Husten Hustenreiz: Lebensmittel

Honig gegen Hustenreiz (Hausmittel)

© PantherMedia / Robert Stranka

Viele Hausmittel stehen im Ruf einen Hustenreiz erfolgreich bekämpfen zu können. So sollen Extrakte aus Spitzwegerich und Eibisch aber auch verschiedene Kräutertees Abhilfe verschaffen. Die beruhigende Wirkung von Honig ist bekannt, weshalb er auch von der WHO bei Husten empfohlen wird.[1] Doch kann Honig wirklich helfen? Der nachfolgende Text soll Informationen über den Honig als Hustenstiller und seine Anwendung vermitteln.

Wirkungsweise (biologischer Prozess)

Honig ist ein sehr altes Hausmittel, welches zur Linderung und beschleunigten Heilung des Hustens dient. Die Wissenschaft ist sich über die genaue Wirkungsweise des Honigs allerdings nicht einig. Honig ist eine natürliche Flüssigkeit, welche mindestens 181 verschiedene Substanzen enthalten soll. [2] Darunter finden sich zahlreiche chemische Verbindungen, die als Radikalfänger (Antioxidantien) im Körper agieren und für die Reduktion von oxidativem Stress verantwortlich sind. Solche Substanzen im Honig sind zum Beispiel Vitamin C oder Flavonoide (sekundäre Pflanzenstoffe). [2] Oxidativer Stress ist mitverantwortlich für den Alterungsprozess und wird mit einer Vielzahl von Erkrankungen in Zusammenhang gebracht, wie zum Beispiel Herz-Kreislauferkrankungen. [3]Außerdem finden sich im Honig auch antimikrobielle Stoffe, die gegen Mirkoorganismen wirken. [2]Im Honig werden die Radikalfänger für den lindernden Effekt auf den Hustenreiz, aber auch für eine verbesserte Wundheilung verantwortlich gemacht. [4] Verschiedene Honigarten scheinen in der Menge dieser Substanzen zu variieren. [5] So soll ihre Zahl mit dunklerer Honigfarbe zunehmen sowie ihre Anzahl in industriell gefertigtem Honig niedriger sein.  Dennoch konnte gezeigt werden, dass sich auch in industriellem Honig noch eine Vielzahl dieser Radikalfänger befanden, die vom Körper aufgenommen werden konnten. [6]

Eine zweite Erklärung besagt, dass sich die anatomische Struktur der Nerven, die für das Husten verantwortlich sind und der Nerven, die für das Schmecken der Süße verantwortlich sind,  ähneln. So komme es durch eine Wechselwirkung  (Interaktion) dieser Nervenfasern zu einem lindernden Effekt. [7]

Empfehlung zur Anwendung & Dosierung

Verschiedene Studien konnten den hustenstillenden Effekt von Honig belegen und sogar seine Überlegenheit gegenüber dem häufig eingesetzten, zentral wirksamen Hustenblocker (Antitussivum) Dextromethorphan darstellen. [8-9] Zentral wirksame Hustenblocker dämpfen die Aktivierbarkeit des Hustenzentrums im Gehirn und führen so zu einer Linderung. [8]Diese Studien konnten vor allem eine positive Wirkung auf den Hustenreiz und die damit verbundene Schlaffähigkeit von Kindern zeigen.  Da Antitussiva für Kinder unter sechs Jahren wegen der Nebenwirkungen nicht verschrieben werden, könnte Honig eine gute Alternative zur Behandlung des Hustenreizes darstellen. Doch auch für Erwachsene gibt es eine wirkungsvolle Paste aus Honig und Kaffee, deren Wirksamkeit der von Steroiden und Schleimlösern in einer iranischen Studie überlegen war. [10]

Tipps zur Anwendung:

  • mehrmals täglich kann ein TL Honig gelöffelt werden [9]
  • einige Löffel Honig (in Studien 10g verwendet) vor dem Schlafen gehen löffeln [9]
  • Zwiebel-Honig-Sirup:  Eine Zwiebel in Stücke schneiden und etwas Honig darüber geben. Den Zwiebel-Honig-Sirup mindestens eine Stunde lang ziehen lassen und dann morgens, mittags und abends jeweils einen Esslöffel des Zwiebelsuds einnehmen. [11]
  • Honig zum Süßem von Tees verwenden [12]
  • Honig-Kaffee Paste für Erwachsene: 500 g Honig vermischt mit 70 g Instantkaffee (3 x tgl. Paste in heißem Wasser auflösen und trinken) [10]
  • wenn möglich: hochwertigen oder dunklen Honig verwenden [6]

Zu beachten

Der Tee oder die Milch sollten vor Zugabe des Honigs aber auf eine trinkbare Temperatur herunter gekühlt sein, damit sich die wertvollen Inhaltsstoffe des Honigs nicht verflüchtigen. Außerdem  können Sporen einiger Bakterien  im Honig überleben. Besonders gefährlich ist der Krankheitserreger Clostridium botulinum, der das Botulinumtoxin freisetzt, welches zu Lähmungserscheinungen führen kann (Botulismus). [13] In geringen Mengen wurde dieser Erreger auch in einzelnen Honigen nachgewiesen. Säuglinge scheinen aufgrund der noch nicht vollständig entwickelten Darmflora stärker auf bakterielle Infektionen zu reagieren, weshalb es nicht empfohlen wird, Kinder unter einem Jahr Honig zu geben. [13] Die Anwendung von Honig erhöht die Kariesgefahr, weshalb auf eine gute Mundpflege der Kinder und eine kurze Anwendungszeit des Honigs zu achten ist.[8] Auch bei allergischen Reaktionen oder Erkrankungen wie zum Beispiel Diabetes mellitus sollte auf die Einnahme von Honig verzichtet werden.[14] Bei länger anhaltendem Husten über eine Woche oder weiteren Symptomen wieFieber sollte ein Arzt aufgesucht werden.