Grippe: Klassische Arzneimittel

Grippe trotz Antibiotika

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Auch wenn Antibiotika eingenommen werden, schützt dies nicht vor einer echten Grippeerkrankung (Influenza, Virusgrippe), da diese von Viren ausgelöst wird und Antibiotika nur gegen Bakterien wirken. Kommt es im Verlauf der Grippe zu einer bakteriellen Superinfektion, so kann diese mit Antibiotika behandelt werden.

Wie Antibiotika wirken, in welchen Fällen eine Grippe mit Antibiotika behandelt werden und warum eine Grippe auch trotz Antibiotika weiterhin bestehen kann, soll im Folgenden genau erklärt werden.

Fakten zum Thema

Eine Grippe kann mit verschiedensten Symptomen einhergehen. Die häufigsten sind:

  • Schnupfen (Rhinitis)
  • Husten (Tussis)
  • Heiserkeit (Dysphonie)
  • Halsschmerzen (Pharyngitis)
  • Kopfschmerzen (Cephalgie)
  • Gliederschmerzen (Arthralgie, Myalgie und Ostealgie)
  • Fieber (Pyrexie)

Die Grippeerkrankung wird durch Influenzaviren verursacht. Eine Möglichkeit der medikamentösen Behandlung einer Virusgrippe stellen Neuraminidasehemmer wie z.B. Oseltamivir oder Zanamivir dar. Diese hemmen das Oberflächenmolekül Neuraminidase des Virus und haben so einen Einfluss auf die Freisetzung der Viren aus infizierten Wirtszellen. Eine Therapie mit Antibiotika wirkt allerdings nicht gegen Viren. Sie können aber in Einzelfällen bei einer Grippe zur Anwendung kommen.[1]

Biologischer Zusammenhang

Antibiotika sind Wirkstoffe, die ausschließlich gegen Bakterien wirksam sind. Bei einer viral verursachten Grippe haben Antibiotika also keinen Effekt.

Allerdings ist der Körper bei einer Grippe geschwächt und somit anfälliger für weitere Infektionen. So kommt es bei einer Grippe häufig zu einer zweiten zusätzlichen Infektion mit Bakterien (Superinfektion). In einem solchen Fall sind Antibiotika sinnvoll.

Bakterien können sich bei einem ohnehin schon geschwächten Körper sehr leicht von den Atemwegen weiter ausbreiten. Sie befallen so zum Beispiel die Bronchien (Bronchitis) oder die Lunge (Pneumonie). Auch zu einer Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis) kann es kommen.[2]

Tipps

Auch nach der Behandlung einer bakteriellen Infektion mit Antibiotika können noch grippeartige Beschwerden auftreten. Selbst wenn die durch Bakterien verursachte Zusatzinfektion durch Antibiotikagabe kuriert wurde, können sich immer noch Viren im Körper befinden und die Grippesymptomatik aufrecht erhalten.

Antibiotika können eine Reihe von unangenehmen Nebenwirkungen auf den Organismus haben. Sie sollten daher nur bei ärztlich gestellter Indikation eingenommen werden. Bleiben nach einer Antibiotikatherapie noch Beschwerden bestehen, so ist ein Arztbesuch ratsam.[3]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe