Husten Hustenreiz: FAQ

Hustenreiz bekämpfen

© PantherMedia / Kirill Ryzhov

Husten (Tussis) stellt das Symptom einer zugrunde liegenden Erkrankung dar, er ist also kein eigenständiges Krankheitsbild. Die möglichen Ursachen für Husten sind breit gefächert, meist tritt er im Rahmen von Atemwegsinfektionen auf. Aber auch Magenprobleme oder verschiedene Medikamente können einen Hustenreiz auslösen. Husten ist für die Betroffenen auf Dauer meist sehr belastend. Es gibt verschiedene Maßnahmen, die Beschwerden zu lindern. Was gegen den Hustenreiz hilft und was beachtet werden sollte, wird im Weiteren genauer ausgeführt.

Behandlung bei Hustenreiz

Der Hustenreiz wird durch eine Reizung der Schleimhäute in den Atemwegen ausgelöst. Häufigste Ursache für eine solche Reizung sind Entzündungen, die durch Infekte wie z. B. eine Erkältung (grippaler Infekt) entstehen. Mit Abklingen des zugrunde liegenden Infekts verschwindet auch in der Regel der Hustenreiz. Es gibt aber auch während einer vorliegenden Erkältung die Möglichkeit, den Husten zu lindern und die Genesung zu unterstützen.

Allgemeine Maßnahmen

Eine Möglichkeit ist, die Raumluft feucht und warm zu halten, da die Schleimhäute befeuchtet werden und diese sich so beruhigen. Dazu reicht es, ein offenes Gefäß mit heißem Wasser und wahlweise hinzugegebenen ätherischen Ölen im Raum zu positionieren. Ätherische Öle sollten mit Vorsicht verwendet werden, da sie Allergien auslösen können. Alternativ kann auch ein Luftbefeuchter verwendet werden. Weiterhin helfen warme Flüssigkeiten gegen den Hustenreiz, vorzugsweise Tee. Warme Getränke beruhigen die Schleimhäute und sorgen für eine ausreichende Feuchtigkeit.[1] 

Hausmittel/ Anwendung

Zur gezielten Linderung des Hustenreizes gibt es einige bekannte Hausmittel. Besonders geeignet sind verschiedene Kräuter, die als Tees, Bonbons oder zum Inhalieren verwendet werden können.

  • Thymian: Thymian weist eine krampf- und schleimlösende sowie antibakterielle Wirkung auf. Wird er in Form von Tee aufgenommen, unterstützt er zum einen die Flüssigkeitszufuhr und zum anderen befeuchtet, wärmt und beruhigt er die Schleimhäute. Für Thymiantee einen Viertelliter Wasser zum Kochen bringen und anschließend ein bis zwei Teelöffel Thymiankraut darin ziehen lassen. Das Ganze durch ein Sieb geben und bei Bedarf noch einen Löffel Honig hinein rühren, dieser beruhigt und pflegt die Schleimhäute ebenfalls.[2]
  • Salbei: Salbei hat ähnlich wie Thymian eine antibakterielle Wirkung und reinigt die Schleimhäute. Es kann in Form von Tees oder Bonbons zu sich genommen werden. Der Tee weist dabei ähnliche Effekte wie der Thymiantee auf. Für die Herstellung acht frische, gezupfte Blätter in 0,2 Liter aufgekochtem Wasser eine Viertelstunde ziehen lassen und damit alle ein bis zwei Stunden gurgeln.[3] Salbeibonbons haben den Effekt, dass sie speichelfördernd wirken und zudem die Schleimhäute befeuchten.[4]

Medikamente

Neben allgemeinen Maßnahmen und Hausmitteln gibt es auch verschiedene Medikamente, um den Hustenreiz zu lindern. Diese Mittel werden in der Regel als Hustenstiller bezeichnet.

Pentoxyverin:

  • Pentoxyverin wirkt hustenstillend aufgrund der Reizschwellenerhöhung im Hustenzentrum. Hierbei wird durch die Bindung des Arzneimittels an bestimmten Stellen, den Rezeptoren, im Hustenzentrum im Gehirn die Bildung des Hustenreizes unterdrückt, indem eine höhere Konzentration von hustenauslösenden Botenstoffen nötig ist, um einen Hustenreiz auszulösen. [5]
  • Auftretende gelegentliche Nebenwirkungen können Übelkeit (Nausea), Erbrechen (Emesis), Durchfall (Diarrhoe), Müdigkeit, Unverträglichkeiten gegen den Wirkstoff Pentoxyverin, die eine allergische Reaktion auslösen können, und in sehr seltenen Fällen ein allergischer (anaphylaktischer) Schock sein.
  • Eine Kombination mit Beruhigungs- (Sedativa) und Schmerzmitteln (Analgetika) ist nicht ratsam, da Wechselwirkungen auftreten können. Bei Unverträglichkeiten sollte die Einnahme von Medikamenten, die Pentoxyverin enthalten, nicht erfolgen. Vor der Anwendung bei Kindern, Schwangeren oder Stillenden sollte ein Arzt befragt werden.[6]
  • Pentoxyverin ist in Silomat gegen Reizhusten, Pentoxyverin Saft und Sedotussin Hustenstiller Saft sowie jeweils in den entsprechenden Tropfen enthalten.

Dextromethorphan:

  • Dextromethorphan wirkt ebenfalls zentral (am Gehirn) hustenstillend
  • Mögliche Nebenwirkungen sind Übelkeit (Nausea), Verstopfung, Erbrechen (Emesis), Müdigkeit und Schwindel (Vertigo). Sehr selten treten auch Verwirrtheit, Unruhe, verlangsamte Atmung (Atemdepression), Appetitmangel und Durchfall (Diarrhoe) auf. In Einzelfällen kann es zu Dystonie (unwillkürlich auftretende Muskelspannungen) und Muskelkrämpfen kommen.Von einer Einnahme bei chronischen Atemwegserkrankungen oder in Kombination mit verschiedenen Antidepressiva, wie z. B. serotonerge Mittel, die die Wiederaufnahme des Botenstoffs Serotonin im Gehirn hemmen  oder Monoaminooxidase-Hemmern (MAO-Hemmern sind Medikamente, die den Abbau von körpereigenen Botenstoffen, wie Serotonin oder Dopamin im Gehrin hemmen und häufig bei Depressionen eingesetzt werden) ist abzusehen.
  • Dextromethorphan ist in Hustenstiller-ratiopharm Dextromethorphan, Wick Formel 44 Husten-Stiller und Silomat DMP enthalten.[7]

Zu beachten

Weist der Husten nach mehr als einer Woche der Selbstbehandlung keine Linderung auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dauert der Husten länger als 8 Wochen an, wird von einem chronischem Husten gesprochen und es sollte Rücksprache mit einem Arzt zur Abklärung der genauen Ursache gehalten werden. Bei hinzukommenden Symptomen wie Fieber (Pyrexie) oder blutigem Auswurf sollte schnellstmöglich ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.[8] Bei der Anwendung von Hausmitteln und Medikamenten sollte prinzipiell auf Unverträglichkeiten geachtet werden.