Husten: Anwendungen

Quarkwickel gegen Husten

© PantherMedia / Alena Dvorakova

Um Husten (Bronchitis, Tussis) und Halsschmerzen entgegenzuwirken, können Quarkwickel als tradierte Hausmittel erfolgreich angewendet werden.

Im folgenden Artikel wird auf die Wirkungsweise von Quarkwickeln näher eingegangen. Weiterhin werden Hilfestellungen zu Anwendung und Dosierung gegeben und erläutert, was der Betroffene bei der Verwendung dieses Hausmittels beachten sollte.

Biologischer Prozess

Die Wirkung der Quarkwickel geht auf die im Quark enthaltene Milchsäure zurück. Kommt diese in Kontakt mit der Haut, beginnt ein Milchsäureprozess, wodurch zunächst die Poren der Haut geöffnet werden. Die Milchsäure dringt in das Gewebe ein, um es zu reizen und so die Durchblutung lokal zu fördern. So werden Entzündungsstoffe in den Quark abgeleitet und aus dem Gewebe gezogen. [1] Dadurch geht auch die Schwellung der Schleimhäute zurück und der Hustenreiz lässt nach.

Das Einsatzgebiet des Quarks ist erstaunlich vielseitig. Quarkwickel zeigen auch bei Verstauchungen oder Blutergüssen, Insektenstichen und Schwellungen gute Wirkung.

Dies liegt in dem großen Wirkungsspektrum von Quark begründet: [2]

  • kühlend
  • abschwellend
  • schmerzlindernd
  • schleim- und krampflösend,
  • entzündungshemmend

Nicht zu unterschätzen ist die unterschiedliche Wirkung von kalten und warmen Wickeln. Während körperwarme Wickel bei Husten, Halsschmerzen oder Heiserkeit verwendet werden sollten, so sind bei akuten Entzündungen oder Schwellungen kalte Wickel von Vorteil.

Anwendung und Dosierung

Quarkwickel lassen sich sowohl als Hals- als auch Brustwickel anwenden. Gegen Halsschmerzen wird meist ein Halswickel bevorzugt, während Brustwickel vor allem bei Husten und verschleimten Bronchien angewendet werden. Ein Brustwickel reicht von den Achselhöhlen bis zur Gürtellinie und wird warm angelegt. Kalt ist er wirkungsvoll zur Senkung von Fieber, sollte aber nur nach Absprache mit einem Arzt angelegt werden. [3]

Zubereitung:

Für einen Brust- bzw. Halswickel mit Quark werden benötigt:

  • frischer Quark
  • ein Leinen- oder Baumwolltuch (Wickelleinen, Innentuch)
  • ein Zwischentuch (Isoliertuch)
  • eine Decke oder ein großer Schal (Außentuch)

Gegen Husten sollte der Quark zunächst im Wasserbad etwa auf Körpertemperatur oder etwas darüber erwärmt werden. Anschließend wird er auf den Brustkorb gestrichen (etwa 1 cm dick). Darauf wird das Leinentuch ausgebreitet, welches wiederum vom Zwischentuch umwickelt wird. So kann die Wärme gut gespeichert werden.

Ganz zum Schluss wird der Oberkörper von einem großen Schal oder einer Decke umschlungen, sodass die einzelnen Schichten gut fixiert sind. [1]

Der Quarkwickel sollte mehrmals täglich im Abstand von 20 Minuten bis hin zu zwei Stunden erneuert werden. Da der Wickel im Brustbereich schleimlösend wirkt, sollte die Behandlung fortgesetzt werden, bis sich der Schleim gelöst hat, das Husten leichter wird und es nicht mehr schmerzt.

Zu beachten

Bei der Behandlung ist vor allem wichtig, dass der Wickel für den Betroffenen angenehm ist. Während der Behandlung mit dem Quarkwickel darf der Betroffene nicht frieren, Hautreaktionen und das Wohlbefinden sollten immer im Auge behalten werden. [3]

Eine Anwendung auf offenen Wunden muss unbedingt vermieden werden. Bei Neurodermitis, Allergie gegen Milcheiweiß oder Erkrankungen des Herzens und Kreislaufs sollten Quarkwickel nicht angewendet werden. [2]