Grippe: Naturheilkunde

Pflanzliche Grippemittel

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Unter einer „echten Grippe“ (lat. Influenza) versteht man eine Erkrankung der Atemwege, welche durch Influenzaviren verursacht wird. Diese benötigen zur Vermehrung Wirtszellen, da sie selbst keine Stoffwechselvorgänge aufgrund von fehlenden Zellbestandteilen durchführen können. Ein Wirt bietet kleineren Zellen einen Lebensraum und ermöglicht ihre Vermehrung. Influenzaviren werden durchTröpfchen-, Schmier- und Kontaktinfektion aufgenommen. Sie dringen in die Atemwege ein und nach ihrer Vermehrung zerstören sie gesunde Zellen, wodurch eine Entzündungsreaktion ausgelöst wird. Als Symptome treten häufig starke Schmerzen im Kopf, in den Gliedern und im Hals auf sowie Husten, Fieber und Schüttelfrost. Man unterscheidet 3 Virustypen: Influenza A, B und C. Der Virustyp A ist weltweit am verbreitetsten und erschwert durch seine ständige Strukturveränderung eine Vorbeugung gegen eine Entzündungsreaktion[1][2][3][4].

Pflanzliche Medikamente gegen Grippe

Kommt es zur Schwächung des menschlichen Immunsystems, so wird ein Befall der Schleimhäute in den Atemwegen durch Viren und Bakterien erleichtert. Folglich kann es schneller zum Ausbruch einer Grippe kommen. Mögliche Ursachen sind Stress, fehlende körperliche Aktivität, eine unausgewogene Ernährung sowie Unzufriedenheit.

Pflanzliche Mittel sind dazu fähig, das körpereigene Immunsystem zu stärken und einen Angriff eines Grippevirus erfolgreich abzuwehren. Im Vergleich zur Behandlung einer Influenza mit Antibiotika, ist das körpereigene Immunsystem nach der Behandlung gestärkt und somit im Anschluss besser resistent gegen neu angreifende Erreger. Antibiotika sind Stoffe, die eine Vermehrung und ein Wachstum von kleineren Organismen wie z.B. Bakterien unterdrücken[5]. Pflanzliche Grippemittel haben positive Folgen auf die Leber und Darmschleimhaut, wirken wundheilend und stärken den Organismus sowohl durch die Aufnahme von Vitaminen als auch von Mineralien. Im Folgenden werden zwei bekannte Wirkstoffe aus der Reihe der pflanzlichen Grippemittel detaillierter dargestellt[6].

Salbei

Der „echte Salbei“ (lat. Salvia officinalis) beinhaltet einen großen Anteil an ätherischen Ölen (Wirkung: bakterienschädigend und virustötend)[7], Cineol (Wirkung: antimikrobiell, d.h. Hemmung des Wachstums von kleinen Organismen wie z.B. Bakterien)[8], Borneol (Wirkung: schleimlösend, antibakteriell)[9] und Thujon (Wirkung: desinfizierend)[10]. Ebenfalls enthalten sind Glykoside (Wirkung: Hemmung des Wachstums von Mikroorganismen, schleimlösend)[11], Säuren (Wirkung: Aufrechterhaltung des Säure-Basen-Haushaltes), Kampfer (Wirkung: Erweiterung der Blutgefäße in der Lunge – gesteigerte Sauerstoffversorgung)[12], Gerbstoffe (Wirkung: entzündungshemmend, bakterientötend, pilztötend)[13] und Bitterstoffe (Wirkung: Stabilisierung der Verdauungsorgane, erleichterte Ausscheidung von Viren, Pilzen und Bakterien)[14].
Salbei zeigt vorbeugend bei einer Influenza positive Wirkungen gegen Bakterien, Schmerzen, Entzündungen und Krämpfe.
Bei der Anwendung während der Schwangerschaft und Stillperiode ist zu berücksichtigen, dass Salbei eine hemmende Wirkung auf die Milchproduktion hat[15]. Bei übermäßiger Milchproduktion und -abgabe (Laktation) und in der Zeit des Abstillens kann diese Eigenschaft positiv genutzt werden[16]. Es ist darauf zu achten, dass das in den Salbeiblättern enthaltene Thujon ein Nervengift ist. Bei überdosiertem und langem Gebrauch sind Nebenwirkungen wie Schwindel, Hitzegefühl, Krämpfe, eine erhöhte Herzfrequenz sowie Magen-Darm-Probleme möglich.
Eine effektive Anwendung von Salbei zur Befeuchtung der Schleimhaut und Erhöhung der Durchblutung der Atemwege ist die Inhalation: Dazu werden die Salbeiblätter (2 EL) mit 1l kochendem Wasser übergossen. Nach 5 Minuten Ziehen bilden sich Dämpfe über dem entstandenen Sud, welche abwechselnd durch Mund und Nase eingeatmet werden. Der Abstand zum Tee sollte so gewählt werden, dass das Einatmen keine Schmerzen bereitet. Um die Effektivität zu erhöhen, kann man den Kopf mit einem Handtuch über der Schüssel bedecken. Dieser Vorgang sollte mehrmals am Tag für ca. 10-15 Minuten wiederholt werden.
Eine weitere Anwendungsmöglichkeit ist das Spülen. Dabei benötigt man 1 TL getrocknete Salbeiblätter, welche für 10 Minuten in kochendem Wasser (1/4l) ziehen. Anschließend wird empfohlen, 3 Mal täglich den Mund, Rachen und das Zahnfleisch zu spülen[17][18].

Thymian

Thymian (lat. Thymus vulgaris) beinhaltet ätherische Öle, Thymol (Wirkung: Abtöten von Bakterien und Pilze)[19], Gerbstoffe, Bitterstoffe, Saponine (Wirkung: entgiftend, bakterien- und virustötend)[20], Flavonoide (Wirkung: Schutz vor Viren, Pilzen und Schädlingen)[21] und Zink (Mineralstoff für den Körper). Die Pflanze wirkt gegen Bakterien, hemmt Entzündungen und senkt Fieber. Zusätzlich wirkt Thymian beruhigend, fördert die Verdauung und regt den Körperkreislauf an. Durch seine Inhaltsstoffe trägt es zur Bildung der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) bei und regt das Immunsystem an.
Als mögliche Nebenwirkung kann eine Schilddrüsenüberfunktion ausgelöst werden. Es ist zu beachten, dass eine giftige (toxische) Wirkung von Thymian ab einer Menge von 6g/Tag nicht auszuschließen ist. Er sollte von Patienten, die unter Bluthochdruck oder an einer Schilddrüsenüberfunktion leiden, sowie während der Schwangerschaft dem Körper nicht zugeführt werden[22][23]. Thymian darf aufgrund einer möglichen Reizung der Schleimhäute nicht in konzentrierter Formangewendet werden. Folgen könnten Atemnot bei Kleinkindern und Babys sein sowie ein möglicher Asthmaanfall bei Risikopatienten.
Anwendungsmöglichkeit in Form von Tee: Es werden 1-2 TL Kraut mit heißem Wasser übergossen. Nach einer Ziehzeit von 10 Minuten kann der Tee getrunken werden. Es wird empfohlen, 3 Tassen/Tag mit Honig gesüßt zu trinken. Er fördert den Appetit, kräftigt den Körper und stärkt die Nerven. Auf die Anwendung von Honig sollte bei Magenbeschwerden verzichtet werden[24]

Zu beachten

Während der Anwendung von natürlichen Grippemitteln ist es wichtig, dieNebenwirkungen und Dosierungen zu beachten. Auch pflanzliche Mittel können für Risikopatienten (z.B. Asthma, Bluthochdruck, Schwangerschaft) eine erhöhte Gefahr darstellen. Häufig kommt es zur Verwechslung der einzelnen Krankheitsbilder.

Es wird empfohlen, sich ausführlich über Begleiterscheinungen und Risiken zu informieren sowie bei Unsicherheit einen Arzt zurate zu ziehen.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe