Grippe: Klassische Arzneimittel

Paracetamol bei Grippe

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Der Wirkstoff Paracetamol kann als Grippemittel eingesetzt werden, um die Symptome einer Grippe zu mildern. Es kann die Infektion jedoch nicht bekämpfen.[1] Paracetamol weist insbesondere bei Kindern und Schwangeren Vorteile im Vergleich zu anderen Medikamenten auf. Was der Wirkstoff im Körper bewirkt und wie es zur Symptomverbesserung kommt, wird im Folgenden geklärt. Außerdem wird auf spezielle Nebenwirkungen sowie Alternativen eingegangen.

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Paracetamol hemmt das Enzym Cyclooxygenase reversibel. Das heißt, das Enzym erhält nach circa 6-8 Stunden seine Funktion zurück. Dieses Enzym ist für die Zusammenlagerung von Blutblättchen (Thrombozyten) im Körper verantwortlich (Thrombozytenaggregation) und zudem auch bei der Herstellung (Synthese) körpereigener Prostaglandine. Diese Botenstoffe werden auch Entzündungsmediatoren genannt, da sie bei der Entstehung von Schmerzen mitbeteiligt sind. Außerdem aktiviert Paracetamol vom Gehirn absteigende zentrale Nervenbahnen, welche schmerzhemmend wirken. Hinzu kommt noch eine zentrale Wirkung im Rückenmark an sogenannten NMDA-Rezeptoren, welche ebenfalls den Schmerz unterdrücken.

Paracetamol kann also schmerzlindernd (analgetisch) und fiebersenkend (antipyretisch) wirken. Da sich der Wirkstoff jedoch aufgrund des niedrigen pH-Wertes in Entzündungsgebieten dort nicht anreichern kann, hat er keine entzündungshemmende (antiinflammatorisch) Wirkung.[2]

Biologischer Zusammenhang

Durch die von Viren hervorgerufene Entzündung kommt es zu den unterschiedlichen Reaktionen im Körper. Dazu gehören ein Anstieg der Körpertemperatur (Fieber, Pyrexie) und über verschiedene Botenstoffe (Bradykinin, Prostaglandine) vermittelte Schmerzwahrnehmung. Wichtig für die Entstehung dieser Botenstoffe ist das Enzym Cyclooxygenase. Durch die Hemmung des Enzyms durch Paracetamol werden die Schmerzentstehung sowie das Fieber blockiert.

Besonderheiten

Die Wirkung von Paracetamol tritt bei Einnahme in Tablettenform circa nach 30 Minuten ein. Im Gegensatz zu vielen anderen Schmerzmedikamenten kommt es bei der Einnahme zu keiner bedeutsamen Thrombozytenaggregationshemmung (hemmt die Zusammenlagerung von Blutplättchen) und damit erhöhter Blutungsneigung. Unter anderem deswegen ist es das Mittel der ersten Wahl bei Kindern und Schwangeren.[3]

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

Paracetamol gilt in therapeutischen Dosen als gut verträglich. Allerdings ist bei vorbestehenden Nieren- und Lebererkrankungen Vorsicht geboten. Schwere Leberfunktionsstörungen stellen daher eine Kontraindikation für die Einnahme dar.

Im therapeutischen Bereich mit einer Tageshöchstdosis von weniger als 4 gwerden kaum Nebenwirkungen beobachtet und die Gefahr für Nieren- und Leberschädigungen ist sehr gering. Sollten dennoch Vergiftungssymptome auftreten, ist sofort ein Arzt zu konsultieren und innerhalb der ersten 12 Stunden nach Medikamenteneinnahme eine Antidottherapie (mit einem Gegengift) zu beginnen.[4]

Zu beachten

Als Mittel der ersten Wahl bei Kindern und Schwangeren stellt Paracetamol ein wichtiges Medikament bei der Behandlung von grippebedingten Schmerzen und Fieber dar. Allerdings sollte es wie jedes Medikament nicht leichtfertig eingenommen werden. Im Zweifelsfall muss ein Arzt zu Rate gezogen werden.

Eine gleichzeitige Einnahme von Paracetamol und Alkohol sollte unbedingt vermieden werden, da beide vom selben Enzym abgebaut werden. Dadurch kann sich Paracetamol anstauen und es treten bereits bei sehr geringen Mengen Vergiftungssymptome auf.[5]

Bei Betroffenen mit vorbestehenden Nieren- oder Leberschädigungen sollte auf die Einnahme verzichtet werden. Stattdessen können Medikamente wie Ibuprofen oder Aspirin, die die Symptome ebenfalls mildern können, verabreicht werden.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe