Husten Reizhusten: Naturheilkunde

"Prospan" gegen Reizhusten

© PantherMedia / Denis Raev
  • Hersteller: Engelhard Arzneimittel GmbH & Co. KG
  • Wirkstoff: Efeublätter-Trockenextrakt
  • Darreichungsform: Brausetabletten, Liquids, Saft, Lutschpastillen, Tropfen
  • Rezeptfrei? Ja
  • Indikation: zur Besserung der Beschwerden bei chronisch-entzündlichen Bronchialerkrankungen, akute Entzündungen der Atemwege mit der Begleiterscheinung Husten

Einleitung

Prospan ist ein pflanzliches Arzneimittel, das in verschiedenen Darreichungsformen ohne Rezept in Apotheken erhältlich ist. Der Wirkstoff ist ein Trockenextrakt aus Efeublättern, der aufgrund seines ausgedehnten Wirkspektrums neben Reizhusten auch bei diversen anderen Atemwegserkrankungen eingesetzt wird.

Dieser Text informiert über die medizinischen Fakten, die Wirkungsweise von Efeublätter-Trockenextrakt, die Anwendung und Dosierung der einzelnen Darreichungsformen von Prospan, Wechselwirkungen und unerwünschte andere Wirkungen (früher: Nebenwirkungen) sowie Gegenanzeigen und Warnhinweise.

Medizinische Fakten

Prospan-Produkte sind gängige Arzneimittel zur Anwendung in der Selbstmedikation bei Reizhusten, aber auch bei Husten mit Auswurf (produktiver Husten) und anderen entzündlichen Atemwegserkrankungen. Sie sind als Brausetabletten, Liquids, Saft, Tropfen und Lutschtabletten verfügbar.

Die wirksamen Bestandteile sind seifenartige Stoffe (Saponine), die aus Efeublättern gewonnen werden. Entscheidend für die Wirkung eines Pflanzenextraktes sind aber nicht nur die Ausgangsstoffe, sondern beispielsweise auch das Auszugsmittel sowie das sogenannte Droge-Extrakt-Verhältnis. Das Wort Droge steht in diesem Zusammenhang nicht für ein Rauschmittel, sondern bezeichnet in der Pharmazie natürliche Ausgangsstoffe, meist getrocknete Pflanzen, die der Gewinnung von Arzneimitteln dienen.

Das Droge-Extrakt-Verhältnis wird in Menge der Ausgangsdroge : Menge Extrakt angegeben. Im Falle von Prospan liegt es bei 5-7,5 : 1. Aus 5 bis 7,5 g Droge wird also 1 g Extrakt gewonnen. Das Auszugsmittel sollte so gewählt werden, dass sich die zu extrahierenden Stoffe darin besonders gut lösen. Der Hersteller der Prospan-Produkte verwendet für den Efeublätter-Extrakt 30%-igen Ethanol (m/m). [1] [2]

Wirkungsweise

Der exakte Wirkmechanismus des Efeublätter-Extraktes ist bislang nicht abschließend geklärt. Aufgrund der komplexen Zusammensetzung pflanzlicher Auszüge muss stets von einem Zusammenspiel verschiedener Inhaltsstoffeausgegangen werden (synergistische Effekte). In-Vitro-Studien (lat.: im Glas; wissenschaftliche Bezeichnung für Vorgänge, die außerhalb des lebenden Organismus stattfinden) legen jedoch nahe, dass vor allem die seifenähnliche Substanz α-Hederin(ein Saponin) für die auswurffördernden (expectorierenden), krampflösenden(spasmolytischen) und schleimlösenden (sekretolytischen) Effekte verantwortlich ist. Auch entzündungshemmende (antiphlogistische) und hustenstillende (antitussive) Wirkungen werden dem Extrakt zugesprochen.[2]

Anwendung und Dosierung

Sollte das Arzneimittel aufgrund einer ärztlichen Empfehlung angewendet werden, sind den Anweisungen des Arztes zur Dosierung unbedingt Folge zu leisten.

Falls nicht anders verordnet, gelten in Abhängigkeit des Alter folgende Regeldosierungen:

Kinder von 1 bis 6 Jahren nehmen als tägliche Dosis 35 mg Efeublätter-Trockenextrakt ein (das entspricht etwa 2 mal täglich 2,5 ml Saft bzw. 3 mal täglich 12 Tropfen). Liquids, Lutschpastillen und Brausetabletten sind für Kinder unter 6 Jahren nicht geeignet.

Für Kinder von 6 bis 12 Jahren wird eine Tageshöchstmenge von 70 mg Efeublätter-Trockenextrakt empfohlen (das entspricht etwa 2 mal täglich 5 ml Saft, 3 mal täglich 16 Tropfen, 2 mal täglich 1 Liquid, 2 mal täglich eine halbe Brausetablette bzw. 2 mal täglich 1 Lutschpastille).

Erwachsene und Kinder ab 12 Jahren sollten höchstens 105 mg Efeublätter-Trockenextrakt pro Tag einnehmen (das entspricht etwa 3 mal täglich 5 ml Saft, 3 mal täglich 24 Tropfen, 3 mal täglich 1 Liquid, morgens eine ganze und abends eine halbe Brausetablette bzw. 4 mal täglich 1 Lutschpastille).

Der Saft wird unverdünnt, die Tropfen mit etwas Wasser oder Fruchtsaft vor einer Mahlzeit eingenommen. Die einzeln abgepackten Liquids werden zunächst leicht geknetet und anschließend direkt in den Mund ausgedrückt und unverdünnt geschluckt. Brausetabletten sind stets in einem Glas Wasser aufzulösen, die Pastillen werden nach dem Essen gelutscht.

Der Saft ist auch für Kinder unter 1 Jahr zugelassen. Die Anwendung darf jedoch nur nach ärztlicher Rücksprache erfolgen.

Diese Angaben können keinesfalls die Dosierungsanweisungen eines Arztes ersetzen.[3] [4] [5] [6] [7]

Wechselwirkungen und unerwünschte andere Wirkungen

Bisher sind keine Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln bekannt.

Folgende unerwünschte andere Wirkungen wurden beobachtet:

gelegentlich (1 bis 10 von 1000 Behandelten): Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Erbrechen, Durchfall)

sehr selten (weniger als 1 von 10000 Behandelten): allergische Reaktionen (Atembeschwerden, Ausschlag, Schwellungen im Kopf-Hals-Bereich, Nesselsucht)

Gegenanzeigen und Warnhinweise

Alle Darreichungsformen von Prospan dürfen nicht angewendet werden bei Überempfindlichkeit gegen einen der Inhaltsstoffe sowie während Schwangerschaft und Stillzeit aufgrund mangelnder Erfahrung.

Alternativen

Alternative Präparate, welche bei Reizhusten eingesetzt werden können sind: Bronchium® Tabletten sowie der rein pflanzliche Abtei® Hustensaft.