Schnupfen: Häufige Fragen

Schnelles Mittel gegen Schnupfen

© PantherMedia / Arne Trautmann

Unter Schnupfen versteht man eine Entzündung der Nasenschleimhaut (Rhinitis), welche oft im Rahmen von viralen Luftwegsinfekten entsteht. In der Regel hält Schnupfen nicht länger als sieben Tage an und verläuft meist komplikationslos[1].

Zur Behandlung des Schnupfen gibt es unterschiedlichste Maßnahmen, jedoch keine eigentliche Therapie. Durch Medikamente sollen die Beschwerden und das Naselaufen gelindert werden sowie das freie Durchatmen wieder schnell hergestellt werden.
Die verschiedenen Mitteln gegen Schnupfen werden in weiterer Folge beschrieben.

Medikamente gegen Schnupfen

Abschwellende Mittel

Abschwellende Mitteln haben eine gefäßverengende (vasokonstringierende) Wirkung mit vorübergehender Abschwellung der Nasenschleimhaut, kurzfristiger Verminderung von Schmerzen und einer freieren Nasenatmung.
Zur Abschwellung werden Nasensprays mit niedriger Dosierung von 0,05% Xylometazolin oder Oxymetazolin ohne das Konservierungsmittel Benzalkoniumchlorid empfohlen. Die Anwendung sollte auf 5-7 Tage begrenzt bleiben, da es sonst zu einer überschießenden Gegenreaktion (Rebound-Effekt) oder zu einer chronischen Schwellung der Schleimhaut (Rhinitis medicamentosa) als Folge eines längerfristigen Gebrauchs abschwellender Nasensprays oder -tropfen) kommen kann.
Durch Benzalkoniumchlorid können Reiz- und Schädigungswirkungen auftreten [1].

Nasenspülungen

Die Nasenspülung mit physiologischer Kochsalzlösung ist eine einfache Methode zur wirksamen Reinigung der Nasenschleimhäute. Bei Trockenheit, Verschmutzung oder Schleim ist die natürliche Reinigungsfunktion der Nasenschleimhaut beeinträchtigt. Auf diesem Weg können Krankheitserreger (Pathogene), wie z.B. Viren, Bakterien leichter in die Zellen der Nasenschleimhaut eindringen und so zur einer Infektion/Entzündung führen.

Als Spüllösung finden typischerweise isotone Salzlösungen Verwendung. Mit einem geeigneten Gefäß, einer Nasenspülkanne mit langem Schnabel, der beim Ansetzen an ein Nasenloch dicht mit diesem abschließt, gießt man, am besten über dem Waschbecken, bei geöffnetem Mund und Atmung durch den Mund, 100-200 ml lauwarme, ca. 0,9%ige Kochsalzlösung in ein Nasenloch hinein und leitet den Flüssigkeitsstrom durch Neigung bzw. Schräghalten des Kopfes zur anderen Seite und Vornüberbeugen wieder zum anderen Nasenloch hinaus. Danach schnäuzt man kräftig aus und wiederholt den Vorgang auf der anderen Seite [2].
Abzuraten ist von Nasenspülungen mit hypotonen Lösungen bzw. Leitungswasser wegen der Gefahr – danach – auftretender Mittelohrentzündungen[1].

Entzündungshemmende Mittel

Lediglich bei bestehenden Schmerzen und wegen der stärkeren entzündungshemmenden Wirkung und nicht als abschwellende Maßnahme wird die Einnahme von Entzündungshemmern/Schmerzmittel (Analgetika/Antiphlogistika) empfohlen [3].
Als Beispiel werden hier zwei Wirkstoffe aus dieser Gruppe beschrieben:

Paracetamol

Paracetamol besitzt eine schmerzlindernde (analgetische) und fiebersenkende (antipyretische) Wirkung. Der Wirkmechanismus ist nicht aufgeklärt, es wird eine Hemmung von Cyclooxigenasen im Gehirn vermutet[4]. Dieses Enzym steuert die Bildung von körpereigenen Botenstoffen, den Prostaglandinen. Sie spielen eine Rolle als Schmerzmediatoren (Schmerzvermittlung), bei der Wirkung von Hormonen sowie bei der Entstehung von Fieber bei Entzündungsprozessen. Paracetamol wird zur Therapie leichter bis mittelstarker Schmerzen sowie zur Fiebersenkung eingesetzt[5].

Unerwünschte Wirkungen sind bei therapeutischer Dosierung (bis zu 2 g pro Tag) sehr selten und unspezifisch (z.B. Überempfindlichkeitsreaktionen).
Gegen eine Verabreichung des Wirkstoffes sprechen Leber- und Nierenschäden.
Paracetamol sollte nicht zusammen mit Alkohol eingenommen oder verabreicht werden, da das Risiko einer Leberschädigung insbesondere bei hoher Dosis erhöht ist.
Paracetamol wird in Abhängigkeit von Körpergewicht bzw. Alter dosiert, in der Regel, und nicht anders vom Arzt angegeben, mit 10 bis 15 mg/kg KG (Körpergewicht) als Einzeldosis, bis maximal 60 mg/kg KG als Tagesgesamtdosis.
Das jeweilige Dosierungsintervall richtet sich nach der Symptomatik und der maximalen Tagesgesamtdosis. Es sollte 6 Stunden nicht unterschreiten[5].

Ibuprofen

Der Wirkungsmechanismus von Ibuprofen besteht im wesentlichen in einer Hemmung des Enzymes Cyclooxygenase und der daraus folgenden Reduktion spezifischer Botenstoffe (Prostaglandine), welche bei der Entstehung von Entzündungen, Schmerzen und Fieber eine zentrale Rolle spielen[4]. Durch Ibuprofen kann somit das Beschwerdebild und eventuelle Begleitsymptome wie Kopf- und Gesichtsschmerzen sowie Fieber minimiert werden. Die Dosierung wird nach Angaben des Arztes empfohlen.

Zu den häufigsten unerwünschten Wirkungen von Ibuprofen gehören Effekte im Bereich des Magen-Darm-Traktes. Bei Patienten mit eingeschränkter Blutgerinnung, Nierenfunktionsstörungen, Magen-Darm-Geschwüren sowie bekannten Überempfindlichkeitsreaktionen sollte Ibuprofen nur unter strenger Kontrolle angewendet werden. Während der Schwangerschaft sollte auf eine Einnahme von Ibuprofen weitgehend verzichtet werden bzw. mit dem Arzt abgeklärt werden[4].

Zu beachten

Durch die Schwächung des Körpers während des Schnupfens ist in dieser Zeit das Risiko groß, sich mit einem weiteren Erreger (z.B. Bakterien) anzustecken (Superinfektion).

Bei länger andauernden Schnupfen (> 7 Tage) oder hinzukommenden Symptomen wie zum Beispiel Gesichtschwellungen, hohes Fieber, Benommenheit, Übelkeit und Erbrechen oder Doppelbilder sollte man einen Arzt aufsuchen.


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen