Grippe: Klassische Arzneimittel

Penicillin bei Grippe

© PantherMedia / Markus Guhl

Die echte Grippe (Influenza) wird in den meisten Fällen von Grippeviren ausgelöst, seltener durch Bakterien. Es gibt verschiedene Typen von Grippeviren und dementsprechend verschiedene Formen von Grippe (Influenza A, B, C). Es gibt verschiedene Medikamente, die die Grippesymptome lindern (antivirale Medikamente). Die Gabe von Penicillin bei Grippe ist jedoch als Gegenmaßnahme nicht wirksam, da es ausschließlich gegen Bakterien wirkt. Besteht jedoch der Verdacht auf eine zusätzliche bakteriellen Infektion bei einer Grippe, sollte der behandelnde Arzt ein Antibiotikum verschreiben.

Wie das Medikament Penicillin wirkt, warum es bei Grippe keinen Effekt hat und welche Risiken mit einer Anwendung verbunden sind, werden im Folgenden erläutert.

Fakten zum Thema

Antibiotika wie Penicilline vermögen eine Grippe weder zu verhindern noch zu heilen. Das liegt daran, dass die echte Grippe (Influenza) durch Viren verursacht wird. Antibiotika sind aber nur gegen Bakterien wirksam. Bei einer Grippe kommen Antibiotika daher in der Regel nicht zum Einsatz.

In einigen Fällen werden allerdings auch Penicilline bei einer Grippe angewandt. Bei einer Grippe ist der Körper anfälliger für andere Krankheitserregern, unter anderem auch für Bakterien. So kann es bei einer Grippe leicht zu einer weiteren bakteriell verursachten Infektion kommen, einer sogenannten Superinfektion. Eine solche Superinfektion kann mit Antibiotika wie Penicillin behandelt werden. Dies ist allerdings nur selten der Fall.[1]

Wirkungsweise

Der Begriff Penicillin umfasst eine Wirkstoffklasse innerhalb der Antibiotika. Es gibt drei unterschiedliche Wirkungsweisen von Antibiotika (Bakteriostatische, bakerizid und bakteriolytisch). Penicilline gehören z. B. zu den bakteriolytischen Antibiotika. Sie greifen in den Stoffwechsel der Bakterien ein. Hier wird ein bestimmtes Enzym blockiert und so verhindert, dass die bakterielle Zellwand gebildet wird, wodurch das Bakterium abstirbt. Penicilline können durch diesen Mechanismus aber auch körpereigene, nützliche Bakterien, die in der Darmflora angesiedelt sind, angreifen und zu gefährlichen Darminfektionen führen. Penicilline haben eine Reihe von Nebenwirkungen. Dazu gehören:

  • akute allergische Reaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock
  • Schwindel (Vertigo)
  • Verminderung des Gehör-, Gleichgewichts- und Sehsinnes
  • Verwirrtheitszustände
  • Parästhesien
  • Krämpfe
  • Übelkeit (Nausea)
  • Erbrechen (Emesis)[2]

Risiken

Wichtig ist bei Antibiotika, dass sie nicht ohne tatsächlichen Nachweis einer bakteriellen Infektion eingenommen werden sollten. Bakterien sind im Allgemeinen sehr wandelbar. Sie können so Resistenzen gegen Antibiotika entwickeln, was bedeutet, dass sie durch ein bestimmtes Antibiotikum nicht mehr zu bekämpfen sind. Solche Resistenzen entwickeln sich vor allem dann, wenn Antibiotika sehr häufig eingesetzt werden oder unsachgemäß eingenommen werden.

Ein Antibiotikum, gegen das der Großteil der Bakterien resistent ist, wird schließlich für die Behandlung wertlos. Gleichzeitig mit der Einnahme von Penicillin dürfen keine sogenannten Bakteriostatika (Wirkstoffe, die das Wachstum der Bakterien hemmen) eingenommen werden.[3]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe