Husten Festsitzend: Ursachen

Hartnäckiger Husten (nach Erkältung)

© PantherMedia / Piotr Marcinski

Husten (Tussis) ist meistens eine sehr belastende und kräftezehrende Angelegenheit für die Betroffenen. Er kann viele Ursachen haben. Eine der häufigsten sind Infekte der Atemwege, allen voran eine Erkältung (grippaler Infekt). In ihrem Verlauf ist Husten ein sehr typisches Symptom, doch in einigen Fällen kann er auch über die Krankheitsdauer hinweg hartnäckig fortbestehen. Bis zu 8 Wochen leiden die Betroffenen unter dem Husten, der sie nachts um den Schlaf bringt. Warum Husten sich auch über die Erkältung hinaus lange halten kann und was es zu beachten gilt, wird hier näher erläutert.

Medizinische Fakten

Husten stellt einen natürlichen Reinigungsreflex des Körpers dar, bei dem als Reaktion auf eine Reizung abrupt Atemluft und damit schädliche Stoffe aus dem Körper ausgestoßen werden. Solche schädlichen Stoffe können Staub und Fremdkörper, aber auch Krankheitserreger und damit verbunden Schleim darstellen. Husten kann nach zwei Gesichtspunkten unterschieden werden:

  1. Dauer: Husten mit einer maximalen Dauer von 8 Wochen wird als akuter Husten bezeichnet. Hält er länger als diese Zeitspanne an, wird von chronischem Husten gesprochen.
  2. Vorhandensein von Auswurf: Husten, der von Auswurf begleitet wird, wird auch als produktiver Husten bezeichnet. Ist der Husten dagegen trocken und ohne Auswurf, wird er unproduktiver Husten bzw. Reizhusten genannt.[1]

Im Rahmen einer Erkältung spricht man von akutem Husten; er tritt zunächst unproduktiv, später produktiv auf. Hält der Husten auch über die unmittelbare Krankheitsdauer hinaus an, so handelt es sich dabei meist um Reizhusten. Während der Erkältung treten neben dem Husten meist noch weitere Symptomewie Halsschmerzen (Pharyngitis), Schnupfen (Rhinitis) und Heiserkeit (Dysphonie), selten auch Fieber (Pyrexie) auf. Eine Erkältung klingt gewöhnlich nach einigen Tagen von selbst ab.[2]

Biologischer Zusammenhang

Husten kann viele verschiedene Ursachen haben. Gemeinsam ist ihnen, dass sie den Reflex durch eine Reizung der Schleimhäute in den Atemwegen auslösen. Bei einer Erkältung ist die Grundlage der Angriff der in den Körper eingedrungenen Viren auf die Schleimhäute der Atemwege und die dadurch bewirkte Entzündung. Durch diese kommt es zum Anschwellen der Schleimhäute und einer Verengung der Bronchien. Durch die Entzündung wird außerdem zähflüssiges Sekret von den Schleimhäuten der Bronchien gebildet. Diese drei Faktoren bewirken eine Einschränkung der Atmung und durch Muskelverkrampfungen den Hustenreiz.[3] Der Beginn einer Erkältung ist zunächst von trockenem Reizhusten geprägt, da noch nicht genug Sekret zum Abhusten gebildet wurde. Im weiteren Verlauf der Infektion und mit steigender Menge an Schleim in den Atemwegen wird der Husten produktiv.[4] Ist die Erkältung überstanden, hält sich der Husten oft noch hartnäckig. Dafür gibt es zwei Ursachen:

  1. Nach einer Erkältung reagieren die Bronchien häufig überempfindlich auf externe Reize wie Nässe und Kälte, sodass der Hustenreflex schon durch diese leichten Reizungen ausgelöst werden kann.[5]
  2. Im Rahmen einer Erkältung entstehen oft Schäden an den Flimmerhärchen der Schleimhäute. Dadurch wird bis zu deren Regeneration der natürliche Reinigungsprozess eingeschränkt. Aus diesem Grund sind die Schleimhäute leichter reizbar und es wird häufiger Husten ausgelöst.[6]

Beide Faktoren sollten nach 8 Wochen allerdings wieder abgeklungen und der Husten damit verschwunden sein.

Zu beachten

Ein geschwächtes Immunsystem, beispielsweise durch Stress, Unterkühlung, Schlafmangel, andere Erkrankungen, enger Kontakt zu infizierten Personen und der Kontakt zu großen Menschenmengen können das Risiko einer Erkrankung der Atemwege deutlich erhöhen. Auch ein ungesunder Lebensstil aufgrund unausgewogener Ernährung oder Tabakkonsums ist ein Risikofaktor.[7]

Insgesamt ist ein hartnäckiger Husten erst einmal als nicht zu gefährlich einzustufen. Solange er maximal 8 Wochen nach einer Erkältung anhält und nicht mit anderen Symptomen einhergeht, kann er mit hustenstillenden Medikamenten ausgesessen werden. Sollte er diese Zeit aber überschreiben, sollte ärztlicher Rat hinzugezogen werden, da dies auf schwerwiegendere Ursachen (z.B. Lungenkrebs) hindeuten kann.[8]