Husten: Anwendungen

Brustwickel bei Husten

© PantherMedia / Rainer Junker

Wickel sind ein altes und bewährtes Hausmittel. Sie werden bei verschiedenen Krankheiten in Form von Hals-, Waden- oder Brustwickeln angewendet und sind die sanfte Alternative zu Medikamenten mit starken Nebenwirkungen. Im folgenden Text soll anhand des biologischen Prozesses die Wirkungsweise von Brustwickeln bei Husten beschrieben werden. Zusätzlich werden Hinweise zur Anwendung und Dosierung gegeben.

Biologischer Prozess

Die Wirkung eines Brustwickels beruht auf:

  • dem thermischen Reiz (Hydrotherapie)
    • warme oder kalte Anwendung
    • trockene oder feuchte Anwendung
  • der Phytopharmakologie (z.B. Heilpflanzenzusätze, mit entkrampfender oder Hustenreiz lindernder Wirkung auf die Muskulatur, wie z.B. Thymian oder Lavendel)
  • den pflegerischen Aspekten (Körperwahrnehmung, entspannte Lagerung)
  • den psychosozialen Aspekten (Zusammenspiel von psychischen und physischen Faktoren. Behandlung von Körper, Seele und Geist des Menschen)

Generell fördern warme Wickel die Durchblutung und sind vor allem bei trockenem Reizhusten erfolgsversprechend. Kalte Wickel hingegen zeichnen sich durch ihre beruhigende und entzündungshemmende (antiinflammatorische) Wirkung aus. [1]

Gewinnbringende Zusätze können zum Beispiel Kartoffeln sein. Ihre heilende Wirkung entsteht durch die langsame Wärmeabgabe. Leinsamen eignen sich vor allem bei hartnäckigem Husten. Zwiebeln lösen Schleim und Sekret und lassen das Gewebe abschwellen. Quark ist bei jeder Art der Bronchitis zu empfehlen, die schleimlösende Wirkung ist besonders groß. Schleimlösend wirkt auch die Zitrone, die zusätzlich noch kühlt. Bei krampfartigem Husten sollte der Betroffene zu Thymian greifen, aber auch ätherische Öle, wie beispielsweise Eukalyptusöl, erleichtern das Abhusten. [1]

Anwendung und Dosierung

Alle Wickel sind nach dem gleichen Prinzip aufgebaut:

  • Ein Innentuch, auf das auch die Zusätze aufgetragen werden
  • Ein Zwischentuch, das den Wickel abdeckt und Wärme speichert
  • Ein Außentuch, das den Wickel umhüllt und fixiert.

Im Folgenden sollen zwei konkrete Beispiel für Anwendung und Dosierung von Brustwickeln bei Husten gegeben werden.

a) Feuchtwarmer Brustwickel bei festsitzendem Husten mit ungenügendem Auswurf sowie bei krampfartigem Husten.

Für das Innentuch muss ein Baumwoll- oder Flanelltuch von den Achseln bis zum Rippenbogen reichen und so lang sein, dass es eineinhalb Mal um Brust und Rücken passt. Es wird doppelt gelegt und in heißes Wasser, das mit einem Wirkstoff z.B. Zitrone versetzt sein kann, eingetaucht, ausgewrungen und aufgelegt. Das Zwischentuch wird darum herumgewickelt. Der Wickel schließt ab mit dem trockenen Außentuch, das auch eine Decke oder ein Badetuch sein kann.

Wichtig:

  • Temperatur des Innentuches beachten. Verbrühungsgefahr!
  • Liegedauer des Wickels 15 Minuten bis zu zwei Stunden
  • Maximal zwei Mal täglich anwenden

b) Feucht-kalter Brustwickel bei Bronchitis mit hohem Fieber und bei Bronchitis mit festsitzendem Husten:

Es handelt sich hier um einen kalten, Wärme erzeugenden Wickel, der ebenso angelegt wird wie unter a) beschrieben.

Bei einem kalten Wickel müssen folgende Punkte besonders beachtet werden:

  • Das kalte Wasser darf nicht eiskalt sein, sondern soll Körpertemperaturhaben.
  • Das Fieber darf um nicht mehr als ein Grad sinken. (Thermometerkontrolle).
  • Der Betroffene darf nicht frieren.
  • Die Füße müssen warmgehalten werden.
  • Bei Kreislaufsymptomen oder einem einsetzenden Schüttelfrost des Betroffenen muss der Wickel abgenommen werden.
  • Liegedauer des Wickel: ca. 45 – 90 Minuten, bzw. den Wickel entfernen, wenn er erwärmt ist
  • Anschließend mindestens zwei Stunden ruhen und den Körper dabei warmhalten.
  • Maximal zwei Mal täglich anwenden.

Zu beachten

Während der Wickel angewendet wird, darf der Betroffene nicht allein gelassen werden. Nach der Anwendung muss der Erkrankte gut abgetrocknet werden und mindestens eine Stunde ruhen.

Generell muss jeder Brustwickel sofort entfernt werden, wenn sich der Betroffene unwohl fühlt oder zu frieren beginnt. Bei kühlen Wickeln muss zudem die Nierengegend ausgelassen werden. Bei Kindern ist zu beachten, dass niedrigere Temperaturen und mildere Zusätze gewählt werden sollten.

Unsachgemäße Anwendung kann zu weiteren Schäden führen, wie z.B. Allergien oder Verschleierung ernsterer Krankheiten.