Erkältung Mit Halsschmerzen: Im Alltag

Sauna bei Erkältung u. Halsschmerzen?

© PantherMedia / Kirill Ryzhov

In Studien zeigte sich bei Menschen, die regelmäßig in die Sauna gehen, eine geringere Anfälligkeit für grippale Infekte.[1] Im Folgenden werden die medizinischen Fakten zu der Frage erläutert, ob Saunieren auch zu empfehlen ist, wenn eine Erkältung schon besteht, oder wenn sich ein grippaler Infekt z.B. mit Halsschmerzen ankündigt. Es wird der biologische Zusammenhang erklärt und schließlich dargestellt, was es besonders zu beachten gilt.

Medizinische Fakten

In der Sauna wird durch die hohe Umgebungstemperatur auch die Körpertemperatur erhöht. Der Körper muss darauf reagieren und es kommt zu Anpassungsvorgängen, die auf lange Sicht bei gesunden Menschen die Widerstandskraft gegen Infekte stärken können. Andererseits kann die Sauna eine Belastung für den Kreislauf darstellen. Dies gilt vor allem für Menschen mit chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Aktivität des Immunsystems wird kurzfristig sogar verringert, was die Gefahr birgt, dass bestehende Infekte schlimmer werden oder weitere Infektionen dazukommen können.[2] Es kann sich beispielsweise eine Mittelohrentzündung (Otitis media), Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) oder Lungenentzündung (Pneumonie) entwickeln.[3] Bei Halsschmerzen oder anderen Zeichen einer Erkältung ist daher von keiner positiven Wirkung durch die Sauna auszugehen. Auf keinen Fall sollte die Sauna bei Fieber (Körpertemperatur über 38°C) aufgesucht werden. Neben den negativen Folgen für den Verlauf der Krankheit ist die Belastung für den Kreislauf problematisch.[4] Es kann in diesem Fall sogar zum Kreislaufkollaps und zum Bewusstseinsverlust kommen.[5]

Biologischer Zusammenhang

Die schützende Wirkung regelmäßiger Saunagänge wird unter anderem mit einer langfristigen Beeinflussung des Immunsystems erklärt. So können bei regelmäßigem Saunieren mehr natürliche Killerzellen im Blut nachgewiesen werden.[6] Diese haben eine wichtige Rolle bei der Abwehr von Krankheitserregern.[7] Auch sind höhere Interferon-Spiegel messbar. Interferone sind Botenstoffe des Immunsystems.[8] Anders verhält es sich aber bei einer bestehenden Erkältung. Der Temperaturunterschied zwischen Körper und Umgebung in der Sauna ist stets eine Stresssituation für den Körper, die Anpassungsmechanismen erfordert. Dies kann vorübergehend zu einer Unterdrückung des Immunsystems führen.[9] Ein Grund dafür ist, dass im Körper bei Stress vermehrt Kortison ausgeschüttet wird.[10] Kortison verringert die Aktivität des Immunsystems.[11] Ein grippaler Infekt kann dann sogar schlimmer werden und andere Erreger können eine Folgeinfektion verursachen. Besteht außerdem Fieber, ist die Temperaturregulation des Körpers nicht vorrangig auf die Umgebungstemperatur ausgerichtet.[12] Die erhöhte Körpertemperatur ist vielmehr ein Zeichen der Immunreaktion.[13] So kann es zu Anpassungsproblemen des Körpers bei den Temperaturen in der Sauna kommen, die sich in Kreislaufproblemen äußern können.[14]

Zu beachten

Generell sollte vor allem das persönliche Wohlbefinden ausschlaggebend sein, ob ein Saunabesuch stattfinden und wie lange er dauern kann. Bei einer leichten Verkühlung kann die Wärme der Sauna subjektiv die Beschwerden durchaus lindern. Bei chronischen Erkrankungen, insbesondere des Herz-Kreislauf-Systems, sollte aber auch in diesem Fall zuvor ärztlicher Rat eingeholt werden. Dies gilt beispielsweise auch für Asthmatiker, bei Schilddrüsenproblemen und bei Schwangerschaft. Mit einer akuten Erkrankung sollte die Sauna grundsätzlich nicht aufgesucht werden.[15] Hier ist auf Krankheitszeichen zu achten, wie z.B. Halsschmerzen, Husten oder Schnupfen. Diese können Zeichen einer Vielzahl von Erkrankungen sein. Nicht nur Erkältungen, sondern auch die echte Grippe kann auf diese Weise beginnen.[16] Sind solche Symptome schon vorhanden, sollte nicht das Risiko eingegangen werden, durch die Sauna die Krankheit noch zu verschlimmern.[17]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung