Grippe: Therapie & OP

Wann bei Grippe zum Arzt?

© PantherMedia / Tom Baker

Oftmals wird eine echte Grippe mit einer einfachen Erkältung verwechselt. Andere Bezeichnungen für eine Erkältung sind grippaler Infekt oder Verkühlung. Obwohl die Bezeichnungen und manche Symptome des „grippalen Infektes“ und der „Grippe“ ähnlich sind, sind dies 2 unterschiedliche Erkrankungen. Dieser Text soll die Unterschiede verdeutlichen, damit eine echte Grippe erkannt wird und rechtzeitig ein Arzt aufgesucht werden kann[4].

Wie erkenne ich eine echte Grippe?

Zuerst werden die Symptome eines grippalen Infektes beschrieben, damit der Unterschied zu einer echten Grippe verdeutlicht wird.

Der grippale Infekt wird von Viren ausgelöst, wobei heutzutage über 200 verschiedene Arten bekannt sind. Die Viren gelangen in den Nasen- und Rachenraum und können sich dort vermehren und ausbreiten. Innerhalb von 2 bis 5 Tagen treten folgende Symptome auf:

  • Laufende oder verstopfte Nase
  • Husten, anfangs meist zähflüssiger Auswurf und teilweise Reizhusten. Später Husten mit Auswurf
  • Leichtes Fieber
  • Allgemeines Krankheitsgefühl, teilweise Kopfschmerzen

Der grippale Infekt dauert ungefähr eine Woche und heilt danach aus. Falls die entzündeten Atemwege sich zusätzlich mit Bakterien infizieren, dann kommt Husten mit gelblichen bis grünlichen Auswurf und starkes Fieber hinzu. In diesem Fall kann eine Erkältung bis zu 2 Wochen andauern.

Die echte Grippen hingegen, auch Influenza genannt, wird durch Grippeviren (Influenzaviren) ausgelöst. Die Viren gelangen durch verunreinigte Gegenstände (Kontaktinfektion) oder durch infektiöse Sekrettröpfchen (Tröpfcheninfektion) in den Nasen- und Rachenraum. In 1/3 der Fälle verläuft die Infektion symptomlos, in 1/3 der Fälle als leichte Erkältung und in 1/3 der Fälle ist die Krankheit nach einer Inkubationszeit von 1 bis 4 Tagen gekennzeichnet durch einen plötzlichen und starken Krankheitsbeginn.

  • Hohes mehrtägiges Fieber und anfangs Schüttelfrost (Fieberanstieg
  • )Starker trockener Husten durch die Entzündung von den Bronchien (luftleitenden Wegen), Luftröhre (Trachea) und Kehlkopf (Larynx)
  • Heftige Kopf-, Glieder- und Muskelschmerzen
  • Abgeschlagenheit und Erschöpfungsgefühl
  • Verstopfte oder laufende Nase, teilweise Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)
  • Oftmals noch Wochen nach der Grippe anhaltendes Gefühl von Schwäche und Müdigkeit (verzögerte Rekonvaleszenz)

Die Symptome mögen viele Menschen bereits am eigenen Leib erlebt haben. Das gefährliche an der echten Grippe sind jedoch Folgeerkrankungen,Spätfolgen und die akuten Auswirkungen bei Risikogruppen wie Kindern und alten Menschen[1][4].

Wann bei einer echten Grippe zum Arzt?

Im Allgemeinen sollte bei einer starken Grippe mit folgenden Symptomen ein Arzt aufgesucht werden.

  • Kontinuierliches und anhaltend hohes Fieber (über 3 Tage)
  • Luftnot und Schwierigkeiten beim Atmen
  • Blutiger Auswurf oder starke Brustschmerzen beim Husten (meist ist die Schleimhaut durch das ständige Husten und die Grippeviren verletzt)
  • Kreislaufprobleme (durch starkes Fieber oder starken Flüssigkeitsverlust)
  • Gelblicher bis grünlicher Auswurf (Zeichen einer zusätzlichen Infektion mit Bakterien)
  • Verwirrtheit; Das hohe Fieber und der Flüssigkeitsverlust kann bei älteren Menschen zu akuten und gefährlichen Verwirrtheitszuständen (Delir) und Kreislaufschwäche führen.
  • Wenn sich die Beschwerden über Tage nicht bessern oder verschlimmern

Wenn Symptome einer Grippe bei Kindern, älteren Menschen, Menschen mit Abwehrschwäche oder Schwangeren auftreten, dann muss umgehendein Arzt aufgesucht werden. Bei diesen Risikogruppen sind Folgeerkrankungen und Komplikationen häufig zu beobachten!

Eine generelle Komplikation ist die Lungenentzündung (Pneumonie). Die Influenzaviren können durch die luftleitenden Wege (Bronchien) in die Lunge hinabsteigen und dort eine Entzündung hervorrufen. Eine andere Möglichkeit ist, dass sich Bakterien in den geschädigten Schleimhäuten der Atemwege einnisten und auch eine Lungenentzündung hervorrufen (bakterielle Superinfektion). Symptome äußern sich wie folgt:

  • Luftnot (Dyspnoe)!Manchmal kommt es durch den Sauerstoffmangel im Blut zu einer Blaufärbung (Zyanose) der Fingernägel, Lippen und Gaumen
  • Schnelle Atmung und schneller Puls durch die verminderte Sauerstoffaufnahme
  • Husten mit (rostbraunen) Auswurf; Kleinkinder können sich durch das starke Husten erbrechen
  • Bei alten Menschen können Verwirrtheitszustände auftreten

Die Grippeviren können den Herzmuskel angreifen. Oftmals geschieht dies, wenn die Grippe nicht richtig auskuriert und der Körper zu zeitig belastet wird. Dies ist eine Spätfolge, welche meist bei Kindern oder jungen Erwachsenen auftritt. Folgen können unter anderem Herzrhythmusstörungen,Wassereinlagerungen und Herzklopfen sein. Dies muss bei Bemerken unbedingt ärztlich behandelt werden[1] [3][4].

Speziell bei Kindern:

Besonders bei Kindern kann es durch die Grippeviren zu einer Mittelohrentzündung (Otitis media) kommen. Symptome sind Ohrenschmerzen, blutige Bläschen im Gehörgang und Schwerhörigkeit. Falls sich die Entzündung auf das Innenohr ausbreitet, können ernste langwierige Schäden auftreten (Tinnitus und anhaltender Schwindel). Bei diesen Zeichen muss unbedingt ein Arzt aufgesucht werden[2].

Eine Kehlkopfentzündung bei Kleinkindern kann einen Pseudokrupp auslösen. Symptome sind anfallartiger bellender Husten, Luftnot,Heiserkeit, Panik und Aufstellen der Nasenflügel beim Einatmen (Nasenflügeln). Bei schweren oder wiederkehrenden Anfällen droht das Kind zu ersticken. Ein Arzt muss umgehend hinzugezogen werden[4].

Selten können die Viren bei Kindern und jungen Erwachsenen die Hirnhäute (Meningen) befallen und eine Hirnhautentzündung auslösen. Bei Symptomen wie Bewusstseinsstörungen, Krampfanfällen und Nackensteifigkeit muss umgehend ein Arzt aufgesucht oder Notarzt informiert werden[4].

Vor dem Ausbruch der Grippe zum Arzt?

Nicht immer muss bis zum Ausbruch der Grippe gewartet werden. In der kalten Jahreszeit ist der menschliche Körper besonders anfällig für eine Infektion mit den Grippeviren. Eine schützende Maßnahme ist eine präventive Impfung. 2 Wochen nach der Impfung hat sich der Schutz voll entfaltet. Die folgenden Personengruppen gelten als Zielgruppen für die Impfung laut der ständigen Impfkommission[3]:

  • Personen über 60 Jahren (bei älteren Menschen kann die Grippeimpfung wesentlich dazu beitragen, Komplikationen, Krankenhausaufenthalte und Todesfälle zu verringern)
  • Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit einem schweren Grundleiden (Asthma, Herzleiden, Leber – und Nierenkrankheiten uvm.)
  • Personen mit erhöhter Gefährdung bei der Ansteckung wie medizinisches Personal, Personen die in sozialen Einrichtungen arbeiten (Kindergarten)
  • Personen mit Kontakt zu Geflügel und Wildvögel

Zu beachten bei Grippe

Die Grippe sollte als Erkrankung ernst genommen werden und komplett auskuriert werden, damit diese nicht wieder aufflammt oder Komplikationen verursacht. Die genannten Risikogruppen sollten nicht zögern einen Arzt aufzusuchen. Auch bei langanhalten leichten Grippesymptomen kann einer ärztlicher Rat eingeholt werden.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe