Erkältung Beginnend: FAQ

Beginnende Erkältung bekämpfen

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Eine beginnende Erkältungskrankheit äußert sich in der Regel durch Halsschmerzen und Schluckbeschwerden (Dysphagie) sowie allgemeine Erschöpfung. Sehr häufig wird eine Erkältung durch eine Infektion mit Viren, meist Rhinoviren oder Adenoviren, verursacht. Bei einem solchen viralen Infekt entwickelt sich oft nach ein bis zwei Tagen zusätzlich Schnupfen (Rhinorrhoe), welcher mit einer verstopften Nasenatmung und Abgang von Schleim (Sekret) über die Nase einhergeht. Klassischerweise hält die Symptomatik eine Woche an, wobei prinzipiell keine spezifische Therapie benötigt wird, um eine Erkältung auszuheilen. Jedoch können verschiedene unterstützende Maßnahmen hilfreich sein, um die Beschwerden zu lindern.

Behandlung bei Erkältung

Im Rahmen einer Erkältungskrankheit können verschiedene Beschwerden auftreten, wobei zu Beginn meist Halsschmerzen sowie Schmerzen beim Schlucken beobachtet werden. Hierbei kann auch trockener Reizhusten auftreten, welcher oft als quälend empfunden wird. Hinzu kann ein allgemeines Krankheitsgefühl mit Abgeschlagenheit, Müdigkeit und körperlicher Erschöpfung entstehen. In diesem Stadium der Erkältungskrankheit ist vor allem eine Stärkung der körpereigenen Abwehrkräfte (Immunsystem) sinnvoll.

Erst im weiteren Verlauf der Erkrankung entsteht eine vermehrte Produktion von Schleim in den Atemwegen, welche zum einen, eineverstopfte Nase mit Abgang von Nasenschleim, zum anderen auch Husten mit Auswurf von Schleim (produktiver Husten) verursacht. Zu diesem Erkrankungszeitpunkt ist eine schleimlösende Therapie empfehlenswert.

Allgemeine Maßnahmen

Grundsätzlich heilt eine Erkältungskrankheit ohne therapeutische Maßnahmen von selbst aus. Abhängig von der individuellen körperlichen Verfassung, eventuellen Vorerkrankungen und des Alters des Erkrankten, dauern die Beschwerden sieben Tage oder mehr an. Besonders Menschen mit langjährigen Lungenerkrankungen können von einem verlängerten (prolongierten) Krankheitsverlauf betroffen sein.[1]Unabhängig davon, sind die folgenden allgemeinen Maßnahmen bei Erkältung ratsam:

  • Das Einhalten einer körperlichen Schonung durch Bettruhe oder zumindest der Verzicht auf Sport oder körperliche Belastung.
  • Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr durch Trinken von Wasser oder lauwarmem Tee.
  • Auf eine ausgewogene und vitaminreiche Ernährung achten.
  • Vermeidung einer Exposition mit zusätzlichen Schadstoffen, welche die Atemwege reizen. Hierzu gehören beispielsweise Tabakrauch, Staub, Autoabgase und organische Lösungsmittel.

Hausmittel/Anwendung

Im folgenden Textabschnitt soll auf verschiedene pflanzliche Wirkstoffe eingegangen werden, die sich sehr gut zum Bekämpfen von Erkältungsbeschwerden eignen. Zu jedem pflanzlichen Wirkstoff soll zusätzlich eine Anleitung zur Zubereitung diverser Hausmittel erläutert werden.

Holunder (Sambucus nigra)

Der Holunder zählt zur Familie der Geißblattgewächse und enthält in seinen Blüten wertvolle Wirkstoffe. Hierzu zählen besonders die zu den sekundären Pflanzenstoffen gehörenden Flavinoide, welche eine entzündungshemmende (antiinflammatorische), abschwellende (antiödematöse) und schmerzlindernde (analgetische) Wirkung besitzen. [2]

Holunderblüten-Schwitztee: 4 gehäufte Teelöffel Holunderblüten mit ½ Liter kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen. Denn warmen Tee zeitnah austrinken und anschließend den Körper gut zudecken.

Durch übermäßigen Verzehr kann es zu Übelkeit und Durchfall als Nebenwirkung kommen.[3]

Zwiebel (Allium cepa)

Die Zwiebel ist ebenfalls reich an Flavonoiden und eignet sich daher ebenfalls besonders gut zur Therapie von Erkältungskrankheiten. Experten meinen sogar, dass die Wirkstoffe der Zwiebel eine Erkältung vorbeugen können, da sie gegen Viren und Bakterien wirksam (antiviral und antibakteriell) sind.

Zwiebelsaft: Eine ganze Küchenzwiebel fein zerhacken und mit 3 Esslöffeln Zucker vermischen. Hinzu wird 1/8 Liter Wasser gegeben und die Mischung einige Minuten lang aufgekocht und anschließend über mehrere Stunden abgekühlt. Danach den Ansatz gut auspressen und vom Saft drei- bis fünfmal täglich 1 bis 2 Teelöffel trinken.[4]

Medikamente

Zinkpräparate

Eine aufkommende Erkältung kann früh bekämpft werden, indem das Immunsystem gestärkt wird. In diesem Zusammenhang konnten Studien nachweislich zeigen, dass die Einnahme von Zinkpräparaten am Anfang einer Erkältung einen positiven Effekt auf die Heilung ausübt und sich die Krankheitsdauer um einige Tage verkürzt.Darüber hinaus konnten Forscher nachweisen, dass die regelmäßige Einnahme von Zink auch Erkältungskrankheiten vorbeugen kann. [5] 

In der Apotheke sind rezeptfrei diverse Präparate erhältlich. Hierbei werden Tabletten, von Brausetabletten und Lutschtabletten unterschiedlicher Firmen unterschieden. Eine Dosierungsempfehlung kann jedoch bestenfalls nach Bestimmung des individuellen Zinkspiegels im Blut erfolgen, da sowohl ein Zinkmangel, als auch ein Zinküberschuss schädlich für das Immunsystem sind. [6]Experten raten im Allgemeinen zu einer durchschnittlichen Einnahme von 75 mg Zink pro Tag. Hierbei ist darauf zu achten, dass Zink zu Magen-Darm-Beschwerden führen kann. [5]

Ibuprofen und Paracetamol

Auf die Anwendung von entzündungshemmenden Wirkstoffen, wie Ibuprofen und Paracetamol sollte wenn möglich verzichtet werden, da sie mit vielen Nebenwirkungen einhergehen können und die Erkältungskrankheit auch ohne Therapie gut ausheilt. Sollten jedoch Kopf-und Gliederschmerzen unerträglich werden oder das Fieber über 38° C ansteigen, kann die Einnahme von jenen Wirkstoffen hilfreich sein. Sowohl Ibuprofen, als auch Paracetamol wirken fiebersenkend (antipyretisch), schmerzlindernd (analgetisch) und entzündungshemmend (antiinflammatorisch). Studien konnten jedoch zeigen, dass die Einnahme jener Wirkstoffe ausschließlich zur symptomatischen Therapie der Begleitbeschwerden geeignet ist und nicht zur Heilung selbst beitragen können. Demnach können nur die Symptome bekämpft werden, nicht jedoch die Erkältung selbst. [7]

Prinzipiell können die Wirkstoffe Ibuprofen und Paracetamol bei Bedarf bis zu dreimal täglich eingenommen werden, wobei auf eine Anwendung nach den Mahlzeiten geachtet werden muss. Beide Wirkstoffe sind stark magenreizend und können besonders in Kombination mit Glukokortikoiden (Wirkstoffe, die das Immunsystem hemmen) Magengeschwüre verursachen. Zudem ist Paracetamol giftig (toxisch) für die Leber (hepatotxisch) und Ibuprofen schädlich für die Nieren (nephrotoxisch).

Zu beachten

Jede Erkältung heilt von selbst folgenlos innerhalb von meist 7 Tagen aus. Jegliche Hausmittel und Medikamente helfen lediglich die Beschwerden zu lindern. Einzig und allein die Einnahme von Zink kann nachweislich die Krankheitsdauer verkürzen. Sollten die Symptome trotz körperlicher Schonung länger als 7 Tage anhalten, sollte in jedem Falle ein Arzt aufgesucht werden, um andere Ursachen auszuschließen.

Besonders Menschen mit einer vorbestehenden Lungenerkrankung sollten frühzeitig zum Arzt gehen, da durch einen viralen Infekt eine akute Verschlechterung der Lungenfunktion auftreten kann (akute Exazerbation). Diese kann unter Umständen mit Atemnot einhergehen. Hier sollte auf Hausmittel und Selbsttherapie daher verzichtet werden.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung