Schnupfen Beim Kleinkind: FAQ

Verstopfte Nase (bei Kleinkind) – was tun / was hilft?

© PantherMedia / Markus W. Lambrecht

Eine verstopfte Nase bei Kleinkindern ist eine häufige Begleiterscheinung von Erkältungskrankheiten. Meist ist ein harmloser grippaler Infekt, der nach rund einer Woche von selbst ausheilt, verantwortlich für die Beschwerden. Eine spezifische Behandlung ist hierbei in den meisten Fällen nicht notwendig. Ein grippaler Infekt tritt gehäuft während der kalten Jahreszeit auf und äußert sich neben einer verstopften Nase in der Regel durch körperliche Abgeschlagenheit, Halsschmerzen, Kopfschmerzen, Husten oder erhöhte Temperatur. Im Folgenden soll nun auf die allgemeine Behandlung und mögliche Risiken einer verstopften Nase bei Kleinkindern eingegangen werden.

Behandlung bei verstopfter Nase (bei Kleinkind)

In der überwiegenden Zahl der Fälle ist eine Erkältung oder ein grippaler Infekt für eine verstopfte Nase beim Kleinkind verantwortlich. Diese werden durch Rhino-, Corona-, RS- oder Parainfluenzaviren hervorgerufen, verlaufen mild und sind in der Regel nach 7- 10 Tagen selbstlimitierend. Das bedeutet, dass keine spezielle Behandlung erforderlich ist. Übertragen werden solche viralen Infekte durch Händeschütteln und das Berühren von Türklinken oder anderen, kontaminierten Gegenständen (trockene Infektion) oder auch via Tröpfcheninfektion über die Luft durch Niesen, Husten und Sprechen (feuchte Infektion).[1] Treten die Beschwerden plötzlich, von einer auf die andere Minute auf und zeigen einen schwereren Verlauf, kann dies auf eine mögliche Influenza-Infektion (echte Grippe) hinweisen. Liegt eine solche Infektion vor, kann in den ersten 48 Stunden nach der Ansteckung eine Therapie mit speziellen Medikamenten, sogenannten Neuraminidasehemmern versucht werden. Diese blockieren ein für die Ausbreitung des Virus wichtiges Protein, weshalb sie auch nur zu Beginn einer Infektion wirksam sind. In der Mehrzahl der Fälle verlaufen aber auch Influenza-Infektionen nicht dramatisch und heilen von selbst aus.[2]

Treten neben einer verstopften Nase auch eitrige Sekretabsonderungen mit begleitendem Fieber auf, kann dies auf eine bakterielle Infektion hindeuten. Zeigen die Beschwerden nach einer Woche noch keine Besserung, empfiehlt es sich einen Arzt zu konsultieren, um eine antibiotische Therapie in Erwägung zu ziehen.

In der Folge soll nun hauptsächlich auf die Behandlungsmöglichkeiten einer verstopften Nase bei einem grippalen Infekt eingegangen werden.


Allgemeine Maßnahmen

Die Beschwerden klingen meist nach rund einer Woche von selbst ab, weshalb keine gezielte Behandlung nötig ist. Im optimalen Fall kann durch die folgenden, unterstützenden Maßnahmen eine Linderung von Beschwerden und eine Förderung der Genesung erreicht werden:

  • körperliche Schonung: Überanstrengung kann einen bestehenden Infekt noch verschlimmern.
  • viel trinken: Am besten über 2 Liter pro Tag, Heißgetränke wie Kräutertees können bei einer Entzündung des Rachens wohltuend wirken.
  • Wärme: Bei einer Erkältung ist eine weitere Unterkühlung zu vermeiden. Auf angenehm hohe Raumtemperaturen und ausreichende Bekleidung sollte geachtet werden.
  • viel schlafen: Während des Schlafes kann der Körper am besten regenerieren und eine Erkrankung auskurieren.


Hausmittel/ Anwendungen

Bei einer verstopften Nase existiert eine Vielzahl von natürlichen Heilmitteln, die angewandt werden können.

Die Zwiebel, auch Küchenzwiebel oder Allii cepae bulbus, verfügt über eine Vielzahl von Inhaltsstoffen, die Beschwerden bei einer verstopften Nase lindern können. Bereits seit Jahrhunderten kommt die Zwiebel als Naturheilmittel zum Einsatz, wobei man sich ihre, keimtötenden, entzündungshemmenden und schleimlösenden Eigenschaften zunutze macht. Für ihre antibakterielle Wirkung sind dabei vor allem Schwefelverbindungen verantwortlich[3]. Die Zwiebel besitzt des Weiteren gerinnungshemmende Effekte auf das Blut, senkt den Blutdruck und kann Cholesterin- und Blutzuckerwerte positiv beeinflussen.

Bei Kleinkindern mit einer verstopften Nase kann die schleimlösende Wirkung der Zwiebel die Beschwerden verbessern, der durchblutungsfördernde und antibakterielle Effekt trägt zudem zu einer schnelleren Heilung bei. Für die Anwendung können einige Zwiebeln in kleine Stücke geschnitten und neben dem Bett des Kindes positioniert werden, damit sich die Inhaltsstoffe in der Luft entfalten und eingeatmet werden können. Da vor allem rohe Zwiebeln reich an Inhaltsstoffen sind, sollten sie für die Verwendung als Heilmittel nicht gegart werden. Bislang wurden keine Nebenwirkungen oder Einschränkungen beschrieben, weswegen die Zwiebel auch bei Kleinkindern gefahrlos angewandt werden kann.[1]

Die Kamille ist ein äußerst beliebtes natürliches Heilmittel und besitzt eine Vielzahl von positiven Eigenschaften. Sie wird für die Behandlung von Haut- und Schleimhautentzündungen (inkl. Mundhöhle und Zahnfleisch), bei entzündlichen Erkrankungen der Luftwege oder bei Krämpfen und Entzündungen des Magen-Darm-Traktes verwendet. Die Kamillenblüte hat antibakterielle, antivirale, krampflösende und entzündungshemmende Eigenschaften.[4] Ihre ätherischen Öle können für die Inhalation oder die Zubereitung von Tees verwendet werden. Bei einer verstopften Nase kann dreimal täglich ein Tee aus frischen oder getrockneten Kamillenblüten zubereitet werden. Auch für die Kamille wurden bisher keine Nebenwirkungen oder Kontraindikationen beschrieben4. Sehr selten kann es zu Allergien kommen, hierbei sind vor allem Menschen betroffen, die generell allergisch auf Korbblütler (wie Kopfsalat, Artischocke oder Sonnenblume) reagieren.

Für die Inhalation können auch Salzwasser oder die ätherischen Öle von Pfefferminze oder Eukalyptus verwendet werden, die allesamt schleimlösend wirken und somit die Nasenatmung erleichtern können. Bei Pfefferminze oder Eukalyptus können entweder frische Blätter oder ein paar Tropfen eines Ölkonzentrates in Wasser gelöst und für die Inhalation genutzt werden. Für Pfefferminze und Eukalyptus sind keine Allergien beschrieben.[3]


Medikamente

Da die allermeisten Infekte bei Kleinkindern viral verursacht sind, sind Antibiotika unwirksam und sollten dringend vermieden werden. Nur bei einer durch einen Arzt bestätigten bakteriellen Infektion sollten Antibiotika eingenommen werden.

Zur Therapie der Beschwerden bei einer verstopften Nase existiert eine Vielzahl von verschiedenen Nasentropfen. Unterschieden wird dabei vor allem zwischen abschwellenden Nasentropfen und -sprays mit Salzlösungen. Schleimhautabschwellende Nasentropfen enthalten Wirkstoffe, die die Gefäße in der Nasenschleimhaut verengen und so die örtliche Durchblutung verringern. Dies führt zu einer Abschwellung der Schleimhaut, wodurch auch die Schleimbildung (Sekretion) abnimmt und die Nasenatmung unmittelbar erleichtert wird. Oxymetazolin (Nasivin® ohne Konservierungsstoffe für Kleinkinder) und Xylometazolin (Otriven® gegen Schnupfen 0,05% Dosierspray ohne Konservierungsstoffe, Olynth® für Säuglinge und Kleinkinder, Nasic® für Kinder) sind Beispiele für häufig verwendete Wirkstoffe. Zu beachten ist, dass abschwellende Nasentropfen zwar ein befreites Atmen bei einer verstopften Nase ermöglichen, allerdings nicht zu einer schnelleren Heilung des zugrunde liegenden Infektes beitragen. Die Wirkstoffe sind in der Regel gut verträglich und es existieren spezielle Präparate für Kinder, die einen geringeren Wirkstoffbedarf aufweisen. Dennoch sollten abschwellende Nasentropfen aber maximal nur 3–4 Tage am Stück angewendet werden, da sie bei längerem Gebrauch zu einer Schädigung der Nasenschleimhaut führen.

Nasensprays mit Salzlösungen (Emser Nasenspray®, Rhinomer Nasenspray®, ratiopharm NasenSpray Pur®) wirken ebenfalls schleimlösend und können auch bei Kleinkindern angewandt werden. Sie verflüssigen das Sekret in der Nase und verbessern so die Funktion der Zellen in der Nasenschleimhaut. Auch sie wirken rein symptomatisch, allerdings führen sie nicht zu einem Abschwellen der Schleimhaut und haben somit auch keinen schädigenden Effekt bei längerer Anwendung.

Zu beachten

Meist liegt einer verstopften Nase bei Kleinkindern ein viraler Infekt zugrunde, wobei eine begleitende Behandlung ausreichend ist. Körperliche Schonung, ausreichende Bekleidung und viel Flüssigkeit können positiv auf die Genesung wirken. Liegt ein bakterieller Infekt vor, sollte eine antibiotische Therapie erfolgen.

Natürliche Heilmittel wie Zwiebeln, Kamille oder die Inhalation der ätherischen Öle von Pfefferminze oder Eukalyptus sind auch bei Kleinkindern schnelle und effektive Hausmittel.

Zur erleichterten Nasenatmung existiert eine Vielzahl verschiedener Nasentropfen, die auf unterschiedliche Art und Weise eine verstopfte Nase befreien können. Für Kleinkinder existieren hierbei spezielle Präparte mit verminderter Wirkstoffkonzentration.

Generell empfiehlt sich eine ärztliche Konsultation, wenn nach einer Woche noch keine Besserung eingetreten ist, die Symptome sehr stark ausgeprägt sind oder sich das Befinden sehr rasch verschlechtert.

Bei allergischen Reaktionen, die sich durch rasch auftretende Schwellung, Rötung und evtl. Atemnot äußert, sollte dringend medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden.  


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen