Grippe: Klassische Arzneimittel

Panadol bei Grippe

© PantherMedia / Alice Day

Panadol kann bei einer Grippe Schmerzen und Fieber senken. Es bekämpft jedoch nicht die Ursache des Infekts. Außerdem lässt es geschwollene Schleimhäute abschwellen und verhindert eine zu starke Schleimproduktion.[1] Welche Wirkstoffe in Panadol enthalten sind und wie sie ihre Wirkung entfalten, wird im Folgenden beschrieben.

Wirkungsweise

Panadol ist ein Kombinationspräparat, welches die beiden Wirkstoffe Paracetamol und Pseudoephedrin enthält. Paracetamol hemmt reversibel die Cyclooxygenase, ein Enzym, welches für wichtige Signalprozesse und damit für die Entstehung von Schmerzen und Fieber (Pyrexie) verantwortlich ist. Außerdem kommt es zu einer Verstärkung von schmerzhemmenden Bahnen, die vom Gehirn absteigen. Es kann dadurch schmerzhemmend (analgetisch) und fiebersenkend (antipyretisch) wirken. Da es sich jedoch in Entzündungsherden nicht anreichert, kann es eine Entzündung nicht unterdrücken.[2] Der zweite Wirkstoff Pseudoephedrin ist ein Sympathomimetikum. Es aktiviert Rezeptoren, welche die Blutgefäße verengen. Einer lokalen Schwellung, wie sie beispielsweise bei Grippe in der Nasenschleimhaut entsteht, kann so entgegengewirkt werden.

Biologischer Zusammenhang

Die durch die Grippeviren hervorgerufene Entzündung führt zur Ausschüttung von Substanzen, welche Schmerzen sowie eine Verstellung der Körpertemperatur hervorrufen. Ebenfalls kommt es zu Symptomen der oberen Atemwege. Diese werden auch durch die Immunantwort des Körpers auf die virale Infektion ausgelöst. Entzündungsmediatoren wie Bradykinin, Prostaglandine und Zytokine führen dazu, dass venöse Gefäße in der Nasenschleimhaut weitgestellt werden (nasale Kongestion), wodurch der Luftstrom in der Nase eingeschränkt und vermehrt Schleim produziert wird. Außerdem kommt es zu Hals- Kopf- und Muskelschmerzen.[3]

Diesen Symptomen können Paracetamol und Pseudoephedrin durch die Hemmung der Schmerzweiterleitung, sowie durch die Gefäßverengung (Vasokonstriktion) abmildern.

Besonderheiten

Nasale Blutgefäße reagieren fünfmal so empfindlich auf ein Sympathomimetikum wie Pseudoephedrin als andere Gefäße im Körper. Dieser Effekt macht es möglich, mit geringen Dosen gezielt auf die Nasenschleimhaut einzuwirken und eine generalisierte Blutgefäßverengung im Körper zu vermeiden.[4]

Nebenwirkungen

Durch die beiden Wirkstoffe kommt es relativ häufig zu Nervosität, Schlaflosigkeit, Schwindel (Vertigo), Mundtrockenheit, Übelkeit (Nausea) und Erbrechen (Emesis).

Außerdem kann es zu einer Paracetamol-Vergiftung kommen, welche eine sofortige ärztliche Intervention nötig macht. Bei einer Überdosierung des Wirkstoffes Pseudoephedrin kommt es zu Herzrasen und starkem Blutdruckanstieg.[5]

Zu beachten

Auch wenn Panadol die Symptome der Grippe lindert, so ist die Infektion noch nicht ausgeheilt und überstanden. Der Körper sollte nach wie vor geschont werden, um eine Verschleppung der Krankheit zu vermeiden. Als schmerzstillende Alternative zu Panadol empfiehlt sich der Wirkstoff Ibuprofen.

Alternativen

Paracetamol wird auch von anderen Herstellern angeboten. Die Firma HEXAL® bietet das Präparat Paracetamol HEXAL® an, von der Firma ratiopharm® gibt es Paracetamol-ratiopharm®.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe