Husten Mit Schleim: Lebensmittel

Zwiebel gegen Husten u. Schleim

© PantherMedia / Carlos Santos

Husten und Schleim treten häufig im Zusammenhang mit Erkältungskrankheiten (sog. grippalen Infekten) auf. Die Zwiebel (lat. Allium cepa) als pflanzliches Heilmittel kann in diesen Fällen die Beschwerden lindern und die Genesung beschleunigen, da sie u.a. entzündungshemmend (antiphlogistisch) und schmerzlindernd (analgetisch) wirkt. Darüber hinaus ist die Zwiebel bekannt für ihre antibakterielle Wirkung, weshalb sie auch als natürliches Antibiotikum gilt.

Ebenso kann Husten mit schleimigem Auswurf im Rahmen einer allergisch-bedingten asthmatischen Erkrankung auftreten. Hierbei verschafft die Zwiebel durch ihre antiallergene Wirksamkeit eine Linderung der Beschwerden.Im folgenden Text soll auf die Wirkungsweise der Zwiebel genauer eingegangen und die richtige Anwendung und Dosierung erläutert werden.

Wirkungsweise (biologischer Prozess)

Die Zwiebel gilt als eine der Nahrungsquellen mit dem größten Vorkommen an Flavonoiden, die zu den sogenannten sekundären Pflanzenstoffen zählen. Im Gegensatz zu den primären Pflanzenstoffen (Kohlenhydrate, Proteine und Fette) übernehmen die sekundären Pflanzenstoffe vielseitige Regulations- und Schutzfunktionen im Körper.

Entzündungshemmende Wirkung

Flavonoide sind besonders für ihren entzündungshemmenden Einfluss auf das Immunsystem bekannt. [1] Die genaue immunologische Wirkungsweise ist bis heute aktueller Gegenstand der Forschung. Es wird inzwischen davon ausgegangen, dass die das Immunsystem unterdrückende (immunsuppressive) Wirkung der Flavonoide durch eine Hemmung der Produktion von Entzündungsbotenstoffen (sog. Zytokine) hervorgerufen wird. Diese Botenstoffe sind für die Immunzellinteraktion verantwortlich und somit für die Induktion und Aufrechterhaltung der Entzündungsprozesse im Körper von großer Bedeutung.

Schmerzlindernde Wirkung

Darüber hinaus konnte gezeigt werden, dass das Flavonoid Quercetin, das zu den Hauptflavonoiden der Zwiebel zählt, das Enzym Phospholipase A2 blockiert und dadurch die Prostaglandin-Synthese hemmt. Prostaglandine spielen als Schmerzmediatoren eine zentrale Rolle bei der Schmerzentstehung und -weiterleitung, so dass Quercetin eine schmerzlindernde Wirkung zugeschrieben werden kann. [2][3] Den gleichen Mechanismus nutzen auch Schmerzmedikamente wie Aspirin® (Acetylsalicylsäure).

Antibakterielle Wirkung

Neben den Flavonoiden enthält die Zwiebel zudem schwefelhaltige Aminosäuren wie Methiin und Isoalliin. Beim Anschneiden des Zwiebelfleisches werde diese enzymatisch gespalten. Die hierbei entstehenden Sulfonsäuren reagieren weiter zu verschiedenen Schwefelderivaten und verleihen der Zwiebel ihren charakteristischen Geruch. Im Verlauf dieser Prozesse entsteht das schwefelhaltige Thiopropanal-s-oxid, das für seine bakterienabtötende Wirkung seit Jahrhunderten bekannt ist. [3]

Antiallergene Wirkung

Mittlerweile ist bekannt, dass das Flavonoid Quercetin zusätzlich eine antiallergene Wirkung besitzt. Bei Allergikern kommt es nach Kontakt mit dem Allergen (z.B. Baumpollen oder Hausstaub) zur Freisetzung von Histamin aus sogenannten Mastzellen, wodurch eine allergische Reaktion ausgelöst wird. Diese kann sich als Schnupfen (sog. Rhinorrhoe), Husten (sog. Tussis), Rötung (sog. Rubor) oder Gewebeschwellung (sog. Tumor) äußern. Quercetin verhindert das Entleeren (Degranulation) der Mastzellen, wodurch die Histaminfreisetzung unterdrückt wird. [2]

Anwendung & Dosierung

Zwiebeltee

Eine halbe Zwiebel klein schneiden und in 250 ml Wasser für 3-5 Minuten kochen. Anschließend abseihen und mit Honig versüßen. Säuglinge und Kleinkinder erhalten 3-4 Teelöffel täglich. Kinder und Erwachsene können vom Zwiebeltee 2-3 Tassen täglich trinken.

Zwiebelsirup

Eine große Zwiebel würfeln und in ein Glas mit 2 Esslöffeln Zucker geben. Anschließend das Glas gut verschließen und durchschütteln. Die Mixtur für mindestens zwei Stunden ruhen lassen.Kleinkindern können 3-6 halbe Teelöffel täglich angeboten werden. Für Erwachsene empfiehlt sich die Einnahme von 3×2 Teelöffeln pro Tag. [4]

Zu beachten

Bei Husten, der länger als 10 Tage anhält, kann es ratsam sein, einen Arzt hinzuzuziehen. Besondere Vorsicht ist bei Asthmatikern geboten, die an einem grippalen Infekt leiden, da es bei ihnen zu einer akuten Verschlechterung der Symptomatik kommen kann (sog. akute Exazerbation), die stets ärztlich behandelt werden sollte.