Husten Mit Schnupfen: Im Alltag

Husten u. Schnupfen – Sport machen erlaubt?

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Sport beugt der Krankheitsentstehung vor und stärkt den Körper. Es gibt jedoch Situationen, in denen Sport schädlich für den Organismus sein und bleibende Schäden verursachen kann.

Wann es ratsam ist, keinen Sport zu machen und welcher biologischer Zusammenhang dem zugrunde liegt, wird im Folgenden beschrieben.

Medizinische Fakten

Sport trainiert Kreislauf- und Immunsystem. Bei erkältungsbedingtem Husten und Schnupfen können sich jedoch die eigentlich positiven Effekte ins Negative umkehren. Dann kann sportliche Belastung zu folgenreichen gesundheitlichen Einschränkungen führen.

Eine intensive, lang anhaltende sportliche Belastung führt zu einer entzündungsähnlichen Reaktion des Immunsystems. Verantwortlich dafür sind die beim Sport vermehrt ausgeschütteten Stresshormone Adrenalin, Noradrenalin und Kortisol. Diese schwächen die körpereigenen Abwehrkräfte, indem sie Anzahl und Aktivität der Leukozyten verringern. Diese weißen Blutkörperchen sind wichtiger Bestanteil der Immunabwehr, werden sie in ihrer Funktion eingeschränkt, wird der Körper anfällig für Krankheitserreger.

Im gesunden Zustand ist dies nicht negativ, da dadurch das Immunsystem trainiert und auf den Ernstfall vorbereitet wird. Ist der Mensch jedoch krank, führt dies dazu, dass das Immunsystem die Krankheitserreger nicht mehr sinnvoll bekämpfen kann. Die Erkältungs- oder Grippesymptomatik kann dadurch verstärkt werden. [1]

Ob bei Husten und Schnupfen Sport getrieben werden kann, hängt vor allem von der Intensität und weiteren Begleiterscheinungen der zu Grunde liegenden Erkrankung ab. Bei mäßigen Beschwerden kann eine leichte körperliche Aktivität förderlich für den Genesungsprozess sein. Sobald aber Allgemeinsymptome wie Abgeschlagenheit und Fieber bestehen, muss eine Sportpause eingelegt werden. Weiterhin sollte, egal wie stark oder schwach Husten und Schnupfen ausgeprägt sind, immer maximal im unteren Pulsbereich trainiert werden.

Wirkungsweise (Biologischer Zusammenhang)

Bei einer Erkältung mit Husten und Schnupfen befinden sich die Krankheitserreger normalerweise abgegrenzt in den Atemwegen (Trachea, Bronchien, Lunge). Durch intensives Sportmachen wird das Immunsystem so geschwächt, dass die Keime nicht mehr bekämpft werden können. Sie breiten sich über das Blut aus und könne so den ganzen Körper besiedeln. Die Folge kann eine Vielzahl an weiteren Folgeerkrankungen sein. Lebensgefährlich ist dabei insbesondere die Herzmuskelentzündung (Myokarditis). [2] Hierbei wird die Herzinnenseite von Bakterien und Viren besiedelt, welche den Muskel zerstören. Dies führt schließlich zu Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien) welche Kammerflimmern (ventrikuläre Fibrillation) zur Folge haben können. Es kann zu einer lebenslangen Herzschwäche und im schlimmsten Fall zum Tod(Exitus) kommen. [3] Auch eine Blutvergiftung (Sepsis) und Eitergeschwüre(Abszesse) in inneren Organen sind möglich.

Husten oder Schnupfen (Rhinitis), der ohne Fieber und körperliche Allgemeinsymptome wie Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen und Halsschmerzen einhergeht, muss kein Grund für eine Sportpause sein. [4] Durch eine mäßige körperliche Belastung wird die Heilung sogar unterstützt. Die Erwärmung des Körpers beim Sport ist zum einen angenehm, führt aber auch dazu, dass das Immunsystem schneller arbeiten kann. [5]

Risiken

Besondere Vorsicht ist bei Erkrankungen geboten, die mit Fieber (Pyrexie) einhergehen. In diesem Fall sollte der Betroffene unbedingt auf Sport verzichten. Selbst wenn die Krankheit abgeklungen ist, sollte der Betroffene mindestens eine Woche pausieren.

Liegt keine fiebrige Erkrankung vor, kann in Maßen Sport gemacht werden.Outdoor-Sportarten wie Nordic Walking bieten sich an. Von maximaler Kraftbelastung sollte abgesehen werden, um den Organismus nicht zu sehr zu schwächen. [6]

Wurde trotz Husten und Fieber Sport getrieben und haben sich die Krankheitszeichen dadurch verschlimmert oder sind neue dazugekommen, muss umgehend ein Arzt aufgesucht werden.