Grippe: Naturheilkunde

Zink bei Grippe

© PantherMedia / Lev Dolgachov

Zink wird oft bei ersten Anzeichen einer Erkältung wie Halsschmerzen, Husten und Schnupfen eingenommen, um das geschwächte Immunsystem zu stärken. Zur Wirkung von Zink bei Erkältung gibt es einige Studien, von denen viele jedoch aufgrund des Studienaufbaus und der geringen Teilnehmeranzahl umstritten sind.[1]

Doch wie sieht es mit der Einnahme von Zink bei einer „echten“ Grippe (Influenza) aus? Im Gegensatz zu einer Erkältung wird die Grippe durch Influenzaviren ausgelöst. Sie tritt meist sehr plötzlich ein und führt in vielen Fällen zu einem Krankheitsverlauf mit hohem Fieber von bis zu 40 °C.

Wirkungsweise (Biologischer Prozess)

Zink ist ein essentielles Spurenelement und Bestandteil vieler wichtiger Enzyme im Körper. Die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlene Tagesdosis liegt bei 7 mg Zink pro Tag für Frauen bzw. 10 mg Zink pro Tag für Männer [2]. Zink ist besonders wichtig für das Immunsystem und ein Zinkmangel scheint das Infektionsrisiko zu erhöhen.[1][3]

Zink in hoher Konzentration (≥ 75 mg pro Tag) scheint die Erkältungsdauer zu reduzieren, das zeigten Placebo-kontrollierte Versuche [4, 5]. In Zellkulturexperimenten konnte gezeigt werden, dass Zink die Replikation (Vermehrung) von Rhinoviren hemmt [6]. Rhinoviren zählen zu den Viren, die Erkältungssymptome hervorrufen können. Dieser Effekt konnte jedoch in vivo, das heißt im lebendigen Organismus, nicht beobachtet werden. Der genaue Mechanismus, wie Zink im Körper wirkt, ist bislang nicht umfassend geklärt.[1]

Im Gegensatz zu einer Erkältung wird eine „echte“ Grippe jedoch durch Influenzaviren verursacht. Dass Zink einen Effekt auf Grippeviren hat, ist kaum untersucht worden und zeigt keine eindeutigen Ergebnisse.

Empfehlungen zur Anwendung & Dosierung

Da eine direkte Wirkung von Zink auf die Grippeviren noch nicht umfassend untersucht ist, sollte man sich bei einer Grippeerkrankung nicht auf dessen alleinige Wirkung verlassen. Eine präventive (vorbeugende) Einnahme von Zink zur Stärkung des Immunsystems während der Grippesaison ist jedoch weit verbreitet. Will man Zink nicht in Form eines Nahrungsergänzungsmittels aufnehmen, kann auch durch zinkhaltige Ernährung die Zinkzufuhr erhöht werden. Zink ist vor allem in Milch, Käse, Fleisch oder auch Haferflocken zu finden, als altes Hausmittel gilt schon lange eine frisch gekochte Hühnersuppe. Bei einer akuten Grippe mit Fieber um die 40 °C ist auf jeden Fall ein Arzt aufzusuchen.

Bei Einnahme zinkhaltiger Lutschtabletten berichteten Teilnehmer klinischer Studien von schlechtem Geschmack und Verstopfung, was jedoch auch auf die Bestandteile der Lutschtabletten zurückzuführen sein könnte. Von einem langfristig wirkenden negativen Effekt, verursacht durch die Einnahme von zinkhaltigen Lutschtabletten in adäquaten Mengen, wurde bislang nicht berichtet.[5] Jedoch sollte bei Einnahme zinkhaltiger Mittel auf die richtige Dosierung geachtet werden, wobei das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) eine Höchstmenge von 15 mg Zink pro Tag angibt. Die Einnahme höherer Dosen Zink über einen längeren Zeitraum kann zu schweren Nebenwirkungen führen.[7]

Zu beachten

Zu beachten ist, dass Calcium zu einer verringerten Zinkaufnahme im Darm führen kann.[8] Eine hohe Zinkaufnahme kann wiederrum die Calciumaufnahme verringern.[9] Ein ähnlicher Zusammenhang besteht auch in Verbindung von Zink und Eisen bzw. Kupfer.[10] Aus diesem Grund sollte auf eine ausgewogene Einnahme entsprechender Präparate geachtet werden.

Im Hinterkopf sollte man jedoch immer behalten, dass eine „echte“ Grippe schnell gefährlich werden kann, wenn einer Grippeerkrankung eine zusätzliche Infektion mit Bakterien (bakterielle Sekundärinfektion) folgt, da der durch die Grippe geschwächte Körper deutlich anfälliger für eine weitere Infektion ist.[11] Bei einer Verschlechterung des Krankheitsverlaufs ist auf jeden Fall ein Arzt aufzusuchen.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe