- Pause bitte – Erkältung als Signal für eine Ruhephase

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Pause bitte © panthermedia.net / Subbotina

Stress wirkt sich auf längere Sicht negativ auf Körper und Psyche aus. So kann Dauerstress beispielsweise die Entstehung von Depressionen, Bluthochdruck (Hypertonie) und Blutzuckerkrankheit (Diabetes mellitus) [1] mitbedingen. Oftmals sendet der Körper frühzeitig „Hilferufe“ aus, um eine Ruhepause einzufordern; unter anderem können häufige Erkältungen ein solches Warnsignal darstellen.

Im Schnitt erkrankt ein gesunder Erwachsener zwei- bis fünfmal pro Jahr an einer Erkältung [2][3]. Ausgelöst wird diese durch eine Infektion mit Erkältungsviren. Hierbei gibt es hunderte verschiedener Viren, die zu einer Erkältung führen können. Diese befallen die Schleimhäute von Nase und Rachen, was zur Entzündung des dortigen Gewebes führt [3]. Die Symptome reichen von einer laufenden Nase, über ein Kratzen im Hals bis hin zu Husten und einem generellen Erschöpfungsgefühl. Die beste Maßnahme beim Aufkommen einer Erkältung wäre das Einlegen einer Pause. Vielen Menschen jedoch fällt gerade das beim Blick auf ihr Arbeitspensum schwer. Oft wird dann versucht, mit Hilfe von Medikamenten die Symptome zu stoppen, um so für das Alltagsgeschehen weiter funktionsfähig zu bleiben. Warum dies nicht immer ratsam ist, wird im Folgenden erläutert.

Stress und Erkältung – Wie hängt das zusammen?

Zelle© panthermedia.net / Andreus

Generell muss akuter und langanhaltender Stress unterschieden werden. Während akuter Stress keine negativen Auswirkungen auf den Körper hat, bringt Dauerstress zahlreiche unerwünschte Folgen mit sich [4]. So schwächt dieser beispielsweise das körpereigene Abwehrsystem, indem die Arbeitskraft von sogenannten Abwehrzellen gehemmt wird [5]. Diese sind verantwortlich dafür, Krankheitserreger abzutöten und somit Krankheiten vorzubeugen.

Studien konnten zeigen, dass Personen, die häufiger psychologischem Stress ausgesetzt sind, öfters an Erkältungen und Infektionen der oberen Atemwege erkranken [5]. Des Weiteren führt Stress vermehrt zu ungesunden Gewohnheitsmustern wie Rauchen und Alkoholkonsum, die wiederum den Genesungsprozess des Körpers stören [5]. Häufige Erkältungen können daher ein Anzeichen dafür sein, dass das Abwehrsystem nicht im vollem Maße funktionsfähig ist [6]. Dies sollte als Warnsignal wahrgenommen werden und zur Folge haben, dass mögliche Ursachen der Abwehrschwäche ausfindig gemacht werden. Neben häufigen Erkältungen können Schlafstörungen, Konzentrationsschwäche oder Ängste auf eine erhöhte Stressbelastung hinweisen [7].

Warum ist eine Ruhepause so wichtig?

Kommt es in beschriebener Weise zu häufigen Erkältungen, ist eine Ruhepause für den Körper die wichtigste Therapieoption. Denn tatsächlich gibt es keine gängige Arznei, die die Ursache der Erkältung, die verschiedenen Viren, gezielt ausmerzen kann [2]. Schmerz- und entzündungshemmende Mittel wie zum Beispiel Ibuprofen oder Naproxen helfen zwar, die Symptome zu lindern, sie unterstützen jedoch den Körper nicht dabei, die Erkältungsursache loszuwerden. Wissenschaftler vermuten sogar, dass sie den Erkrankungsverlauf verlängern können [2]. Lediglich bei Infektionen mit Bakterien können gezielt Antibiotika eingesetzt werden.

Die Tatsache, dass eine Erkältung nicht durch Bakterien sondern durch Viren verursacht wird erklärt, dass eine Therapie mit Antibiotika keine Wirkung zeigen kann [8].

Aus Mangel an direkten Therapiemöglichkeiten ist der Körper somit dem Virus selbst überlassen. Um die körpereigene Abwehrkraft zu unterstützen, ist deshalb eine Ruhepause unumgänglich. Zwar muss nicht bei jeder kleinsten Erkältung zwangsläufig Bettruhe eingehalten werden, prinzipiell gelten jedoch die Reduktion von Stress und ausreichend Schlaf als effektive Maßnahmen, um das Abwehrsystem des Körpers zu unterstützen [9]. Ebenso sollten bei einer Erkältung ermüdende körperliche Tätigkeiten wie Sport für ein paar Tage pausiert werden [9].

Was sind die Folgen einer unzureichend auskurierten Erkältung?

Normalerweise ist eine Erkältung nach etwa einer Woche auskuriert [8]. Ist das Abwehrsystem jedoch wie oben beschrieben durch Dauerstress geschwächt, kann sich dies in die Länge ziehen. Hinzu kommt das manche Erkältungsviren das Abwehrsystem zusätzlich schwächen [8]. Dies hat zur Folge, dass andere Viren oder Bakterien nicht ausreichend bekämpft werden können und sich somit neue Infektionen im Körper ausbreiten können [8]. Es kann zu Nasennebenhöhlen-, Lungen- oder Mittelohrentzündungen kommen [8].
Das Abwehrsystem ist nicht nur wichtig um Krankheitserreger abzuwehren, es spielt auch beim Abtöten von Krebszellen eine bedeutende Rolle. Das achtsame Wahrnehmen des eigenen körperlichen und seelischen Befindens hilft Dauerstress zu erkennen. Diesem frühestmöglich entgegenzuwirken, ist eine wichtige Maßnahme, um die eigene Gesundheit zu schützen.

Quellenangaben:

[1] „The Effects of Stress on Your Body.“, http://www.webmd.com/balance/stress-management/effects-of-stress-on-your-body, 24.06.2016
[2] „Erkältungspatienten profitieren nicht von Ibuprofen und Dampfinhalationen.“, http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/56465, 24.06.2016
[3] „Upper Respiratory Infection (URI or Common Cold), http://www.hopkinsmedicine.org/healthlibrary/conditions/pediatrics/upper_respiratory_infection_uri_or_common_cold_90,P02966/, 24.06.2016
[4] „Wie Stress unsere Abwehr beeinflusst.“, https://www.tk.de/tk/stress/010-phaenomen-stress/stress-und-immunsystem/36388, 24.06.2016
[5] S. Cohen et. al.: „Psychological Stress and Susceptibility to the Common Cold.“, http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJM199108293250903#t=articleBackground. 24.06.2016
[6] „Stress Symptoms“, http://www.webmd.com/balance/stress-management/stress-symptoms-effects_of-stress-on-the-body?page=2, 24.06.2016
[7] „Warnsignale und gesundheitliche Folgen von Stress.“, https://www.uni-bielefeld.de/Benutzer/MitarbeiterInnen/Gesundheit/neu/stress_warnsignale.html, 24.06.2016
[8] D. J. Sexton: „Patient Information: The common cold in adults.“, http://www.uptodate.com/contents/the-common-cold-in-adults-beyond-the-basics, 24.06.2016
[9] „The Do´s and Don´ts of Easing Cold Symptoms.“, http://www.hopkinsmedicine.org/health/articles-and-answers/wellbeing/easing-cold-symptoms, 26.06.2016