Schnupfen: Häufige Fragen

Mittel gegen Schnupfen (Apotheke)

© PantherMedia / Tom Baker

Schnupfen oder Erkältungen entstehen in den meisten Fällen durch Infektionen der Nasenschleimhaut mit Viren (meist Rhinoviren). Aber auch Bakterien, Pilze oder allergische Reaktionen können eine schnupfenähnliche Symptomatik hervorrufen.[1]

Etwa 1-3 Tage nachdem der Virus sich in die Nasenschleimhaut „eingenistet“ hat, treten erste Symptome wie Verlust des Riechvermögens (Hyposomie), eine verstopfte Nase (Initialstadium) und Bildung von klarem Nasenschleim (exsudatives Stadium) auf.[2]

Kommt es im Laufe der Erkrankung zu einer zusätzlichen Infektion der Nasenschleimhaut mit Bakterien (Superinfektion) entsteht gelb-grün-eitriger Schleim.[3]

Diese bakteriellen Infektionen beinhalten die Gefahr einer Ausbreitung der Entzündung in die Nasennebenhöhlen sowie in das Mittelohr und sollten daher frühzeitig erkannt werden. Folgende Medikamente können vor allem in den Anfangsstadien der Erkältung die Symptome lindern und eine Ausbreitung verhindern.[4]

Medikamente bei/gegen Schnupfen

Paracetamol

  • Die genaue Wirkungsweise von Paracetamol ist noch nicht vollständig geklärt. Gesichert ist jedoch, dass es sich unter anderem um einen Mechanismus handelt, welcher die Bildung von bestimmten Entzündungsbotenstoffen (Prostaglandine) im Gehirn unterbindet. Prostaglandine sind an einer Vielzahl von Prozessen im menschlichen Körper beteiligt unter anderem an der Entstehung von Schmerzen und Fieber.[5]

Paracetamol hemmt die Bildung dieser komplexen Moleküle und hat daher eine schmerzlindernde (analgetische) und fiebersenkende (antipyretische) Wirkung, aber auch Nebenwirkungen.[6]

  • Wie bei vielen anderen Medikamenten kann auch Paracetamol allergische Reaktionen hervorrufen. In seltenen Fällen wird beobachtet, dass nach der Einnahme von Paracetamol eine Verschlechterung der Leberwerte (Anstieg der Serumtransaminasen) eintritt.[7]

Sehr selten kommt es vor, dass sich die Anzahl der Blutplättchen (Thrombozyten) sowie von bestimmten weißen Blutzellen (Granulozyten) vermindert und zu Thrombozytopenie (Blutplättchenarmut) sowie Agranulozytose (Mangel an Granulozyten) führt.

Paracetamol soll daher nicht eingenommen werden, wenn eine Allergie gegen diesen Wirkstoff vorhanden ist sowie eine bereits geschädigte Leber oder Niere vorliegen.

Paracetamol sollte hauptsächlich nicht in Kombination mit bestimmten Schlaf- und Beruhigungsmittel (Phenobarbital, Phenytoin, Carbamazpin), bestimmten Blutfettsenkern (Cholestyramin) sowie Mittel gegen Übelkeit (Metoclopramid, Domperidon) oder „Blutverdünnern“ (Warfarin, Coumarine) eingenommen werden. Es darf während einer Paracetamol-Therapie kein Alkohol getrunken werden, da dies zu starken Leberschädigungen führen kann.

  • Mexalen®, Neo Citran® oder Mexa Vit C® beispielsweise enthalten diesen Wirkstoff. Neo Citran® und Mexa Vit C® sind als Pulver bzw. Brausetabletten erhältlich und können somit in heißem Wasser gelöst und somit wie ein Tee getrunken werden.
  • Vor allem bei fortgeschrittenen Erkältungssymptomen wie Fieber sowie Kopf- und Gliederschmerzen kann Paracetamol lindernd wirken. Die übliche Dosierung für Erwachsene beträgt bis zu 500 mg Paracetamol die 2-3-mal täglich eingenommen werden können und von einem Arzt verschrieben werden.[6]


Xylometazolin

  • Dieser Wirkstoff gehört zur Gruppe der sogenannten alpha-Sympathomimetika. Er wirkt direkt an den Blutgefäßen der Nasenschleimhaut und aktiviert dort Rezeptoren (Andockstellen für bestimmte Moleküle, die im Inneren einer Zelle eine Reaktion auslösen), an denen normalerweise körpereigenes Adrenalin und Noradrenalin wirken (alpha-Adrenorezeptoren).[8]

Xylometazolin wirkt also schleimhautabschwellend, indem es die Gefäße in der Nasenschleimhaut verengt und so die Durchblutung verringert. Die Wirkung tritt innerhalb weniger Minuten ein.

  • Folgende Nebenwirkungen können auftreten: unter anderem eine zu erhöhte Pulsfrequenz, Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen sowie Herzklopfen und Kopfschmerzen.

Der Wirkstoff soll nicht angewendet werden, wenn eine Allergie gegen Xylometazolin besteht, ein chronischer Schnupfen vorliegt oder bestimmte Operationen im Nasenbereich (zum Beispiel: Entfernung der Zirbeldrüse) durchgeführt wurden. Des Weiteren darf Xylometazolin nicht mit blutdrucksteigernden Medikamenten oder bestimmten Antidepressiva eingenommen werden, da es zu einer massiven Steigerung des Blutdruckes kommen kann. Es sollte daher vor allem nicht angewendet werden, wenn ein erhöhter Blutdruck oder ein erhöhter Augeninnendruck bereits von einem Arzt diagnostiziert. wurde. Auch bei Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) und Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion) sollte Xylometazolin nicht verwendet werden.

  • NASIC®, OTRIVIN® Schnupfen 0,1% oder RINOSEDIN® 0,1% sind Beispiele für Handelsnamen mit diesem Wirkstoff. Sie werden als Nasentropfen oder Nasensprays angeboten, wobei 2-3-mal täglich ein Tropfen bzw. ein Sprühstoß für jedes Nasenloch angewendet werden kann. Die Präparate sollten jedoch nicht länger als 7 Tage am Stück verwendet werden.[9]
  • Da die Nasennebenhöhlen über eine kleine Öffnung mit der Nasenhöhle in Verbindung stehen, besteht vor allem bei Schnupfen mit bakterieller Besiedelung (Superinfektion) die Gefahr, dass diese Öffnung durch die Schleimhautschwellung verschlossen wird. Dies hat zur Folge, dass der Reinigungsmechanismus der in den Nasennebenhöhlen befindlichen Flimmerhärchen durch den „verstopften Abfluss“ in die Nasenhöhle gestört ist und so ein erhöhtes Risiko für eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) besteht. Die Anwendung dieser schleimhautabschwellenden Wirkstoffe wie Xylometazolin soll dies verhindern.[10]


Acetylsalicylsäure

  • Acetylsalicylsäure (Aspirin, ASS) wirkt als Hemmer der sogenannten Cyclooxygenase, ein Enzym, das an der Bildung von Prostaglandinen (Entzündungsbotenstoffen) beteiligt ist. Acetylsalicylsäure hemmt die Prostaglandinbildung und hat ebenso wie Paracetamol eine schmerz- und fieberhemmende, aber zusätzlich noch entzündungshemmende und „blutverdünnende“ (thrombozytenaggregationshemmende) Wirkungen. ASS wird zur Grupper der nicht-steroidalen Antirheumatika gezählt, da dieser Wirkstoff im Gegensatz zu beispielsweise Kortison (Hormon bzw. „Steroid“ aus der Nebennierenrinde mit entzündungshemmender Wirkung) auf nicht-hormoneller Basis in der Therapie gegen Rheuma angewendet werden kann.
  • Dieser Wirkstoff sollte nur angewendet werden, wenn keine Leber- oder Nierenschädigungen und keine Magen-oder Darmgeschwüre vorliegen, da Acetylsalicylsäure die Durchblutung vor allem in der Niere und im Magen hemmt. Es kann zu einer erhöhten Blutungsneigung kommen und darf daher nicht mit anderen „Blutverdünnungsmedikamenten“ (z.B.: Coumarinderivate wie Marcumar) oder vor Operationen (z.B.: Zahnarzt) eingenommen werden. Ebenso kann es zu allergischen Reaktionen durch Acetylsalicylsäure kommen und sollte bei Auftreten von Überempfindlichkeitsreaktionen nicht eingenommen werden. Außerdem sollte darauf geachtet werden keinen Alkohol, keine blutzuckersenkenden Medikamente (Antidiabetika) und bestimmte Antidepressiva gemeinsam mit Acetylsalicylsäure einzunehmen.[11]
  • Aspirin®, ThromboASS® und Alka-Seltzer® beinhalten Acetylsalicylsäure als Wirkstoff. Oft wird ASS in Kombination mit Vitamin C, dem eine positive Wirkung auf den Heilungsprozess von Erkältungen nachgesagt wird, angeboten.[12] Die übliche Dosis für Erwachsene beträgt bis zu 3mal täglich 500mg ASS.
  • Acetylsalicylsäure hat eine entzündungs- und schmerzhemmende sowie fiebersenkende Wirkung, wodurch bei Erkältungen auftretende Kopf-, Glieder- und Muskelschmerzen sowie Fieber gelindert werden können. Wie auch Paracetamol, kann Acetylsalicylsäure in Form von Pulvern oder Brausetabletten als Heißgetränk eingenommen werden.[11]

Zu beachten

Nach etwa 8-10 Tagen nach Krankheitsbeginn sollten die Symptome wieder nachlassen und die Erkältung wieder ausgeklungen sein. Eventuell muss bei Übergreifen der Entzündung auf die Nasennebenhöhlen auf eine antibiotische Therapie zurückgegriffen werden.[13]


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen