Husten Hustenreiz: Begleiterscheinungen

Ständiger Hustenreiz u. Räuspern

© PantherMedia / David Stuart

Akuter Husten und Räusperzwang können Symptome einer Infektion (z.B. eines grippalen Infekts) sein. Bleiben die Symptome jedoch über eine längeren Zeitraum bestehen, so muss nach anderen Ursachen gesucht werden. Infrage kommen neben Raucherhusten und allergischen Geschehen auch eine Erkrankung der Speiseröhre (gastooesophagale Refluxkrankheit) sowie Erkrankungen des Kehlkopfes.

Der folgende Artikel geht auf die medizinischen Fakten und die dahinterstehenden biologischen Ursachen eines ständigen Husten- und Räusperreizes ein. Insbesondere soll das Augenmerk auf weniger typische Ursachen gelenkt werden.

Medizinische Fakten

Bei ständigem Hustenreiz in Kombination mit Erkältungssymptomen wie Schnupfen, Heiserkeit und Halsschmerzen handelt es sich in vielen Fällen um eine Infektion der Atemwege. Die Genesung dauert meist nicht länger als ein bis drei Wochen.

Fehlen solche oder ähnliche Begleitsymptome und bestehen Hustenreiz und Räusperzwang über einen längeren Zeitraum, müssen andere Erkrankungen in Betracht gezogen werden.

Chronischer Husten ist vielen Rauchern bekannt. Im Rauch einer Zigarette konnten bislang mehr als 4000 chemische Verbindungen isoliert werden, von denen der Großteil gesundheitsschädlich ist. Neben krebserregenden Substanzen schädigt der Tabakrauch das Flimmerepithel der Atemwege. Dieses sorgt normalerweise für einen kontinuierlichen Abtransport von gebildetem Schleim und Fremdkörpern. Durch die Lähmung des Flimmerschlages sammelt sich verstärkt Schleim an und löst einen Hustenreiz aus. [1]

Ein weniger bekannter Auslöser eines ständigen Hustenreizes ist die gastrooesophagale Refluxkrankheit. Bei dieser Erkrankung gelangt Magensäure (Salzsäure) in die Speiseröhre (Ösophagus). Magensäure zeichnet sich durch einen extrem sauren pH-Wert aus, der normalerweise dazu dient, mit der Nahrung aufgenommene Bakterien abzutöten und Proteine zu denaturieren. Anders als die Magenschleimhaut ist die Speiseröhre nicht in der Lage, sich gegen die Säure zu schützen und wird geschädigt. Es resultieren Symptome wie Sodbrennen, Druckgefühl hinter dem Brustbein, Luftaufstoßen, Schluckbeschwerden aber auch Husten und Räuspern. [2]

Die Ursache für den Rückfluss der Magensäure ist häufig eine Muskelschwäche im unteren Schließmuskel der Speiseröhre. Risikofaktoren für einen erhöhten Reflux sind:

  • Übergewicht
  • Schwangerschaft
  • Fettreiche Ernährung
  • Alkohol, Nikotin
  • Einige Medikamente (z.B. Morphine, Barbiturate, Nitrate, Diazepam) [3]

Biologische Ursachen

Der Husten im Rahmen der Refluxkrankheit kann auf zwei Wegen entstehen. Zum einen werden Teile der Bronchien und der Lunge vom gleichen Nerv (Äste des Nervus Vagus) versorgt wie die Speiseröhre. Die aufsteigende Magensäure reizt den Vagusnerv der daraufhin die glatte Muskulatur der Speiseröhre zum Zusammenziehen bringt. Durch eine übermäßige Reizung kann das Kontraktionssignal durch die Verschaltung im Rückenmark auch auf Fasern überspringen, die die benachbarte Bronchialmuskulatur versorgen. [4] Zum anderen kann durch den Rückfluss der Säure diese in die Luftröhre gelangen (Aspiration). Beides führt zu einer Engstellung der Bronchien und kann einen Hustenreiz auslösen. Die Gefahr der Aspiration besteht insbesondere nachts, da durch die horizontale Körperhaltung ein Rückfluss zusätzlich begünstigt wird. Außerdem wird während des Schlafs weniger Speichel gebildet und seltener geschluckt.

Zu beachten

Sollte nach zwei bis drei Wochen ständigen Hustens keine Besserung aufgetreten sein, empfiehlt es sich einen Arzt aufzusuchen, um die Ursache hinter den Symptomen abklären zu lassen. Neben den bereits genannten Ursachen kann auch eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz) Auslöser eines dauerhaften Hustenreizes sein.

Für Refluxstörungen gilt: insbesondere in der westlichen Welt sind sie keine Seltenheit. „Über 10% der westlichen Bevölkerung haben Refluxprobleme“. [5] Eine Refluxerkrankung lässt sich durch die Anpassung einiger Verhaltensweisen vorbeugen:

  • Versuch auf fettiges Essen, Schokolade, Alkohol, Cola, Zitrussäfte und Tomatenprodukte weitestgehend zu verzichten
  • Drei Stunden vor dem Schlafen nichts mehr Essen
  • Schlaf mit erhöhtem Kopfende
  • Gewichtsreduktion bei bestehendem Übergewicht
  • Rauchverzicht bzw. Verringerung des Konsums [3]