Schnupfen: Häufige Fragen

Was hilft gegen Schnupfen u. Halsschmerzen?

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Schnupfen (Rhinitis) bezeichnet eine Nasenschleimhautentzündung, die durch eine Infektion mit Rhinoviren entsteht und typischerweise mit einer Absonderung von Sekreten (Katarrh) einhergehen kann.[1][2]

Schnupfen tritt oft im Rahmen einer Erkältung auf, häufig in Kombination mit Halsschmerzen.

Halsschmerzen sind nicht nur ein Symptom einer harmlosen Erkältungskrankheit, sondern kommen auch bei bakteriellen oder schwerwiegenden viralen Infektionen vor, die umgehend behandelt werden sollten.

Zur Linderung der Beschwerden gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Halten die Beschwerden an oder verschlimmern sie sich sogar, sollte ein Arzt aufgesucht werden, insbesondere wenn zusätzlich Fieber auftritt.

Behandlung bei Schnupfen und Halsschmerzen

Eine Rhinitis kann durch Viren und Bakterien, aber auch durch Allergene (Allergie auslösende Substanzen) oder chemische und physikalische Noxen (Substanzen, die den Organismus schädigen können) verursacht werden. Außerdem kann es bei einer Rhinitis zusätzlich zu einer bakteriellen Infektion kommen.

Ein Schnupfen kann akut oder chronisch auftreten.

Ist eine akute Rhinitis das erstes Symptom einer Erkältung (grippaler Infekt), wurde sie meistens von Viren verursacht, seltener von Bakterien. Die chronische Rhinitis dagegen kann u.a. aufgrund einer allergischen Reaktion (Rhinitis allergica) auftreten. Abhängig vom auslösenden Allergen, kann sie jahreszeitlich gebunden sein, z. B. bei einer Pollenallergie, die durch den Pollenflug bedingt zwischen Januar und September verstärkt in Erscheinung tritt. Die saisonunabhängige Rhinitis allergica kann beispielsweise durch Hausstaub, Milben oder Tierhaare hervorgerufen werden.

Auch physikalische oder chemische Noxen (Substanzen, die den Organismus schädigen können) können einen chronischen Schnupfen verursachen.[2]

Ist die Regulation der Blutgefäße der Nasenschleimhaut gestört, kann eine Rhinitis vasomotorica auftreten. Sie wird häufig in Zusammenhang mit psychischem Stress, hormonellen Einflüssen oder Temperaturschwankungen beobachtet.

Aufgrund des breit gefächerten Erregerspektrums, das für die Entstehung von Schnupfen und Halsschmerzen verantwortlich sein kann, sowie der Vielzahl anderer in Betracht kommender Auslöser wird im Folgenden lediglich auf die Behandlung der wahrscheinlichsten Diagnosen eingegangen.[2]


Allgemeine Maßnahmen

Bei unkompliziertem Verlauf klingt eine Erkältungskrankheit mit Schnupfen und Halsschmerzen innerhalb von 4 bis 9 Tagen von selbst wieder ab und benötigt meist nur eine Behandlung der Symptome. Neben genügend Schlaf und Ruhe sollte auf eine ausgiebige Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Zudem sollte auf den Genuss von Alkohol und Nikotin verzichtet werden.[3]

Da die Erreger einer Erkältungskrankheit über Tröpfchen übertragen werden können, sollte ein engeren Kontakt zu Infizierten vermieden werden.[4]


Hausmittel/Anwendungen

Bei milden Krankheitsverläufen können bewährte Hausmittel zur Beschwerdelinderung beitragen.

Besonders geeignete Wirkstoffe bei Halsschmerzen:

Zur Behandlung von Halsschmerzen kann mehrmals täglich mit warmem Salbeitee gegurgelt werden.[5]. Neben seinen antibakteriell wirkenden ätherischen Ölen verfügt Salbei zusätzlich über Gerbstoffe mit entzündungshemmender Wirkung.[6] Auch Kamillentee soll zur Schmerzlinderung beitragen und kann ebenfalls angewendet werden.[7]

Besonders geeignete Wirkstoffe bei Schnupfen:

Ein einfaches Hausmittel bei Husten und Schnupfen im Rahmen eines grippalen Infektes stellt die Inhalation dar. Diese kann mit Wasserdampf, Kamillentee oder Salbeitee durchgeführt werden. Ätherische Öle können ebenfalls als Inhalationszusatz zum Einsatz kommen, sollten jedoch weder bei bekanntem Asthma noch bei Kleinkindern angewendet werden.

Für die Inhalation wird eine Schüssel mit heißem Wasser gefüllt und auf einen Tisch gestellt. Anschließend wird der Kopf über die Schüssel gebeugt, ein Handtuch über Kopf und Schüssel gedeckt und der heiße Wasserdampf etwa 10 Minuten inhaliert. Dabei soll der Abstand zwischen Gesicht und Schüssel etwa zwei Handbreit betragen, um Verbrühungen vorzubeugen. Die Dämpfe sollen in ruhigen, tiefen Atemzügen über Nase und Mund eingeatmet werden.

Durch eine solche Inhalation können die Atemwege angefeuchtet und zäher Schleim verflüssigt werden.

Anschließend sollte das Gesicht mit einem feuchten Handtuch abgekühlt, Ruhe eingehalten und Zugluft unbedingt vermieden werden.[8]


Medikamente

Nicht selten macht sich Schnupfen sowohl durch Naselaufen als auch eine Verstopfung der Atemwege quälend bemerkbar. Nasensprays können hier Abhilfe schaffen und werden im Folgenden näher besprochen.

Geeigneter Wirkstoffe bei akuter Rhinitis: Xylometazolin

Xylometazolin bezeichnet eine chemische Verbindung, die zu einer Verengung (Kontraktion) der Gefäßwände der Nasenschleimhaut führen und dadurch die Durchblutung verringern kann. Infolgedessen können die Schleimhäute abschwellen. Das rezeptfrei erhältliche Nasenspray kann zur kurzfristigen Behandlung von Erkältungskrankheiten 1–3-mal pro Tag angewendet werden. Wird das Medikament bestimmungsgemäß angewendet, sollten keine Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten auftreten. Mögliche Nebenwirkungen sind Schleimhauttrockenheit oder ein brennendes Gefühl in der Nase.

Die Anwendung von Xylometazolin (z.B. [®] [®] [®] Olynth, Otriven, Rapako) darf bei Rhinitis sicca, einer durch Trockenheit und Verkrustung der Nasenschleimhaut gekennzeichneten Erkrankung, nicht angewendet werden.[9]

Eine Anwendung länger als sieben Tage sollte unbedingt vermieden werden, da es zu einem sogenannten Rebound-Phänomen kommen kann. Das bedeutet, dass nach den Nachlassen der Medikamentenwirkung eine verstärkte Durchblutung mit nachfolgendem Anschwellen der Nasenschleimhaut beobachtet werden kann, das zu einer erneuten Anwendung des Nasensprays verführen kann. Auf lange Sicht führt diese Art der Anwendung zu einer dauerhaften Austrocknung und Schädigung der Schleimhaut.[10]

Geeignete Wirkstoffe bei akuter Rhinitis: Meersalz Nasenspray

Nasenspray auf Meersalz-Basis ([®] [®] [®] Rhinomer, Rhinobeta, Abtei) stellt eine alternative Behandlungsmöglichkeit eines Schnupfens dar und kann zur Reinigung und Befeuchtung der Nasenschleimhaut beitragen.[11]

Das Nasenspray kann je nach Bedarf bei Erwachsenen mit 1–2 Sprühstößen mehrmals täglich angewendet werden. Bei Kindern im Alter von 1 bis 6 Jahren sollte jeweils nur ein Sprühstoß, ebenfalls bei Bedarf mehrmals täglich, durchgeführt werden.[12]

Zu beachten

Bessern sich die Beschwerden nicht oder tritt zusätzlich Fieber auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden, um mögliche Komplikationen frühzeitig zu erkennen und angemessen zu behandeln.

Als mögliche Komplikation eines grippalen Infektes kann sich z. B. eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis), eine Mittelohrentzündung (Otitismedia), eine Mandelentzündung (Angina tonsillaris) oder eine Rachenentzündung (Pharyngitis) entwickeln.[13] Im Falle einer bakteriellen Infektion kann eine Therapie mit Antibiotika notwendig werden.[14]

Kinder, die unter ungeklärten Beschwerden leiden, sollten ebenfalls dem behandelnden Arzt vorgestellt werden.

Bei bestehenden Vorerkrankungen der Atemwege, Verletzungen sowie nach einer Operation der Nase sollte die Anwendung eines Nasensprays nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen.[12]


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen