Husten Beim Baby: Ursachen

Baby hat Husten nach Impfung

© PantherMedia / Ruslan Olinchuk

Impfungen gehören zu den wichtigsten präventiven Maßnahmen gegen viele Infektionskrankheiten. Moderne Impfstoffe sind im Allgemeinen sehr gut verträglich. In einzelnen Fällen kann es zu unerwünschten Nebenwirkungen, wie zum Beispiel Husten (Tussis) kommen. Bei den Nebenwirkungen handelt es sich meistens um harmlose Symptome, die im Rahmen der geschwächten Immunabwehr in Folge einer erfolgreichen Auseinandersetzung des Immunsystems mit dem Impfstoff auftreten können.

Medizinische Fakten

Von der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut werden Impfungen für Säuglinge, Babys, Kleinkinder und Jugendliche gegen folgende Infektionskrankheiten empfohlen:

  • Diphtherie
  • Tetanus (Wundstarrkrampf)
  • Keuchhusten (Pertussis)
  • Kinderlähmung (Poliomyelitis)
  • Haemophilus influenzae Typ B (Hib)
  • Hepatitis B
  • Masern, Mumps und Röteln (MMR)
  • Windpocken (Varizellen)
  • Pneumokokken
  • Meningokokken
  • Rotaviren
  • Grippe (Influenza) z. B. für Kinder mit chronischen Erkrankungen

Diese sollten in der Regel innerhalb der ersten beiden Lebensjahre durchgeführt werden. Im Allgemeinen sind Impfungen sehr gut verträglich. Wie jedes Arzneimittel können auch Impfstoffe in einzelnen Fällen zu Nebenwirkungen führen, die allerdings eher selten und meist harmlos sind. So kann es gelegentlich zu leichten Schmerzen, einer Schwellung und Rötung an der Impfstelle kommen.

Zu den Impfreaktionen, die im Rahmen der Immunantwort bei einem Baby auftreten können, gehören Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber unter 38,5 °C, Unwohlsein, Müdigkeit, Unruhe, Durchfall oder erkältungsähnliche Krankheitszeichen wie zum Beispiel Schnupfen oder Husten. [1] [2] [3] Diese Symptome treten in aller Regel in den ersten ein bis zwei Tagen nach der Impfung auf, sind nicht gefährlich und von kurzer Dauer.

Biologischer Zusammenhang

Bei einer Impfung werden dem Körper durch eine Injektion eines Impfstoffs abgetötete oder abgeschwächte Krankheitserreger (Viren, Bakterien), oft auch nur deren Bestandteile oder unschädlich gemachte bakterielle Giftstoffe (Toxine) zugeführt. [4] Diese können keine Erkrankung auslösen, enthalten aber noch ihre Antigene (Oberflächenproteine) und somit ihre immunologische Wirkung.

Die Antigene des Infektionserregers oder seines Toxins werden vom körpereigenen Immunsystem sofort als fremd erkannt und regen eine volle Antikörperbildung an, wie bei einer echten Infektion. [4] [5] [6] Antikörper sind hochspezifische Eiweißmoleküle (Immunglobuline), die von B-Lymphozyten gebildet werden und mit diesen anschließend eine spezifische, biochemische Bindung eingehen. Dadurch geht die krankmachende Wirkung des Antigens der Krankheitserreger und Toxine verloren. [5] [7]

Bei einer erneuten Infektion mit demselben „echten“ Krankheitserreger ist der Körper immun, das heißt geschützt. Die bereits im Blut vorhandenen spezifischen Antikörper können den eingedrungenen Erreger rasch erkennen und bekämpfen. [7] [8] Die Immunität hält bei manchen Krankheiten ein Leben lang (Langzeitimmunität), bei anderen nur für kurze Zeit, so dass bestimmte Impfungen wiederholt werden müssen (Auffrischimpfungen).

Im Rahmen der Auseinandersetzung des Körpers mit den Impfsubstanzen kann es zu einem allgemein leicht geschwächten Immunsystem kommen. Infolge dessen können erkältungsähnliche Krankheitszeichen, wie zum Beispiel Husten, beim Baby verstärkt auftreten. Husten, Schnupfen oder andere auftretende Symptome, wie zum Beispiel leichtes Fieber, sind allerdings kein Grund zur Sorge. Sie sind in der Regel ein Zeichen dafür, dass das Immunsystem des Babys aktiv ist und Antikörper bildet. [3]

Zu beachten

Auf der Website des Robert Koch-Instituts (www.rki.de/impfen) können aktuelle Impfempfehlungen für Säuglinge, Kinder, Jugendliche und Erwachsene der Ständigen Impfkommission (STIKO) abgerufen werfen. Diese beinhalten den Impfkalender (Standardimpfungen), sowie Indikations- und Auffrischimpfungen mit Informationen zum Zeitpunkt der Impfung, Nutzen der Impfung und zu möglichen Nebenwirkungen, die in Folge der entsprechenden Impfung auftreten können.

Zum Zeitpunkt der Impfung sollte das Baby gesund sein. Bei Fieber, einem schweren Infekt oder nach einer Operation ist das Immunsystem des Babys geschwächt. Eine Impfung würde eine zusätzliche Belastung darstellen und sollte aus diesem Grund bis zur vollständigen Genesung des Kindes verschoben werden. [8] Ein banaler Erkältungsinfekt mit Husten oder Schnupfen ist allerdings kein Grund für die Verschiebung der Impfung.

Sollte in Folge einer Impfung die Temperatur des Babys auf über 38,5° C steigen und über einen längeren Zeitraum anhalten (über 24 Stunden) sollte ein Kinderarzt aufgesucht werden. [9]