Husten In der Nacht: Begleiterscheinungen

Reizhusten – kann nicht schlafen

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Husten (Tussis) ist meist ein sehr belastendes Krankheitssymptom. Gerade der trockene Reizhusten verursacht vor allem nachts regelrechte Hustenanfälle: Der Betroffene kann nicht schlafen. Ausgelöst wird der Hustenreiz durch eine Reizung der Schleimhäute in den Atemwegen. Typisch für Reizhusten ist, dass er sehr stark und ohne Auswurf auftritt. Warum der Reizhusten sich gerade nachts so quälend einstellt und was zu beachten ist, wird im Folgenden näher aufgeführt.

Medizinische Fakten

Husten hat die wichtige Funktion, schädliche Stoffe (Fremdkörper, Staub, Schleim, Krankheitserreger) aus dem Körper abzutransportieren. Er selbst stellt kein Krankheitsbild, sondern ein von einer Erkrankung verursachtes Symptom dar. Bei der Behandlung von Reizhusten muss daher neben der Linderung der Symptomatik auch auf die Ursache geachtet werden.

Wovon Husten hervorgerufen werden kann, ist sehr vielseitig. Mögliche Ursachen stellen beispielsweise eine Erkältung, eine Bronchitis, Probleme mit dem Magen oder Herzen, Asthma, Medikamente oder Rauchen dar.[1] Husten wird durch eine Reizung von Hustenrezeptoren (Fühlern) in den Schleimhäutenund die Reaktion des Gehirns darauf ausgelöst.

Gerade nachts, wenn der Körper zur Ruhe kommen soll, hält Reizhusten die Betroffenen meist vom Schlafen ab. Am schlimmsten nimmt der Husten zwischen 2 und 4 Uhr nachts zu.

Wirkungsweise (biologischer Zusammenhang)

Zurückzuführen sind die nächtlichen Hustenattacken auf die liegende Position des Betroffenen. Bei einer aufrechten Haltung des Körpers kann der von den Schleimhäuten produzierte Schleim auch über den Rachenraum abfließen und unbemerkt durch Schlucken in den Magen transportiert werden. Im Liegen dagegen kommt es zu einer Ansammlung des Schleims. Er kann nicht mehr über den Rachen abfließen, staut sich und blockiert somit die Atemwege. Da dies die Atmung erschwert, tritt eine Reizung der Atemwege auf. Es entsteht der Hustenreiz, der die Aufgabe hat, die Atemwege erneut freizubekommen. Einen weiteren Grund für den nächtlichen Husten stellt die lange ausbleibende Flüssigkeitszufuhr dar. Während des Schlafens wird dem Körper keine Flüssigkeit durch Trinken zugeführt, welche die Schleimhäute feuchthalten könnte. Kommt zum Husten noch eine verstopfte Nase, so wird meist über den Mund geatmet, wodurch die Luft sehr trocken durch die Atemwege fließt und diese weiter reizt. Die Schleimhäute reagieren auf diese Austrocknung und die damit verbundene Reizung mit Husten.[2]

Zu beachten

Von nächtlichem Reizhusten kann jeder betroffen sein. Besonders häufig leiden Personen im Rahmen einer Atemwegserkrankung, ob akut oder chronisch, unter diesem Phänomen.

Wichtig bei Reizhusten zu beachten ist, dass im Verlauf der Erkrankung ein Teufelskreis entstehen kann: Die Reizung der Schleimhäute verursacht den Husten, der wiederum durch seine Intensität die Schleimhäute reizt und sie damit schädigt. Zur Unterbrechung dieses Teufelskreises empfehlen sich hustenstillende Maßnahmen.[3] Weiterhin können hustenlösende Medikamente eingenommen werden, um die Lösung des Schleims zu fördern. Gerade nachts sollten Betroffene eine möglichst aufrechte Liegepositioneinnehmen, um ein Abfließen des Schleims während des Schlafens zu gewährleisten. Des Weiteren empfiehlt es sich, vor dem Zubettgehen genug zu trinken und auch vorbeugend am Schlafplatz etwas zu trinken bereitzustellen. Die Luft im Schlafzimmer sollte nicht allzu trocken sein; ein Luftbefeuchter ist daher ratsam.[5]

Sollten neben dem Husten noch andere Symptome auftreten oder der Husten selbst länger als eine Woche ohne eine Linderung anhalten, so sollte ein Arztaufgesucht und die Ursache ermittelt werden. Bei blutigem Auswurf durch den Husten sollte unverzüglich ärztliche Hilfe hinzugezogen werden.[6]