Schnupfen: Häufige Fragen

TCM gegen Schnupfen

© PantherMedia / Piotr Marcinski

Der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird von vielen Seiten eine die Krankheitsdauer verkürzende und die Symptome abmildernde Wirkung bei Schnupfen (Rhinitis) nachgesagt. Diese Jahrtausende alte Medizinform aus China gründet sich auf fünf Säulen der Therapie. Einige davon haben inzwischen auch in Deutschland einen wachsenden Bekanntheitsgrad erlangt. Die bedeutungsvollste Behandlungskomponente bei Schnupfen ist die Therapie mit pflanzlichen Arzneimitteln (Phytotherapie). Ebenso zu nennen sind Akupunktur und Moxibustion (Wärme- oder Kälteanwendungen), Massage, Bewegungstherapie und die Ernährung.[1]

Da bei diesen traditionellen Methoden nur sehr wenig Nebenwirkungen bekannt sind, lohnt sich der Blick auf die chinesische Medizin besonders bei unkomplizierten Infektionen der Atemwege. 

Die Entstehung von Schnupfen aus Sicht der TCM

Von ausgesprochen großer Bedeutung in der Traditionellen Chinesischen Medizin ist das „Qi“. Es wird oft mit „Energie“ oder „Kraft“ übersetzt. Der Köper besteht aus verschiedenen „Qi-Strukturen“, die man sich wie Organsysteme vorstellen kann. Dabei ist es wichtig, dass der Fluss des „Qi“ nicht behindert oder gestört wird.

Die gleiche Bedeutung wird einem Gleichgewicht der Gegensätze (zum Beispiel warm und kalt) zugeschrieben. Die Parallelen zu Ying und Yang sind dabei kein Zufall.

Dieses komplexe System wird bei Krankheit gestört. Bei Schnupfen und Erkältung kommt es zu einem Übergewicht von Kälte, Wind und Feuchtigkeit, die in den Körper eindringen und so den Fluss des „Qi“ stören, besagt die Traditionelle Chinesische Medizin.[1][3] Diese Vorstellung findet sich auch im deutschen Wort „Verkühlung“ wieder.

In der TCM spricht man nicht von Viren oder Bakterien, sondern von pathogenen Faktoren, die den Körper in einer bestimmten Konstitution treffen. Diese wird ganz besonders durch die körpereigenen Abwehrkräfte, das „Wei Qi“ bestimmt. Dieses wird oft als eine Art „äußere Schutzschicht“ dargestellt.[3]

Treffen nun Kälte oder Feuchtigkeit auf den Organismus, dringen sie, in der Vorstellung der Traditionellen Chinesischen Medizin, in die Körperschichten ein und verursachen die Symptome, die von einem leichten Schnupfen bis hin zu einer ausgeprägten Erkältung reichen können.[1]

Behandlungsmethoden der TCM bei Schnupfen

Da die Traditionelle Chinesische Medizin von einem Ungleichgewicht zugunsten der Kälte ausgeht, zielen die Behandlungsmethoden auf eine Reduktion dieser Kälte sowie die Bildung von Wärme ab. Zudem soll versucht werden, die eingedrungenen Pathogene zu entfernen. Einige Behandlungsmethoden werden eingesetzt, um die Poren der äußeren Hautschichten – hier sitzt das „Wei Qi“ – zu öffnen, sodass die Pathogene nach außen geleitet werden.[4]

Wer allerdings hofft, die Schnupfensymptome damit vollständig zu unterdrücken, wird enttäuscht, denn aus Sicht der TCM handelt es sich bei Schnupfen um einensinnvollen Reinigungsmechanismus, um den Körper von „Altlasten“ zu befreien. Wird dieser Prozess beispielsweise durch den Einsatz von abschwellenden Nasentropfen oder Hustenstillern unterbrochen, könnten nicht unerhebliche Folgeerkrankungen entstehen.[1]

Die Art der Intervention richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung. Neben der sehr beliebten Phytotherapie wird auch einigen Akupunkturpunkten eine Wirksamkeit nachgesagt sowie eine „wärmebildende“ Ernährung empfohlen.

Jedoch steht die Traditionelle Chinesische Medizin der uns in Europa bekannten Schulmedizin in ihrer Komplexität in nichts nach, sodass unbedingt ein Experte für Diagnose und Therapie zurate gezogen werden sollte. Problematisch wird die Anwendung als Hausmittel auch dadurch, dass viele zu verwendende Pflanzen und Substanzen bei uns in Europa nicht zu erhalten sind.

Zuletzt darf nicht unerwähnt bleiben, dass nur sehr wenig evidenzbasierte (aussagekräftige) Studien für die tatsächliche Wirksamkeit der TCM existieren und der Glauben daran im Wesentlichen auf der Jahrtausende alten Anwendung ihrer Methoden besteht.

Was kann ich selber tun?

Nichtsdestotrotz können auch zu Hause einige einfache Mittel ausprobiert werden. Ingwer und Zimt stehen in dem Ruf, eine erwärmende Wirkung zu erzielen.

Hier bietet sich besonders die Zubereitung von Ingwertee (Sheng Jiang) an. Dafür wird eine Ingwerwurzel geschält, in Scheiben geschnitten und mit kochendem Wasser aufgebrüht. Nachdem der Tee 5–8 Minuten gezogen hat, kann er mit Zitrone und Zucker getrunken werden.[2]

Außerdem kann eine passende Ernährung angestrebt werden. Hier bieten sich viele Getreidesorten und vor allem gekochte Gerichte an. Ein gutes Frühstück könnte beispielsweise aus Haferbrei mit Trockenfrüchten und Zimt bestehen.[2]

Des Weiteren sind warme Fußbäder mit Salz sehr beliebt.[4] Wer weitere Erfahrungen mit der TCM sammeln möchte, kann mit Freunden oder Familie ein paar geeignete Akupressurpunkte im Internet recherchieren und ihre eventuelle Wirksamkeit an sich selbst ausprobieren.

Ein Grundsatz, der auch in der westlichen Medizin gilt, ist aber, dass eine Erkältung ihre Zeit braucht und etwas Ruhe und Schonung wahrscheinlich die beste Medizin sind.


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen