studien belegen jetzt, dass der Neuraminidasehemmer Tamiflu nicht wirklich wirksam gegen Grippe ist und die Krankheitsdauer um maximal einen halben Tag verkürzen kann.

Tamiflu soll laut den Angaben des Herstellers eine Grippe um mehr als die Hälfte verkürzen können. Außerdem soll Tamiflu auch vorbeugend eingenommen werden können und so eine Infektion im Keim ersticken. Es wurden allerdings neue unabhängige Studien zu seiner Wirksamkeit durchgeführt, die diese Annahmen nicht unterstützen.[1]

Wirkungsweise

Tamiflu enthält als Wirkstoff Oseltamivir. Dieser Stoff kann die Neuraminidase hemmen, ein Enzym, das die Viren für ihren Stoffwechsel, ihre Vermehrung und Ausbreitung im Körper benötigen. Laut Herstellangaben wird die Ausbreitung der Viren durch Tamiflu verhindert. Dadurch können die Symptome reduziert und zeitlich verringert werden.[2]

Verschiedene Forscher, vor allem aus den USA und Großbritannien,haben allerdings in verschiedenen Studien gezeigt, dass Tamiflu in der Realität nicht die erwünschte Wirkung zeigt. Im Gegenteil wurden sogar Hinweise darauf gefunden, dass eventuell sogar die Produktion von Antiköpern durch Tamiflu unterdrückt wird. Dann würde Tamiflu sogar die Entstehung derjenigen Erkrankungen begünstigen, die es eigentlich unterdrücken soll.

Weitere mögliche Nebenwirkungen sind:

  • Übelkeit (Nausea)
  • Erbrechen (Emesis)
  • Psychiatrische Erkrankungen[3]

Risiken

Tamiflu darf nicht angewendet werden, wenn eine Unverträglichkeit auf Lactose (Milchzucker) besteht oder bestehen könnte. Auch für Kinder und ältere Menschen wird das Präparat nicht empfohlen. Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollte auf die Einnahme ebenfalls verzichtet werden. Es gibt bisher kaum gesicherte Daten über die Auswirkungen von Tamiflu auf den Säugling.[4]

Alternativen

Ein weiteres Grippemittel stellt Relenza® dar. Daneben können einzelne Beschwerden symptomatisch behandelt werden: nasic® sorgt für das Abschwellen der Nasenschleimhäute, Sedotussin® kann bei trockenem Reizhusten eingesetzt werden.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe