Husten In der Schwangerschaft: FAQ

Husten lösen (Schwangerschaft)

© PantherMedia / Jiri Hera

Husten (Tussis) ist ein häufiges Symptom im Rahmen von Erkältungsinfekten. Zumeist fördert der Husten dabei mehr oder minder zähen Schleim. Dieser Vorgang dient dazu, die tiefen Atemwege zu säubern und die Heilung voranzutreiben. Sehr zähes Atemsekret kann jedoch nur schwer abgehustet werden. Um den zähen Schleim zu lockern, stehen verschiedene allgemeine Maßnahmen, Hausmittel und auch Medikamente zur Verfügung[1].

Im Rahmen einer Schwangerschaft ist auf besonders schonende Behandlungsverfahren zu achten. Speziell können Medikamentenwirkstoffe ein Risiko darstellen. Das ungeborene Kind (Embryo oder Fetus) steht über den Mutterkuchen (Placenta) in ständigem Stoffaustausch mit seiner Mutter. Von der Mutter eingenommene Medikamente können somit auf das ungeborene Kind übergehen.[2]Um Nebenwirkungen von übertragenen Medikamenten beim Ungeborenen zu vermeiden, sollten nur ausgewählte Medikamente verwendet werden, die sich als weitgehend unbedenklich in der Schwangerschaft erwiesen haben.[3]

Behandlung von Husten in der Schwangerschaft

Allgemeine Maßnahmen

Viel Flüssigkeit: Zäher, trockener Schleim, der nicht gut abgehustet werden kann, kann auf mangelnder Flüssigkeitszufuhr beruhen. Auch Schwangere sollten am Tag etwa drei Liter Flüssigkeit zu sich nehmen, um unter anderem die nötige Fließfähigkeit der Atemwegssekrete zu erhalten. Zudem wirkt sich die reichliche Flüssigkeitsaufnahme auch positiv auf den Kreislauf der Schwangeren aus. Genügend Volumen (Flüssigkeitsmenge) im Blutkreislauf stabilisiert den Blutdruck und mit ihm auch die optimale Versorgung des Ungeborenen im Mutterleib[4]. In der Schwangerschaft, ebenso wie darauffolgend in der Stillzeit, ist eine hohe Flüssigkeitszufuhr am besten mit Wasser oder Tees die Behandlungsmethode der Wahl gegen zähen Husten.[5]


Hausmittel

Zwiebeln: Gewöhnliche weiße Küchenzwiebeln erhalten ihre Schärfe durch schwefelhaltige, chemische Verbindungen. Ebendiese schwefelhaltigen, flüchtigen Stoffe können molekulare Brückenverbindungen im zähen Schleim bei Husten auflösen. Der natürlich chemisch aufgelockerte Schleim lässt sich besser abhusten. Traditionell hat sich die täglich mehrmalige, schluckweise Einnahme eines einfach herzustellenden Zwiebelextraktes bewährt: Eine weiße, scharfe Küchenzwiebel wird in feine Stücke geschnitten, mit einigen Teelöffeln Kandiszucker und etwas Wasser kurz aufgekocht und anschließend durch ein Tuch gefiltert. Der hergestellte Extrakt sollte täglich neu hergestellt werden, da sich die Wirkstoffe mit der Zeit zersetzen und sich eventuell Keime im Sud vermehren können.[6]

Inhalationen: Zahlreiche Pflanzen enthalten sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe. Dies sind chemische Verbindungen wie beispielsweise ätherische Öle. Pflanzen mit besonders heilsamen ätherischen Ölen bei Husten sind Thymian (Thymus vulgaris), Lavendel (Lavandula angustifolia), Rosmarin (Rosmarinus officinalis), Pfefferminze (Mentha piperita), Fichte (Picea spec.) oder zum Beispiel Eukalyptus (Eucalyptus regnans). Salben mit ätherischen Ölen können mehrmals täglich auf Dekolleté und/oder Rücken aufgetragen werden, um eingeatmet zähen Schleim zu verflüssigen und seinen Abtransport durch die Bronchien anzuregen. Darüber hinaus regen Einreibungen mit ätherischen Ölen die Durchblutung der Haut an und führen zu einem angenehm warmen Gefühl auf der Körperoberfläche. Ebenso wie Einreibungen können maximal etwa 30°C warme Bäder mit einigen Tropfen verschiedener oder auch einzelner ätherischer Öle Husten und Schleim lösen.

Bei der Anwendung von ätherischen Ölen in der Schwangerschaft ist darauf zu achten, dass diese bei empfindlichen Personen die Atemwege stark reizen können. Bei bekannten Unverträglichkeitsreaktionen, speziell gegen kampferhaltige ätherische Öle (z.B. Pfefferminzöl), sollte eine andere Behandlungsstrategie bevorzugt werden[7]. Einige Quellen sprechen generell allen ätherischen Ölen, speziell auch Lavendelöl oder Rizinusöl, wehenfördernde Eigenschaften zu. Bisher konnte dieser zugesprochene Effekt jedoch nicht wissenschaftlich belegt werden.[8]

Pflanzen gegen Husten: Einige Pflanzen wie die Schlüsselblume (Primula veris), Eibisch (Althaea officinalis) oder Efeu (Hedera helix) sowie Kräuter wie beispielsweise Thymian enthalten Wirkstoffe, die zähen Schleim lösen beziehungsweise auch Hustenreiz stillen können. Die Schlüsselblume, auch echte Primel genannt, enthält schleimlösende natürliche Wirkstoffe wie Primulasaponin und Primacrosaponin oder Primulaverin. Eibisch ist ein Mitglied der Familie der Malvengewächse und wird auch Hibiskus genannt wird. Er enthält sogenannte Schleimstoffe (Mucilaginosa) wie Arabinogalactane und Rhamnogalacturonane, die sich der Bronchialschleimhaut auflegen und lindernd bei Hustenreiz wirken. Efeu kann mit seinen Inhaltsstoffen, allen voran alpha-Hederin, die Muskulatur der Bronchien entspannen und so speziell Krampfhusten entgegenwirken. Thymian enthält eine Kombination verschiedener Stoffe wie Carvacrol, Cineol, Linalol, Geraniol und Borneol, welche Schleim auflockern können. Zudem können diese Pflanzenstoffe aus Thymian auch die feinen Flimmerhärchen der Bronchialschleimhaut dazu anregen, den gelockerten Schleim aus der Lunge abzutransportieren.

Die aufgeführten Pflanzen können zum Beispiel mehrmals täglich als Bonbons eingenommen werden, um in der Schwangerschaft schonend Hustenbeschwerden zu mindern. Darüber hinaus können auch Tees aus Teilen der Pflanzen einen effektiven Nutzen gegen Husten erzielen und führen dem Körper zudem auch wichtige Flüssigkeit zu.[9][10][11][12]

Medikamente

Ambroxol

Ambroxol gehört zu den Arzneimitteln der Wahl gegen Husten in der Schwangerschaft. Einerseits löst der Wirkstoff Ambroxol mit Hilfe bestimmter Eiweißstoffe (Enzyme) zähen Schleim in den Bronchien auf, sodass dieser besser abgehustet werden kann. Andererseits wirkt Ambroxol durch Blockierung bestimmter schmerzvermittelnder Schaltstellen (Rezeptoren) in den Atemwegen auch gegen Schmerzen bei einem Erkältungsinfekt mit Husten. Unverträglichkeitsreaktionen bei der Anwendung und Dosierung nach Packungsbeilage sind nicht bekannt.

Handelsnamen verschiedener Arzneimittel mit dem Wirkstoff Ambroxol sind zum Beispiel Ambril, Mucoangin, Mucosolvan oder Paediamuc.

Bromhexin

Der Wirkstoff Bromhexin ist eng verwandt mit Ambroxol. Bromhexin hat einen sehr ähnlichen Wirkmechanismus wie Ambroxol. Durch das Auflockern von zähem Schleim kann dieser besser abgehustet und so die Heilung der Erkältung insgesamt vorangetrieben werden. Ebenso wie bei Ambroxol wurden in der Schwangerschaft keine schädlichen Auswirkungen der Einnahme von Bromhexin beobachtet.

Handelsnamen verschiedener Arzneimittel mit dem Wirkstoff Bromhexin sind Bisolovon, Bromhexin Krewel Meuselbachoder beispielsweise BROMHEXIN 8 Berlin-Chemie.[14]

Acetylcystein

Acetylcystein gehört zu den Arzneimitteln der Wahl gegen Husten in der Schwangerschaft. Der Wirkstoff gehört zu den Mukolytika, das heißt er kann Schleim verflüssigen. Der verflüssigte Schleim kann erleichtert abgehustet werden. Acetylcystein sollte immer zusammen mit reichlich Flüssigkeit (mind. ein Glas Wasser) eingenommen werden, um den besten therapeutischen Effekt zur Linderung des Hustens zu erzielen. Unverträglichkeitsreaktionen bei der Dosierung nach Packungsanweisung sind nicht bekannt.

Handelsnamen verschiedener Arzneimittel mit dem Wirkstoff Ambroxol sind zum Beispiel ACC, Acemuc, Acetabs, Bromuc, Fluimucil, Myxofat oder Siran.[15]

Zu beachten

Speziell in der Schwangerschaft stellen Erkältungen die häufigste Ursache für Husten dar. In der Regel hält ein Erkältungshusten maximal zwei bis drei Wochen an. Husten im Rahmen eines Erkältungsinfektes stellt in der Regel keine besondere Gefahr für das ungeborene Kind dar.

Auch ein saures Aufstoßen (Refluxösophagitis) oder eine Allergie in der Schwangerschaft können beispielsweise zu einem Husten führen. Ernstzunehmende Warnhinweise bei Husten sind ein blutiger Auswurf, hohes Fieber sowie ein allgemeines starkes Krankheitsgefühl. Beim Auftreten der aufgeführten Warnzeichen, oder generell bei Unsicherheit, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Ätherische Öle sind Naturstoffe, die prinzipiell Unverträglichkeitsreaktionen (Übelkeit, Hustenreiz) oder sogar Allergien (Hautreaktionen etc.) auslösen können. Bei bekannter Unverträglichkeit sollten die jeweiligen Öle gemieden werden, da sich die Symptome bei wiederholter Anwendung noch verschlimmern können. Manche käuflich verfügbaren Extrakte ätherischer Öle enthalten hohe Prozentzahlen von Alkohol (Ethanol). Diese sind in der Schwangerschaft wegen möglicher negativer Einflüsse auf den Embryo beziehungsweise Fetus (ab 3. Monat) zu vermeiden.

Die oben genannten schleimlösenden Wirkstoffe sollten immer am Morgen bis spätestens einmal am Nachmittag eingenommen werden, sodass deren Wirkung bis zur Nachtruhe verfliegt. Eine weitere Einnahme am Abend würde in der Regel dazu führen, dass das eigentlich sinnvolle Abhusten des aufgelockerten Schleims den Schlaf stört.

Die gemachten Angaben sollen als Orientierungshilfe dienen, können jedoch den individuellen Rat eines Arztes nicht ersetzen.