Husten: Rezepte

Hustensaft aus Zwiebeln herstellen

© PantherMedia / Heike Rau

Husten (Tussis) ist ein sehr unangenehmes Symptom, bei dem die Betroffenen viele verschiedene Hausmittel und Produkte aus der Apotheke ausprobieren, um ihn zu behandeln. Hustensäfte können neben den Fertigpräparaten auch selbst hergestellt werden, zum Beispiel aus dem Saft der Zwiebel (Allium cepa). Worauf der heilende Effekt der Zwiebeln beruht, wie ein Hustensaft selbst zubereitet wird und worauf geachtet werden sollte, wird im Folgenden erklärt.

Biologischer Prozess

Die Zwiebel (syn.: Zwiebellauch, Bolle, Gemeine Zwiebel) enthält zahlreiche heilsame Inhaltsstoffe, dazu zählen unter anderem: [1]

  • ätherische Öle
  • Vitamine (z.B. Vitamin C)
  • ß- Carotin (Carotinoide)
  • Jod, Zink, Phosphor
  • Schwefelverbindungen (Sulfide)
  • Antioxidantien

Bei Husten, der meist durch Entzündungen der Rachen- und Kehlkopfschleimhaut (Pharyngitis; Laryngitis) oder der Bronchien (Bronchitis) hervorgerufen wird, spielen vor allem die Antioxidantien eine wichtige Rolle. Zu den antioxidativen Inhaltsstoffen zählen Aromastoffe, das Flavonoid Quercetin und das Polyphenol Anthocyanin. Diese haben eine antibakterielle Wirkung, hemmen Entzündungsprozesse (antiphlogistisch) und stillen den Hustenreiz (antitussive Wirkung). [2] Außerdem werden zellschädigende Substanzen bekämpft und gleichzeitig das Immunsystem stimuliert. Auf diese Weise wird die körpereigene Abwehr gestärkt: Entzündliche Prozesse heilen schneller ab und Keime werden effektiver bekämpft.

Die Carotinoide haben ebenfalls antioxidative Eigenschaften, wirken gleichzeitig aber noch immunmodulatorisch. Die enthaltenen Schwefelverbindungen hemmen entzündliche Prozesse, indem sie für eine verringerte Ausschüttung von Botenstoffen (Prostaglandine) sorgen, die normalerweise das Entzündungsgeschehen fördern. Daneben handelt es sich bei Sulfiden umantimikrobielle Stoffe. Das ist besonders wichtig, wenn der Husten durch Entzündungen bedingt ist, die von Bakterien verursacht worden sind (Mischinfektion). [3] Zum Beispiel wirken sie antibakteriell gegen das Bakterium Pseudomonas aeruginosa, das schwere Lungenentzündungen auslösen kann.
Das enthaltene Thiosulfinat, das für die Schärfe der Zwiebel mitverantwortlich ist, wirkt schleimlösend und auswurffördernd. [4]
Zusammenfassend lassen sich den Inhaltsstoffen der Zwiebel unter anderem folgende Wirkungen nachweisen:

  • antibakteriell
  • entzündungshemmend (antiphlogistisch)
  • auswurffördernd & schleimlösend
  • fiebersenkend (antipyretisch)
  • blutbildend
  • krampflösend (antikonvulsiv)

Anwendung und Dosierung

Zur Herstellung von Hustensaft eignen sich am besten frische und rote Zwiebeln, da diese fast doppelt so viel Antioxidantien enthalten, wie die hellen Sorten. [5]

Für die Zubereitung werden folgende Zutaten benötigt:

  • 500 g Zwiebeln
  • 1 Liter Wasser
  • 5 Esslöffel Honig
  • Saft von 5 Zitronen

Die Zwiebeln fein hacken und mit dem Wasser übergießen. Den Honig und den Zitronensaft dazugeben und die Mischung zum Kochen bringen. Auf kleiner Flamme eine Zeit lang (mindestens eine halbe Stunde) durchziehen lassen. Danach kann das heiße Gemisch durch ein Küchentuch gefiltert und die Flüssigkeit dabei abgefangen werden. Nachdem der Saft gut abgekühlt ist, können ein- bis zwei Esslöffel davon schwach erwärmt mehrmals täglich und bei Bedarf eingenommen werden. Neben dem guten Geschmack wirkt der Honig auch als schleimlösendes Mittel und unterstützt somit die Wirkung der Zwiebeln. [6][7]

Alternativ kann auch ein Zwiebelhonig zubereitet werden, der geschmacklich etwas süßer schmeckt. Dafür werden pro Zwiebel drei Esslöffel Honig gebraucht. Die Zwiebel würfeln und mit dem Honig in ein verschließbares Glas geben. Mindestens 6 bis 24 Stundenim Kühlschrank stehen lassen, in dieser Zeit werden die Inhaltsstoffe aus den Zwiebelstücken herausgelöst und vermischen sich mit dem Honig. Nach dem Ruhen das Gemisch durch ein grobes Sieb geben. Den Zwiebelhonig mehrmals am Tag mit einem Teelöffel einnehmen. [8]

Zu beachten:

Der Hustensaft aus Zwiebel und Honig ist nicht unbegrenzt haltbar und sollte dementsprechend nicht auf Vorrat zubereitet werden. Festverschlossen im Kühlschrank hält er einen Tag, danach ist eine frische Zubereitung empfohlen. Es sollte auch beachtet werden, dass durch die regelmäßige Einnahme des Zwiebelgemischs ein typischer Zwiebelatem entsteht. An den für Außenstehende meist unangenehmen Mundgeruch sollte gedacht werden, wenn zum Beispiel trotz der Hustenbeschwerden der Arbeitsplatz aufgesucht wird.