Erkältung Mit Schnupfen: FAQ

Nase läuft (Erkältung) – was tun?

© PantherMedia / ilze79

Erkältungen bzw. grippale Infekte gehören nicht nur zu den häufigsten Erkrankungen der oberen Atemwege, sondern wohl auch zu den nervigsten Erscheinungen der kühleren Monate des Jahres. Ursache für die laufende Nase und dem schmerzenden Hals ist in den meisten Fällen eine Infektion(Ansteckung) mit Viren (vor allem Rhinoviren), welche die Nasenschleimhaut gerne als Eintrittspforte in den Körper verwenden, dort eine Entzündung hervorrufen und sich anschließend im Körper verteilen können. Etwa 1–3 Tage, nachdem ein solches Virus den Weg in den Körper gefunden hat, treten die ersten Symptome einer Erkältung auf. [1][2] Dazu gehören vor allem eine verstopfte und laufende Nase, Husten, Kopf-, Hals- und Gliederschmerzen sowie in manchen Fällen leichtes Fieber. [3]

Zu Beginn (Initialstadium) schwillt die Nasenschleimhaut an und es kommt zu einem verminderten Geruchsvermögen (Hyposomie). In den folgenden Tagen beginnt die Nasenschleimhaut, klaren Schleim zu produzieren, und die Atmung durch die Nase ist durch die stetige Nasenschleimhautschwellung erschwert (exsudatives Stadium). Nicht selten kommt es zu einer zusätzlichen Besiedelung der Nasenschleimhaut mit Bakterien (bakterielle Superinfektion), wobei ein gelblich-grünlich-eitriger Schleim produziert wird. Hierbei besteht eine größere Gefahr, die besiedelten Krankheitserreger in angrenzende anatomische Strukturen wie etwa die Nasennebenhöhlen oder das Mittelohr zu verschleppen. [4] Was tun, wenn die Nase läuft und die Erkältungssymptome sich langsam breitmacht? Folgende Tipps sollen helfen, die Erkältung in den Griff zu bekommen.

Behandlung bei Erkältung

Eine laufende Nase kann mehrere Ursachen haben. Obwohl in den meisten Fällen Viren die Auslöser darstellen, kann es sich auch um eine Überreaktion des Immunsystems (Allergie) auf bestimmte allergieauslösende Stoffe(Allergene) handeln. Bei der sogenannten allergischen Rhinitis(Pollenallergie, Heuschnupfen) treten ähnliche Symptome wie bei einem herkömmlichen Schnupfen auf. Zusätzlich werden Augenjucken und Bindehautentzündung (Konjunktivitis) beobachtet, die bei einer durch Viren ausgelösten Erkältung nicht vorkommen. [5][6]

Sehr wichtig ist außerdem die Unterscheidung zwischen einem grippalen Infekt und der „echten Grippe“ (Influenza). Beide werden zwar von Viren ausgelöst und haben ähnliche Symptome, unterscheiden sich jedoch im Verlauf der Erkrankung. Im Gegensatz zur herkömmlichen Erkältung treten bei der Influenza innerhalb der ersten vier Tage nach Ansteckung sehr starke Kopf- und Muskelschmerzen und sehr hohes Fieber auf. In manchen Fällen, vor allem bei älteren bzw. immungeschwächten Menschen, kann eine „echte Grippe“ auch tödlich verlaufen. [7] Bei einer Nase, die läuft, handelt es sich jedoch in den meisten Fällen um eine altbekannte Erkältung bzw. einen Schnupfen. Sie kann mit folgenden Maßnahmen leichter bekämpft werden.

Allgemeine Maßnahmen

Was der Körper in Zeiten einer Erkrankung vor allem braucht, ist Ruhe, Entspannung und Schlaf. Während des Schafes können Energiereserven effizient für die Abwehr gegen eingedrungene Krankheitserreger verwendet werden. [8]

Es sollte auf Sport oder anstrengende körperliche Arbeit verzichtet werden, da dies zu einer Verschlechterung und Hinauszögerung der Erkältungssymptomatik führen kann. In extremen Fällen kann sich auf Basis einer Erkältung bei unzureichenden Erholungsphasen sogar eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis) entwickeln. [9][10] Auch vermehrtes Einatmen von kalter Luft, vor allem in den kälteren Monaten des Jahres, kann die Genesung verzögern. Es kommt durch die eingeatmete Kälte zu einer Verengung der Blutgefäße (Vasokonstriktion),was eine Minderversorgung der Atemwege mit Blut nach sich zieht. Da Abwehrzellen gegen Krankheitserreger über das Blut transportiert werden, fehlen diese genau dort, wo sie gebraucht werden, nämlich in den Atemwegen, was die Heilung verzögern kann. [11]

Auf das Rauchen von Zigaretten sollte gänzlich verzichtet werden, da das im Zigarettenrauch enthaltene Nikotin zu einer Lähmung der in den Atemwegen befindlichen Flimmerhärchen führt. Diese kleinen Flimmerhärchen haben die Aufgabe, Schmutzpartikel und krankmachende Erreger in Richtung Mund- und Nasenöffnung zu befördern, um sie dort aus dem Körper auszuscheiden. Fehlt dieser wichtige Mechanismus, so bedeutet das einen Vorteil für Krankheitserreger und sie können sich leichter ausbreiten. [12]

Hausmittel/Anwendungen

Kamille hat viele heilende Eigenschaften. Einerseits wirkt sie antibakteriell und entzündungshemmend, andererseits entspannend und schmerzlindernd. Wird sie in Form von heißem Kamillentee getrunken, so kommen nicht nur die Wirkungen der Kamille zum Tragen, sondern die durch die Wärme verbesserte Durchblutung des Kopfbereiches fördert die Genesung. [13][14]

Salzwasserspülungen oder -inhalationen unterstützen die Beweglichkeit der Flimmerhärchen in den Atemwegen, indem sie für eine gute Befeuchtung der Schleimhäute sorgen. Bei Spülungen wird Salzwasser direkt in die Nase eingeführt, bei Inhalationen der bei kochendem Salzwasser entstehende Dampf eingeatmet. [15] Saunabesuche fördern durch die heiße Umgebungsluft einerseits die Durchblutung und folglich die Häufigkeit von Immunzellen in den Atemwegen, andererseits vermindern sie die Vermehrung der Krankheitserreger durch Erhöhung der Körpertemperatur. Eine kalte Dusche nach der Sauna stellt jedoch wieder eine Belastung dar und sollte durch eine lauwarme Abkühlung ersetzt werden. [16][17][18]

Medikamente

Xylometazolin

Zählt zu den sogenannten alpha-Sympathomimetika. Das sind Wirkstoffe, welche die blutgefäßverengende Wirkung(Vasokonstriktion) des autonomen Nervensystems imitieren und so eine Abschwellung der Nasenschleimhaut herbeiführen. Dieser Wirkstoff ist vor allem dann, wenn die Nase läuft und die Nasenatmung sehr behindert ist, ausgesprochen effektiv. Er ist von allem als Nasenspray im Handel erhältlich. Dieses Medikament darf jedoch nicht eingenommen werden, wenn Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit („Verkalkung“ der Herzkranzgefäße) oder ein erhöhter Augeninnendruck bestehen. Auch die gleichzeitige Einnahme von bestimmten Medikamenten gegen Depressionen (MAO-Hemmer) ist nicht angezeigt. NASIC®, OTRIVIN® Schnupfen 0,1% oder RINOSEDIN® 0,1% enthalten beispielsweise den Wirkstoff Xylometazolin. Meist als Spray oder Tropfen erhältlich, kann 2–3-mal täglich 1 Tropfen/Hub pro Nasenloch angewandt werden. Allgemein sollte Xylometazolin nicht länger als eine Woche am Stück verwendet werden. [19]

Acetylsalicylsäure

Dieser Wirkstoff hat entzündungshemmende (antiphlogistische), schmerzlindernde (analgetische), fiebersenkende (antipyretische) und „blutverdünnende“ (thrombozytenaggregationshemmende) Wirkungen, die durch Hemmung der Prostaglandinbildung zustande kommen. Acetylsalicylsäure darf nicht gemeinsam mit Alkohol, blutzuckersenkenden Medikamenten (Antidiabetika) sowie mit anderen „blutverdünnenden“ Arzneien eingenommen werden. Außerdem sollte bei Bestehen eines Leber- oder Nierenschadens und bei bestehendem Magen- oder Darmgeschwür auf die Einnahme von Acetylsalicylsäure verzichtet werden. Zum Beispiel Aspirin®, ThromboASS® oder Alka-Seltzer® beinhalten Acetylsalicylsäure und können als 500-mg-Einzeldosis 2–3-mal täglich eingenommen werden. [20]

Zu beachten

Eine Erkältung bzw. ein Schnupfen sollte nicht länger als 8 bis 10 Tage andauern. Bei einer Verschlechterung der Symptome oder bei einer Krankheitsdauer von über 10 Tagen sollte ein Arzt zurate gezogen werden. Wenn Sekret aus den Nasennebenhöhlen nicht ausreichend abfließen kann, besteht vermehrte Gefahr, dass sich vor allem bei einer bakteriellen Superinfektion eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) entwickelt. [21] Eventuell ist es notwendig, eine Therapie mit Antibiotika zu beginnen. [22]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung