Grippe: Klassische Arzneimittel

Hilft Antibiotika bei Grippe?

© PantherMedia / Ingram Vitantonio Cicorella

Die echte Grippe (Virusgrippe, Influenza) ist eine Infektionskrankheit der Atemwege. Eine Grippe wird durch Influenza-Viren verursacht. Ihre Behandlung richtet sich dabei nach der Schwere der Erkrankung und den individuellen Voraussetzungen. Antibiotika können leider nicht gegen Grippe angewendet werden, da sie nur gegen Bakterien wirksam ist. Sollte allerdings zusätzlich eine bakterielle Zweitinfektion vorliegen, können Antibiotika durchaus hilfreich sein.

Wie eine Grippe entsteht, was gegen die Symptome hilft und warum Antibiotika bei einer Grippe nur in bestimmten Zusammenhängen hilfreich sind, soll im Folgenden geklärt werden.

Medizinische Fakten

Die Grippe verursachenden Viren werden noch einmal in drei Untergruppen unterteilt. Für die Grippe beim Menschen sind in den meisten Fällen Influenza-Viren der Gruppe A, seltener auch der Gruppe B verantwortlich. Sie rufen lokale Entzündungen der Schleimhäute in den Atemwegen hervor. Dadurch kommt es zu den klassischen Symptomen einer Grippe:[1]

  • Schnupfen (Rhinitis)
  • Husten (Tussis)
  • Schüttelfrost (Febris undularis)
  • Halsschmerzen (Pharyngitis)
  • Heiserkeit (Dysphonie)
  • tränende Augen
  • Übelkeit (Nausea)
  • Kopfschmerzen (Cephalgie)
  • Gliederschmerzen

Bei einer leichten Grippe ist in der Regel nicht notwendig, einen Arzt aufzusuchen. Mit einfachen Hausmitteln nd Bettruhe kann sie gut behandelt werden. Bei stärkeren Symptomen greifen allerdings viele Menschen zu Medikamenten. Dabei hilft nicht alles, was man denkt.

Antibiotika gegen Grippe?

Laien wollen eine Grippeerkrankung oft mit Antibiotika behandeln. Grundsätzlich sind Antibiotika allerdings nur gegen Bakterien wirksam. Die Grippe jedoch ist eine durch Viren (Influenzaviren) verursachte Infektionskrankheit. Prinzipiell helfen Antibiotika gegen Grippeerkrankungen daher nicht.

Allerdings ist der Körper während einer Grippe viel anfälliger für weitere Krankheitserreger. Das Immunsystem ist damit beschäftigt, die Viren abzuwehren, so haben andere Erreger es leichter, ebenfalls in den Körper einzudringen. Kommt es im Rahmen der Grippe zu einer bakteriellen Zweitinfektion (Superinfektion), können Antibiotika gegeben werden.[2]

Tipps zur Behandlung

Ein ansonsten gesunder Mensch übersteht eine Grippe ohne Probleme. Deshalb kann bei einer Grippe immer zuerst versucht werden, sie selber zu kurieren. Wichtig ist, dass der Körper geschont wird. Auf Sport und auch auf die Arbeit sollte so lange verzichtet werden, bis der Allgemeinzustand sich merklich gebessert hat. Symptome wie Halsschmerzen, Husten und Heiserkeit können mit warmen Halswickeln, Kräutertees, Halsbonbons und Dampfbädern gelindert werden. Eine verstopfte Nase lässt sich mit Nasenspray und Inhalationen freier machen.

Erst, wenn die Symptome nach einer Woche immer noch nicht besser werden, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Schwangere Frauen und Kinder sowie ältere Menschen und Menschen mit anderen Erkrankungen sollten einen Arzt dann aufsuchen, wenn Beschwerden bestehen, die über ein normales Maß hinausgehen. Der Arzt kann bei dem Verdacht auf eine Superinfektion auf Bakterien testen. Liegt eine bakterielle Infektion vor, wird er Antibiotika verschreiben.[3]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe