Grippe: Klassische Arzneimittel

Fluimucil Grippe

© PantherMedia / Mykhaylo Palinchak

Die Grippe (Influenza) ist eine der wohl häufigsten Infektionskrankheiten in Deutschland. Sie tritt bei jedem Erwachsenen rund einmal pro Jahr auf. Eine Grippe kann sich individuell durch unterschiedliche Symptome äußern. Husten (Tussis) und Schnupfen (Rhinitis) gehören in der Regel immer dazu. Das Grippemittel Fluimucil soll bei Grippe die Beschwerden mindern.

Was Fluimucil ist, welche Inhaltsstoffe die Wirkung begründen und was unbedingt in diesem Kontext zu beachten ist, wird im Folgenden eruiert.

Medizinische Fakten

Der Inhaltsstoff des Grippemittels Fluimucil ist das Acetylcystein (abgekürzt ACC, zur Gruppe der Mukolytika gehörend), welches bei Erkältungsbeschwerden zähen und festsitzenden Schleim lösen und damit zur Linderung der Symptome beitragen soll.

Wie bei anderen Grippemitteln gibt es aber auch zu Fluimucil noch zu wenig klinische Daten, um eine einigermaßen sichere Aussage zu seiner Wirksamkeit treffen zu können. Die meisten der Aussagen über Wirkweise und Wirksamkeit von Fluimucil entstammen Herstellerangaben. Sie sollten aber noch durch unabhängige Studien gesichert werden.

Es gibt einige bekannte Nebenwirkungen. Diese können, sie müssen aber nicht bei jedem Menschen auftreten. Wurde Fluimucil angewendet und sind Nebenwirkungen aufgetreten, sollte es danach nicht mehr verwendet und in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden.[1]

Wirkungsweise

Der Schleim, der bei einer Grippe produziert wird, setzt sich aus abgetöteten Krankheitserregern und verbrauchten Zellen des Immunsystems zusammen. Diese Bindung im Schleim dient dazu, dass die potenziell schädlichen Stoffe schneller aus dem Körper heraustransportiert werden können. In vielen Fällen wird der Schleim aber so fest, dass er die abführenden Atemwege verstopft oder auch komplett verlegt.

Fluimucil verflüssigt den Schleim. Dieser kann so besser abgehustet werden. Der Husten lässt nach und die freie Atmung wird erleichtert.[2]

Gegenanzeigen und Warnhinweise

In einigen Fällen darf Fluimucil nicht eingenommen werden. Dazu gehören:

  • Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff Acetylcystein
  • Magen- und Darmgeschwüre
  • Vorliegen einer seltenen angeborenen Stoffwechselkrankheit, der Phenylketonurie
  • Bluthochdruck

Bei Kindern unter 12 Jahren ist die Einnahme ebenfalls nicht zu empfehlen. Auch hier bestehen keine gesicherten Daten zu der Wirkung auf einen noch nicht entwickelten Organismus und auf das Immunsystem.

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

Einige bekannte Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Fluimucil auftreten. Dazu gehören:

  • Sodbrennen (Reflux)
  • Übelkeit (Nausea)
  • Erbrechen (Emesis)
  • Durchfall (Diarrhoe)
  • Nesselsucht (Urticaria)
  • Kopfschmerzen (Cephalgie)
  • Fieber (Pyrexie)

Fluimucil darf nicht zusammen mit hustenstillenden Mitteln (Antitussiva) eingenommen werden. Die Wirkungen beider Medikamente können sich blockieren und zu weiteren unbekannten Nebenwirkungen führen.[3]

Alternativen

Hustenlöser mit dem Wirkstoff ACC werden weiterhin von den Firmen ratiopharm® (NAC-ratiopharm® akut 600) sowie von der 1 A Pharma GmBH (NAC-600 akut – 1A Pharma®) angeboten.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe