Husten Beim Kleinkind: Anwendungen

Inhalieren bei Husten (Kleinkind)

© PantherMedia / Jaroslaw Grudzinski

Erkältungskrankheiten gehen typischerweise mit Husten (Tussis) einher und verlaufen in der Regel unkompliziert. Wenn Kinder durch den Husten jedoch nachts kaum oder gar nicht mehr zur Ruhe kommen, wird das Symptom zu einem eigenständigen Problem. Im Folgenden wird daher nicht nur erklärt, wodurch Husten entsteht, sondern auch, welche Hausmittel zur Linderung der Beschwerden eingesetzt werden können.

Medizinische Fakten

Husten gehört wie Niesen oder Blinzeln zu den sogenannten Schutzreflexen des Körpers. [1] Der kräftige Atemstoß soll einerseits bewirken, dass die Schleimhäute nicht durch Partikel der Atemluft verunreinigt werden. Andererseits verhindert er, dass verschluckte Flüssigkeiten oder Speisen in die Lunge gelangen (Aspiration), was neben Erstickung (Suffokation) auch eine potenziell lebensbedrohliche Lungenentzündung (Aspirationspneumonie) zur Folge haben kann. Im Rahmen einer erkältungsähnlichen Infektion dient der Husten der Aufrechterhaltung der Selbstreinigung der Atemschleimhautsowie der Senkung der lokalen Besiedelung mit Krankheitserregern. Er beginnt meist trocken und wird später produktiv, wenn er mit dem Auswurf von Schleim einhergeht. [2]

Biologischer Zusammenhang

Für die Auslösung des Hustenreflexes sind spezielle Hustenrezeptoren verantwortlich. Diese befinden sich nicht nur in den Schleimhäuten der Atemwege und im Mittelohr, sondern auch in der Speiseröhre. [3] Neben mechanischer Dehnung können verschiedene chemische Reize wie die Botenstoffe verschiedener Abwehrzellen (Leukozyten) die Rezeptoren aktivieren. Diese veranlassen innerhalb von Sekundenbruchteilen ein plötzlichesZusammenziehen (Kontraktion) der Atemhilfsmuskulatur des Brustkorbs und der Bauchwand, wodurch es zu einem kräftigen Atemstoß kommt, der Fremdkörper oder Schleim effizient aus dem Körper entfernt.

Inhalation bei Husten

Inhalationen mit Kochsalzlösung können dazu beitragen, die Schleimhäute feucht zu halten. Dadurch wird deren natürliche Barrierefunktion gegen das Eindringen diverser Krankheitserreger unterstützt. Inhalationen können somit einen Beitrag zur Vorbeugung (Prophylaxe) von Erkältungskrankheiten leisten. Darüber hinaus hat das Einatmen der 42 bis 47 °C heißen Dämpfe eine desinfizierende Wirkung, was besonders bei lang anhaltendem (chronischem) Husten dazu beitragen kann, die lokale Keimbelastung zu vermindern. [4]

Zu beachten

Inhalationen für Babys und Kleinkinder dürfen keine ätherischen Öle enthalten, weil diese die empfindlichen Schleimhäute reizen können. [5] Ein Sud aus Kamillentee ist dagegen unbedenklich. Sollte sich darüber hinaus das Beschwerdebild des Hustens verschlechtern und plötzlich hohes Fieber oder blutiger Auswurf auftreten, muss unbedingt ein Arzt hinzugezogen werden.