Husten In der Schwangerschaft: Risiken

Starker Husten in der Schwangerschaft gefährlich?

© PantherMedia / Lars Zahner

Starker Husten (Tussis) in der Schwangerschaft kann normalerweise für das ungeborene Baby nicht gefährlich werden. Das Ungeborene (Fetus) ist durch die Gebärmutter (Uterus) und das Fruchtwasser (Liquor amnii) ausreichend vor den Erschütterungen geschützt. Lediglich in der Spätschwangerschaft kann es, durch den bereits weichen Muttermund(Ostium uteri), zu Komplikationen kommen. Verfrühte Wehen sind dabei möglich. [1]

Medizinische Fakten

Umgeben von Furchtwasser, wird das Ungeborene im Uterus sicher vor Erschütterungen geschützt. Selbst starke Erschütterungen durch Hustenattacken werden abgefangen, sodass das Kind lediglich etwas schaukelt. Damit wird nicht nur ein Schaden vom Fetus abgehalten, es gefällt dem Kind sogar, wie neuste Untersuchungen ergeben haben. [2]

Innerhalb der Spätschwangerschaft (ab ca. 38 SSW) können durch starken Husten verfrühte Wehen ausgelöst werden. [3] Der Muttermund wird dann bereits auf die Geburt vorbereitet, indem er weich wird. Durch einen erhöhten Druck im Bauchraum (Intraabdominaldruck) kann er sich weiten, sodass eine Geburt eingeleitet wird.

Wirkungsweise (Biologischer Zusammenhang)

Beim Husten kommt es nach tiefem Luftholen zum Verschluss der Stimmritze (Glottis). Die Ausatemmuskeln (exspiratorische Muskulatur) spannt sich an und erhöht den Druck im Brust- und Bauchraum (intrathorakaler und –abdominaler Druck). Die Stimmritze öffnet sich plötzlich, wodurch es zu einem Luftstrom mit hoher Strömungsgeschwindigkeit kommt. Fremdkörper und Schleim, die sich in den Atemwegen (Trachea und Bronchien) befinden, werden damit herausgeschleudert. [4]

Durch den beim Husten erhöhten Intraabdominaldruck wird auch der Druck auf die Gebärmutter erhöht. Diese wird komprimiert, wodurch die Belastung auf den (noch) verschlossenen Muttermund zunimmt. Während eines Großteils der Schwangerschaft stellt dies kein Problem dar, da die Öffnung fest durch einen vom Gebärmutterhals (Cervix) produzierten Schleim verschlossen ist.
In der Spätschwangerschaft bildet der weibliche Organismus jedoch vermehrt Gewebshormone (Prostaglandine), die auf die nahende Geburt vorbereiten. Der Schleimpfropfen wird verflüssigt und der Muttermund aufgeweicht. Dies ermöglicht den späteren Durchtritt des Kindes.

Gefährlich wird es, wenn es in dieser Phase zu starkem Husten kommt, da sich die Gebärmutteröffnung schrittweise öffnen kann und somit verfrühte Wehen eingeleitet werden können.

Risiken

Risiken bestehen ausschließlich in der Spätschwangerschaft. Um eine Frühgeburt zu vermeiden, sollte zu dieser Zeit starkes Husten vermieden werden. Ein Besuch beim Frauenarzt ist zur Sicherheit ratsam. Dieser kann hustenstillende Medikamente (Antitussiva) verschreiben, um weitere Komplikationen zu vermeiden. [5]

Um den starken Husten bei Erkältung zu umgehen, können ein klassischer Erkältungstee sowie Spaziergänge an der frischen Luft und anschließend einwarmes Bad mit Zusätzen aus ätherischen Ölen helfen. [6]