Schnupfen Beim Baby: Homöopathie

Globuli gegen Schnupfen (für Baby)

© PantherMedia / Jaren Wicklund

Ein Schnupfen (akute Rhinitis) entsteht durch eine akute Infektion der Nasenschleimhäute, die mit Anschwellung der Schleimhaut und Bildung einer lokalen Wasseransammlung (Ödem) und anschließender starker Schleimbildung einhergeht. Dieser Vorgang kann die Atmung durch die Nase stark einschränken, was vor allem Säuglingen zu schaffen macht. Die beeinträchtigte Atmung kann zudem die Nahrungsaufnahme behindern, was wiederum zu missmutiger Stimmung führen kann und gerade beim jungen Säugling vermieden werden sollte.

Die akute Rhinitis ist eine der häufigsten Infektionen im Säuglings- und Kindesalter und wird meist durch Adeno-, Rhino-, Parainfluenza-, und Coronaviren, seltener durch Bakterien verursacht. Da es sich meist um eine Infektion handelt, die innerhalb von einigen Tagen von alleine ausheilt (selbstlimitierende Infektion), selten komplikationsreich verläuft und zudem nur wenige zufrieden stellende konventionelle Therapieoptionen beim Säugling bestehen, kann eine Unterstützung mit homöopathischen Arzneimitteln sinnvoll sein. [1]

Empfohlene Globuli gegen Schnupfen (für Baby)

Die Globuli werden dem Säugling in die Wangentasche gelegt, so dass er sich nicht daran verschlucken kann. Damit die Globuli gut von der Mundschleimhaut aufgenommen werden können, sollte möglichst 30 Minuten vor und nach der Einnahme nichts getrunken oder gegessen werden.

In der nachfolgenden Liste findet sich eine detaillierte Darstellung geeigneter homöopathischer Mittel zur Unterstützung bei akuter Rhinitis im Säuglingsalter.[2]

Welche Ausprägung trifft auf Sie zu?

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie ist für die Wahl der richtigen Arznei entscheidend, welche der folgenden Ausprägungen die Beschwerden des Betroffenen am besten beschreiben. Je mehr Punkte einer Ausprägung auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der darunter aufgeführten Arznei.

Plötzlicher, nächtlicher Krankheitsbeginn, viel Niesen, trockene Schleimhäute, Nase verstopft

Begleiterscheinungen sind ein Rotes Gesicht, eine rote Wange (die andere ist blass) großer Durst und Herzklopfen. Die betroffenen Babys sind sehr ängstlich, unruhig und geräuschempfindlich. Der Auslöser kann kalter Wind sein. Das Präparat hat sich als Anfangsmittel bewährt.

Verbesserung:

 –

Verschlechterung:

 –

Empfohlene(s) Mittel:

Aconitum

Potenz: D10

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Säuglingsschnupfen und Schniefen der Säuglinge durch starke Schwellung der Nasenschleimhäute

Primär ist kein Schnupfen erkennbar. Als Begleiterscheinungen treten eine verstopfte Nase, Heiserkeit und anfallsartiger, erstickender Husten. Es kann zu Problemen beim Trinken an der Brust kommen.

Verbesserung:

Verschlechterung:

In der Nacht.

Empfohlene(s) Mittel:

Sambucus

Potenz: D10

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Niesen, Niesanfälle, tagsüber Fließschnupfen im Wechsel mit verstopfter Nase

Als Begleiterscheinungen treten Zugluftempfindlichkeit, Ungeduld, Reizbarkeit, Überempfindlichkeit, Juckreiz und Kitzeln in der Nase auf. Beim Betreten eines warmen Zimmers beginnt die Nase zu laufen, an frischer Luft verstopft die Nase.

Verbesserung:

Verschlechterung:

Am Morgen.

Empfohlene(s) Mittel:

Nux vomica

Potenz: D10

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Wund machender Fließschnupfen, besonders linksseitig, mit milder Sekretion der Augen und heftiges Niesen

Begleiterscheinungen sind ein Kratzen in der Kehle beim Husten und eine Entzündung des Kehlkopfes (Laryngitis).

Verbesserung:

Durch Kälte und frische Luft.

Verschlechterung:

Durch ein warmes Zimmer und Feuchtigkeit.

Empfohlene(s) Mittel:

Allium cepa

Potenz: D10

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Fließschnupfen, mildes, wässriges Sekret aus der Nase, dagegen wund machende, brennende Sekretion der Augen und heftiges Niesen

Begleiterscheinung kann eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis) sein.

Verbesserung:

Verschlechterung:

Abends und im warmen Zimmer.

Empfohlene(s) Mittel:

Euphrasia

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Fließschnupfen, wund machendes, wässriges, oft übel riechendes Sekret, dabei verstopfte Nase, rechte Seite vermehrt betroffen

Der Nasenausgang ist wund und gereizt. Außerdem brennende Schmerzen in Nase, Augen und Hals. Mögliche Ursache ist ein wund machender Tränenfluss.

Verbesserung:

Durch Wärme und warme Getränke.

Verschlechterung:

Durch Kälte.

Empfohlene(s) Mittel:

Arsenicum album

Potenz: D10

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Mildes Sekret, wässrig bis schleimig-gelb, dabei Jucken in den Augen und abends häufig verstopfte Nase

Verbesserung:

Verschlechterung:

Durch kalte Anwendungen und frische Luft.

Empfohlene(s) Mittel:

Pulsatilla

Potenz: D10

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Fließschnupfen, wässriges, mildes Sekret, heftige Niesanfälle

Begleiterscheinungen sind Tränenfluss mit Brennen der Augen.

Verbesserung:

Durch Wärme sowie warme Getränke.

Verschlechterung:

Durch kalte Luft.

Empfohlene(s) Mittel:

Sabadilla

Potenz: D10

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Stockschnupfen, trockene und empfindliche Nasenschleimhäute, Krusten in der Nase

Das Nasensekret ist morgens weiß oder gelb und tagsüber klar. Das betroffene Baby muss viel Niesen. Der Schnupfen wird begleitet von Stirnkopfschmerzen. Weitere Begleiterscheinungen sind Müdigkeit und Mattheit.

Verbesserung:

Im Freien.

Verschlechterung:

Durch trockene Zimmerluft.

Empfohlene(s) Mittel:

Luffa operculata

Potenz: D10

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Scharfes, wässriges Sekret, nachts und im Schlaf verstopfte Nase

Das betroffene Baby fährt nachts aus Luftnot hoch und niest vor allem morgens beim Aufwachen. Die Arznei hilfreich bei genereller Erkältungsneigung.

Verbesserung:

Durch ein warmes Zimmer.

Verschlechterung:

Empfohlene(s) Mittel:

Ammonium carbonicum

Potenz: D10

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Stockschnupfen, dickes, gelbes, fadenziehendes Sekret, Krustenbildung

Das betroffene Baby bohrt in der Nase, chronischer Verlauf mit Neigung zu Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis).

Verbesserung:

Verschlechterung:

Empfohlene(s) Mittel:

Kalium bichromicum

Potenz: D10

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Stockschnupfen, stark verstopfte Nase, Krusten in der Nase

Mögliche Ursache ist eine wiederkehrende (rezidivierende) Infektionen, die häufig mit Schnupfen beginnt und in einer Bronchitis oder Bronchiolitis endet. Die Beschwerden habe eine Neigung zu Sinusitis. Als Begleiterscheinung kann trockener Husten auftreten.

Verbesserung:

Durch frische Luft.

Verschlechterung:

Durch Einatmen von kalter Luft.

Empfohlene(s) Mittel:

Sticta pulmonaria

Potenz: D10

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Verstopfte Nase, aber auch Fließschnupfen

Mögliche Ursache der Beschwerden sind, kaltes, feuchtes Wetter und durch Wetterumschwung von warm nach kalt oder Durchnässung.

Verbesserung:

Durch Wärme, insbesondere sofortige Verbesserung des Schnupfens durch Auflage einer Wärmflasche auf Nase und Stirn.

Verschlechterung:

Empfohlene(s) Mittel:

Dulcamara

Potenz: D10

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Wund machendes, gelb-grünes, stinkendes, eher zähes Sekret

Das betroffene Baby muss häufig Niesen, hat gereizte Nasenlöcher, schwitzt in der Nacht und hat eine Neigung zu Sinusitis. Eine weitere Begleiterscheinung ist Zugluftempfindlichkeit.

Verbesserung:

Verschlechterung:

Sowohl durch Kälte als auch durch Wärme.

Empfohlene(s) Mittel:

Mercurius vivus

Potenz: D10

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Fließschnupfen und auch verstopfte Nase mit Wundheitsgefühl

Begleiterscheinung kann ein nächtlich auftretender Husten sein.

Verbesserung:

Verschlechterung:

Empfohlene(s) Mittel:

Zincum

Potenz: D10

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Zu beachten:

So geeignet Globuli auch zur Unterstützung bei akuter Rhinitis sind, die Selbstbehandlung ersetzt nicht die ärztliche Diagnose und Einschätzung von Risiken bei Erkältungssymptomen. Daher sollte nach zwei Tagen ohne Besserung durch die Selbstbehandlung mit Globuli ein Arzt konsultiert werden. Bei schwerwiegender Symptomatik wie Luftnot, Atemnebengeräuschen wie Pfeifen und Zischen bei der Ein- oder Ausatmung (Stridor), Einziehungen am Brustkorb (thorakale Einziehungen) sowie Nasenflügeln, einer Blaufärbung der Haut oder Schleimhäute des Babys (Zyanose) oder einer deutlichen Verschlimmerung der Symptome sollte immer ein Arzt aufgesucht werden. Dies gilt auch für Fieber (Pyrexie), deutliche Apathie und Trinkschwäche sowie Gewichtsverlust des Säuglings. [1]

Gerade bei Neugeborenen und Säuglingen in den ersten Lebensmonatensowie bei Säuglingen, die in der Vergangenheit komplizierte Atemwegsinfekte hatten oder unter einer Immunschwäche (Immundefizienz) leiden, sollte von einer Selbstbehandlung eher abgesehen werden. [1]

Es sei darauf hingewiesen, dass die Anwendung homöopathischer Mittel generell nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen sollte. Des Weiteren verfügen homöopathisch kundige Fachärzte über weitreichendere Kenntnisse und wenden daher auch andere Arzneimittel sowie Dosierungen an, als die in der Selbstbehandlung üblichen.


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen