Husten Festsitzend: Ursachen

Husten nach Grippe (hartnäckig)

© PantherMedia / David Stuart

Husten (Tussis) stellt ein belastendes Symptom einer Vielzahl von Krankheiten dar. Besonders häufig tritt er im Rahmen einer Grippe (Influenza) auf. Diese ist eine virale Infektion der Atemwege. Neben dem Husten treten meist auch Symptome wie Fieber (Pyrexie), Schnupfen (Rhinitis) und Schüttelfrost (Febris undularis)auf. Die meisten dieser Symptome verschwinden auch mit dem Abklingen der Grippe. Allerdings kann der Husten noch Wochen nach der überstandenen Influenza hartnäckig bestehen bleiben. Warum er sich manchmal so lange hält und was es bei Husten nach Grippe zu beachten gibt, wird im Folgenden erklärt.

Medizinische Fakten

Die Grippe ist eine durch Influenzaviren vom Typ A und B verursachte Infektion der Atemwege. Übertragen wird sie durch Tröpfchen- oder Schmierinfektion und bricht meist nach einer Inkubationszeit von 1 bis 2 Tagen aus. Nach etwa 5 Tagen klingt sie in der Regel von alleine wieder ab.[1]

Der Husten als Symptom der Grippe hat eine reinigende Funktion für den Körper. Durch den abrupten Ausstoß von Atemluft durch die Atemwege werden gleichzeitig in Sekret eingeschlossene Krankheitserreger aus dem Körper transportiert. Es werden zwei verschiedene Arten von Husten unterschieden: Husten mit Auswurf wird auch als produktiver Husten bezeichnet, bei Husten ohne Auswurf wird von trockenem oder unproduktivem Husten (Reizhusten) gesprochen.[2] Beide Arten sind im Rahmen einer Grippe zu finden.

Biologischer Zusammenhang

Durch das Eindringen des Influenzavirus und dessen Angriff auf die Körperzellen entstehen Entzündungen in den Atemwegen. Die Schleimhäute werden gereizt und schwellen an, zudem verengen sich die Bronchien. Es wird zunehmend zähflüssiges Sekret zum Abtransport der Krankheitserreger gebildet.[3] Dieses Sekret mit den darin enthaltenen Viren ist zähflüssiger als das normale Sekret. Gewöhnlich wird von den Schleimhäuten konstant Schleim gebildet, der von den Flimmerhärchen bis zum Rachen transportiert und dort abgehustet oder geschluckt wird. Der Schleim, der im Rahmen einer Grippe gebildet wird, ist zu zähflüssig für diesen Abtransport und sammelt sich in der Lunge.[4] Durch die Reizung der Schleimhäute aufgrund der Entzündung und des gesammelten Sekrets verkrampft die Muskulatur und löst den Hustenreflex aus. Zu Beginn der Infektion ist meist noch nicht so viel Sekret vorhanden, das abgehustet werden könnte – der Husten ist meist trocken. Im weiteren Verlauf wird immer mehr Sekret gebildet, das abtransportiert werden muss, da sonst die Atmung behindert wird – der Husten wird produktiv.[5] Normalerweise klingt der Husten auch mit dem Ende der Grippe ab. In einigen Fällen kann er sich aber auch länger hartnäckig halten. Dafür gibt es zwei Ursachen:

  • Überempfindlichkeit der Bronchien: Diese sind noch gereizt und reagieren schneller auf externe (von außen kommende) Reize.[6]
  • Regeneration (Erholung) der Schleimhäute: Sind die Schleimhäute und die darauf befindlichen Flimmerhärchen noch nicht komplett erholt, kann der natürliche Reinigungsprozess der Atemwege noch nicht wieder stattfinden und wird durch Husten ersetzt.[7]

Zu beachten

Zu der Risikogruppe für einen schwereren Verlauf der Grippe und damit länger anhaltenden Husten gehören Personen mit: chronischen Lungenerkrankungen (z.B. Asthma, Lungenemphysem, chronische Bronchitis, Mukoviszidose) oder chronischen Erkrankungen des Herzens, Autoimmunerkrankungen/Immunschwäche (z. B. HIV-Erkrankung), Stoffwechselkrankheiten (z. B. Diabetes), Unterdrückung des Immunsystems im Rahmen einer medizinischen Behandlung (z. B. nach Organtransplantation), bösartigen Tumorerkrankungen, Alter unter einem Jahr oder über 65 Jahren, Unterernährung, Schwangerschaft. [8]

Diese sollten im Fall einer Infektion schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen und eine passende Behandlung beginnen. Hält der Husten mehr als 3 Wochen an, sollte Rücksprache mit einem Arzt gehalten werden.