Husten Bluthusten: Ursachen

Bluthusten durch Lungenkrebs?

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Blutiger Husten (Hämoptyse) kann viele verschiedene Ursachen haben, unter anderem ist er auch ein typisches Symptom von Lungenkrebs (Bronchialkarzinom). Bis zu 75% der Betroffenen klagen dabei über Husten, wobei blutiger Auswurf bei rund einem Drittel auftritt und auf eine Blutung aus Lungenarterien oder -venen hinweist. Im Folgenden sollen medizinische Fakten, der biologische Zusammenhang und Risiken des Bluthustens erläutert werden.

Medizinische Fakten

Husten ist ein äußerst häufiges Symptom und wird durch die Reizung der Atemwege mit nachfolgender Aktivierung des Hustenreflexes ausgelöst. Meist ist ein viraler Infekt der oberen Atemwege oder eine Entzündung der Bronchialschleimhaut (Bronchitis) ursächlich für die Symptomatik. In der Regel klingt der Husten nach einigen Tagen von selbst ab. Dauern die Beschwerden allerdings länger als 4 Wochen, wird der Husten als chronisch bezeichnet und sollte durch einen Arzt abgeklärt werden.

Bluthusten tritt dagegen viel seltener auf und kann eine breite Palette von Ursachen haben. Bei Lungenerkrankungen sind die Lungenarterien für den blutigen Auswurf verantwortlich, auslösend kann neben einer Lungenentzündung (Pneumonie), einer Lungenembolie oder einer Tuberkulose- Infektion auch ein Bronchialkarzinom sein. Aber auch bei Herzklappenfehlern und -insuffizienzen kann es zu blutigem Husten kommen, hierbei sind die Lungenvenen die Blutungsquelle, da sich Blut aus dem Herzen durch die Insuffizienz zurück in die Lunge staut[1]. Gelegentlich können auch bei einer Bronchitis mit starkem Husten Blutbeimengungen im Sputum vorhanden sein, dies hat in der Regel aber keine pathologische Bedeutung.

Ein Bronchialkarzinom zeigt typischerweise erst in fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung Symptome. Zum Zeitpunkt der Diagnose klagen rund 90 Prozent der Betroffenen über Beschwerden. Die Beschwerden sind sehr unspezifisch und kommen bei vielen Erkrankungen vor, was die Diagnosestellung häufig verzögert und erschwert. Es existiert kein eindeutiges, spezifisches Symptom, das eine Frühentdeckung des Krebses ermöglicht. In der Regel wird ein Bronchialkarzinom erst beim Auftreten von multiplen Symptomen entdeckt[2]. Die ersten auftretenden Beschwerden sind meist (blutiger) Husten, körperliche Abgeschlagenheit und Müdigkeit, Gewichtsverlust und wiederkehrende Lungenentzündungen. Weitere Beschwerden sind:

  • Atemnot (Dyspnoe): Durch die Ausdehnung des Tumors kann es zur Verlegung oder Einengung der Atemwege kommen, was besonders bei körperlicher Belastung mit erhöhter Atmung zur Luftnot führen kann. Auch durch den Befall des Nervus phrenicus, der das für die Atmung wichtige Zwerchfell innerviert, kann es zur Atemnot kommen.
  • Brustschmerzen: Oft treten schwer lokalisierbare, diffuse Schmerzen im Bereich des Brustkorbes auf, die durch die Ausbreitung des Krebses und Infiltration umliegender Gewebe zustande kommt.
  • Heiserkeit: Befällt der Tumor den für die Öffnung der Stimmlippen wichtigen Nerven (N. laryngeus recurrens), kann es zu Luftnot und Heiserkeit kommen.
  • Schluckbeschwerden und Bluterbrechen: Tritt auf, wenn der Krebs die Speiseröhre infiltriert oder komprimiert.
  • Wasser im Lungenfell (Pleuraerguss): Durch die chronische Entzündung kann es zum Austritt von Gewebewasser zwischen die beiden Blätter des Lungenfells kommen. Dies kann die Ausdehnung der Lunge einschränken und so die Atmung erschweren.

Streut der Primärtumor aus und siedelt sich in anderen Organen an (Metastasierung), kann es zu Knochenschmerzen, Störungen des Nervensystems und weiteren, je nach betroffenem Organ, spezifischen Beschwerden kommen.

Die Abklärung eines Bronchialkarzinoms beinhaltet eine Vielzahl von Untersuchungen. Neben der Krankheitsgeschichte und einem aktuellen Blutbild ist vor allem ein Röntgenbild des Brustkorbes richtungsweisend. Bei weiter bestehendem Verdacht kann eine Computertomographie (CT) Aufschluss über Lokalisation und Größe eines Tumors geben. Zur endgültigen Klassifizierung muss eine Gewebeprobe entnommen werden, um Art und Differenzierung des Tumors zu bestimmen. Je nach dem Gewebe, von dem der Tumor ausgeht, unterscheidet sich auch die Therapie und Diagnose des Bronchialkarzinoms. Um eine eventuelle Metastasierung des Lungenkrebses zu bestimmen, können Spezialuntersuchungen wie ein CT des Kopfes oder eine Skelettszintigraphie durchgeführt werden. Bei letzterem Verfahren werden mittels radioaktiven Substanzen gut durchblutete und hoch aktive Gebiete nachgewiesen, da Karzinome in der Regel äußerst stoffwechselaktiv sind.

Biologischer Zusammenhang

Durch die Ausbreitung und das Einwachsen eines Bronchialkarzinoms in die Gefäße der Lunge können diese beschädigt werden und es kann dadurch zu Einblutungen in die Bronchien kommen. Die Ansammlung dieser „lungenfremden“ Flüssigkeit und die mechanische Reizung der Atemwege durch den Krebs löst einen Impuls an das Gehirn aus, der in der Folge den Hustenreflex aktiviert.

Zu beachten

Einmalig auftretender blutiger Husten kann durch eine milde Entzündung der Bronchialschleimhaut (Bronchitis) oder starkes Husten ausgelöst werden und hat keinen Krankheitswert. Dabei werden lediglich kleine Gefäße verletzt was zu leichten roten Auflagerungen des Sputums führt.

Häufiges oder regelmäßiges Bluthusten, vor allem im Zusammenhang mit weiteren Symptomen wie Brustschmerzen, Luftnot oder chronischer Müdigkeit, sollte allerdings lungenfachärztlich abgeklärt werden, da Lungenkrebs erst in späteren Stadien Beschwerden macht und eine frühe Diagnosestellung die Prognose entscheidend verbessern kann.