Husten: Anwendungen

Kartoffelwickel bei Husten

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Wickel und Kompressen zählen wohl zu den ältesten Hausmitteln, der bekannteste Vertreter unter ihnen ist der Kartoffelwickel. Er gilt gemeinhin als idealer Wärmespender, der eine besondere Tiefenwirkung entfaltet und Hustenreiz stillen kann. [1]

Im Folgenden soll der Kartoffelwickel vorgestellt und hinsichtlich des biologischen Prozesses, der Anwendung und Dosierung näher erklärt werden.

biologischer Prozess

Warm-feuchte Wickel, zu denen auch der Kartoffelwickel gehört, haben einen besonders hohen Wirkungsgrad gegen Husten. Durch Wärme und Feuchtigkeit wird die Haut leitfähiger. Sie kann so Nähr- und Heilstoffe optimal transportieren. Darüber hinaus wird eine Entspannung der Muskulatur bewirkt, was zur Schmerzlinderung und Krampflösung beiträgt. [1]

Besonders bei Kindern entfalten Kartoffelwickel große Wirkung, da sie die Bronchialmuskulatur entspannen. Dadurch tragen sie dazu bei, den Hustenreiz merklich zu lindern. Darüber hinaus beeinflusst die langsame und kontinuierliche Wärmeabgabe die Durchblutung positiv und regt das Immunsystem an. [2] Die bessere Durchblutung führt in weiterer Folge zur Stärkung der Organe und zur leichteren Abgabe von Stoffwechsel-Abbauprodukten, wie zum Beispiel Harnsäure oder Kochsalz, über die Haut. [1]

Kartoffelwickel wirken auf mehreren Ebenen:

  • Die physikalische Wirkung verbessert durch Wärmezufuhr das lokale Stoffwechsel-geschehen und kann dadurch auch innere Organe beeinflussen.
  • Spezifische Zusätze entfalten die oben beschriebenen, unterschiedlichen phytopharmakologische Wirkungen (bspw. Schmerzlinderung)
  • Psychosozial wirken Wickel durch Nähe, Berührung und Zuwendung, die mit dem Anlegen eines Wickels verbunden sind. Außerdem geht damit oft ein Gefühl des Zur-Ruhe-Kommens einher. [3]

Anwendung und Dosierung

Bei Erkältungen kommen sowohl Brust- als auch Halswickel zum Einsatz, bei einer Bronchitis und Husten (Tussis) werden eher Brustwickel mit Kartoffeln verwendet. Brust- und Halswickel werden auf dieselbe Weise hergestellt und bestehen im Fall von Kartoffelwickeln aus mehreren Schichten:

  1. Außentuch aus Wolle oder Frottee: Für die äußerste Schicht kann zum Beispiel eine Decke oder ein Badetuch verwendet werden.
  2. Zwischentuch aus Baumwolle oder Heilwolle
  3. Innentuch aus Baumwolle oder Leinen, darüber wird ein Papiertuch gelegt
  4. Mehlig gekochte und zerdrückte Kartoffeln (je nach Größe des Bereichs, auf dem der Wickel angewendet wird zwischen 4-6 Kartoffeln)

Die Kartoffeln werden in Papier- und Innentuch eingeschlagen und auf den Hals- bzw. Brustkorb gelegt. Darüber wird das Zwischentuch geschlagen. Zuletzt wird das Außentuch um den Oberkörper des Betroffenen gewickelt, um ein Verrutschen zu verhindern. Idealerweise wird ein Kartoffelwickel ein- bis zweimal täglich angewendet.

Zu beachten

Vor dem Auflegen eines Wickels sollte die Temperatur am inneren Unterarm kontrolliert werden, um sicherzustellen, dass der Wickel nicht zu heiß ist. Eine wichtige Regel bei der Anwendung von Wickeln besagt, dass nie mehrere Wickel zugleich angewendet werden sollten. Nach jeder Anwendung sollte unbedingt eine Ruhepause eingelegt werden.

Die Zeit, die ein Wickel aufgelegt werden sollte, richtet sich nach den Zusätzen. Ein Kartoffelwickel kann so lange getragen werden, wie es für den Betroffenen angenehm ist. Nicht verwendet werden sollten Kartoffelwickel bei hohem Fieber, beziehungsweise wenn der Halsbereich außergewöhnlich heiß und geschwollen ist.

Während der Anwendung sollte der Betroffene nicht allein gelassen werden und kontinuierlich in bequemer Lage ruhen und entspannen. Um die Wärmeleitung einwandfrei zu gewährleisten, sollte der Wickel außerdem luftdicht auf der Haut aufliegen. [4]