Schnupfen Beim Kleinkind: Homöopathie

Globuli gegen Schnupfen (für Kleinkind)

© PantherMedia / Leung Cho Pan

Kinder im Kleinkindalter sind mit 7-10 Erkrankungen pro Jahr relativ häufig von Schnupfen (Rhinitis) betroffen. Das ist normal und liegt am sich noch entwickelnden Immunsystem, das die zahlreichen, verursachenden Rhinoviren erst kennenlernen muss, bevor es diese effektiv mit Abwehrkörpern abwehren kann. Schnupfen tritt dabei selten allein, sondern zumeist mit weiteren Beschwerden wie Halskratzen, Schluckbeschwerden, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen und Fieber auf.

Schnupfen zählt zu den Abwehrmechanismen des Körpers. Eindringende Erreger bewirken eine lokale Abwehrreaktion an den Nasenschleimhäuten, diese schwellen an und die Schleimproduktion wird gesteigert. Durch die vermehrte Durchblutung gelangen vermehrt Abwehrzellen in das betroffene Gebiet, der zusätzliche Schleim befördert eingedrungene Erreger wieder hinaus.[1][2]
 
Bei Kindern sollte auch die Verwendung homöopathischer Mittel stets mit dem Kinderarzt abgesprochen und gegebenenfalls mit der Verwendung schulmedizinischer Medikamente abgestimmt werden.

Empfohlene Globuli bei Schnupfen

Welche Ausprägung trifft auf Sie zu?

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie ist für die Wahl der richtigen Arznei entscheidend, welche der folgenden Ausprägungen die Beschwerden des Betroffenen am besten beschreiben. Je mehr Punkte einer Ausprägung auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der darunter aufgeführten Arznei.

Fließschnupfen, Niesen, rotes oder blasses Gesicht, langsam ansteigendes Fieber

Das Allgemeinbefinden ist durch den Infekt kaum beeinträchtigt, geschwollene Lymphknoten. Die Erkältung und der Schnupfen breiten sich aufs Ohr aus. Das Kind neigt zu Mittelohrentzündungen. Aulöser ist eine Abwehrschwäche, Infektion, wiederkehrende Mittelohrentzündung, Erkältung.

Verbesserung:

Durch kalte Anwendungen.

Verschlechterung:

Nachts und bei Bewegung.

Empfohlene(s) Mittel:

Ferrum phosphoricum

Potenz: D10

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Stockender Schnupfen oder laufende Nase, nichts schmeckt oder riecht

Begleiterscheinungen sind Niesanfälle, rissige Lippen oder Lippenherpes und eine Neigung zu Hautausschlägen.Dias Kind überwindet negative Erlebnisse schlecht, mangelnde Gewichts-zunahme. Auslöser kann Infektion, Sonneneinwirkung (an Gebirge und am Meer), anhaltender Kummer sein. 

Verbesserung:

Im Liegen und an der frischen Luft.

Verschlechterung:

Durch Anstrengung und am Morgen.

Empfohlene(s) Mittel:

Natrium chloratum

Potenz: D10

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Schnupfen, zunächst wässrig, dann dick und gelblich, Niesattacken, bellender Husten

Begleiterscheinungen sind ein trockener Rachen, an- und abschwellende Halsschmerzen und Schluckbeschwerden.Es ist eine typisch verlaufende Erkältung und endet mit schleimigem Husten. Auslöser ist eine Erkältung oder Infekt, steigt von der Nase zu den Bronchien hinab.

Verbesserung:

Durch Aufsetzen.

Verschlechterung:

Durch Kälte und bei Nacht.

Empfohlene(s) Mittel:

Sticta pulmonaria

Potenz: D10

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Abwechselnd Fließschnupfen und weißlich gelber Schleim

 Begleiterscheinungen sind Kopfschmerzen, trockener Husten, der im Verlauf gelblich-schleimig wird. Das Kind ist launisch und weinerlich, möchte nicht allein sein. Auslöser ist eine Infektion oder Erkältung, Feuchtigkeit, Kälte und Nässe.

Verbesserung:

An der frischen Luft und durch Zuspruch.

Verschlechterung:

Nachts und bei warmer Zimmerluft.

Empfohlene(s) Mittel:

Pulsatilla pratensis

Potenz: D10

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Zähe, gelbliche Schleimblasen, die mit jedem Atemzug sichtbar werden, starkes Schleimen

Begleiterscheinungen sind weißliches Sekret im Augenwinkel, das morgens eintrocknet, das Schnaufen und Saugen ist erschwert. Auslöser ist eine Infektion oder Erkältung. 

Verbesserung:

Bei Wärme und durch Aufsetzen.

Verschlechterung:

Nachts und durch Kälte.

Empfohlene(s) Mittel:

Sambucus nigra

Potenz: D10

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Rasch ansteigendes Fieber, trockene Schleimhäute, verstopfte Nase

Das Kind ist ängstlich und unruhig und hat einen ausgeprägten Niesreiz. Auslöser ist eine Erkältung oder Infekt, ausgelöst durch kalten Wind. 

Verbesserung:

Durch Schweißausbruch.

Verschlechterung:

Durch Berührung und Kälte.

Empfohlene(s) Mittel:

Aconitum

Potenz: D10

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Gelblich-weißer Fließschnupfen oder verstopfte, trockene Nase

Das Kind reagiert auf Temperaturunterschiede. Arznei ist ein bewährtes Herbstmittel. Auslöser ist ein Schnupfen bei Eintritt der kalten Witterung und bei Regenwetter.

Verbesserung:

Bei warmer Zimmerluft.

Verschlechterung:

Durch Kälte und im Freien.

Empfohlene(s) Mittel:

Dulcamara

Potenz: D10

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Wässriger Fließschnupfen mit starkem Niesreiz

Begleiterscheinungen sind eine stark gerötete und wunde Nase, milde Bindehautentzündung und ein nicht reizender Tränenfluss.Oft mit Heiserkeit und Husten. Auslöser ist ein Schnupfen, Bindehautentzündung. 

Verbesserung:

An der frischen Luft.

Verschlechterung:

Abends und bei warmer Zimmerluft.

Empfohlene(s) Mittel:

Allium cepa

Potenz: D10

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Mildes, wässriges Nasensekret

Die Augen sind gerötet und brennend, anfangs trocken und später scharfer Tränenfluss. Auslöser ist ein Infekt oder eine Allergie. 

Verbesserung:

An der frischen Luft.

Verschlechterung:

Abends und bei warmer Zimmerluft.

Empfohlene(s) Mittel:

Euphrasia

Potenz: D10

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Nasenatmung erschwert, Borken in der Nase und zähes Nasensekret

Das Kind hat ein Druckgefühl im Stirnbereich, neigt zu Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis), hat einen trockenen Mund und belegte Zunge, hüstelt und räuspert sich.Es ist müde, ohne Ausdauer, hat oft Verstopfung nach Infekt, Durchfall und Blähungen. Auslöser ist ein abklingender Infekt, angegriffene Schleimhäute. 

Verbesserung:

Im Freien.

Verschlechterung:

Bei trockener Zimmerluft.

Empfohlene(s) Mittel:

Luffa operculata

Potenz: D10

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

wässriger Schnupfen mit scharfem Nasensekret

Das Kind hat stark gereizte Nasenschleimhäute und Bindehäute.Die Kinder sind schlank, kälteempfindlich und fröstelnd. Auslöser sind  angegriffene Schleimhäute. 

Verbesserung:

Im warmen Zimmer.

Verschlechterung:

Durch Regen und Kälte.

Empfohlene(s) Mittel:

Arsenicum album

Potenz: D10

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Wechsel von Fließschnupfen und verstopfter Nase

Das kind hat nachts Stockschnupfen, morgens Niesanfälle. Die Kinder sind ungeduldig und leicht reizbar.Auslöser ist ein Atemwegsinfekt bei Abwehrschwäche, Zugluft. 

Verbesserung:

Durch warme Zimmerluft.

Verschlechterung:

Durch Kälte.

Empfohlene(s) Mittel:

Nux vomica

Potenz: D10

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Gelb-weißer Schleim beim Husten und aus der Nase

Das Kind hat einen klopfenden Kopfschmerz, gelbliches und zähes Sekret im Augeninnenwinkel. Das Kind hat häufig Schnupfen mit Nasennebenhöhlenentzündung, oft verbunden mit Blähungen und Durchfall. Auslöser ist eine Erkältung oder ein Infekt.

Verbesserung:

An der frischen Luft und durch Wärme.

Verschlechterung:

Empfohlene(s) Mittel:

Kalium bichromicum

Potenz: D10

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Heftiger Niesreiz, Niesanfälle, Fließschnupfen und später zähes Sekret

Begleiterscheinungen sind Augentränen und Stirnkopfschmerzen. Die Arznei ist auch bewährt bei chronischem Schnupfen, auch bedingt durch Hausstaubmilben. Lokalisation sind die Augen und die Nase. 

Verbesserung

Durch warme Umschläge.

Verschlechterung:

Morgens und bei Kälte.

Empfohlene(s) Mittel:

Sabadilla

Potenz: D10

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Gelber oder grüner Schleim, schwer löslich, trockener Husten

Es ist ständig verschleimt, Ohrendruck, schlechtes Hören.Schwäche entsteht durch anhaltenden oder wiederkehrenden Infekt. Auslöser ist ein hochakuter Infekt, andauernder Infekt.

Verbesserung:

Verschlechterung:

Durch Kälte und Wind.

Empfohlene(s) Mittel:

Hydrastis canadensis

Potenz: D10

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Stillkindern können die Mittel auch verabreicht werden, indem die Mutter sie zerstößt und vor dem Anlegen auf die Brustwarze aufgibt. Alternativ kann sie die Globuli selbst einnehmen. Über die Muttermilch soll die Wirkung auf das Kind übertragen werden.

Eine Tablette entspricht zwischen 3 und 5 Globuli, bei Neugeborenen und Säuglingen kann die Tablette zerstoßen werden, um die Hälfte davon zu verabreichen.

Zu beachten:

Die Entscheidung, wann es Zeit für die Vorstellung beim Kinderarzt ist, fällt den Eltern manchmal schwer. Je kleiner das Kind ist, desto schlechter kann es die eigenen Beschwerden zum Ausdruck bringen. Deshalb gibt es einige Faustregeln für Eltern. Der Arzt sollte aufgesucht werden, wenn

  • Husten länger als zwei Wochen andauert
  • Heiserkeit auftritt
  • sich Atembeschwerden einstellen
  • das Kind Schmerzen bekommt
  • der Schleim gelblich oder rot (durch Blutbeimengungen) wird
  • der Beginn plötzlich ist, mit hohem Fieber und ausgeprägtem Krankheitsempfinden einhergeht.

Bei Verdacht auf Grippe (Influenza) ist der Arzt sofort aufzusuchen. Influenzaviren können unbehandelt schädliche Auswirkungen auf Lunge, Gehirn oder Herz haben. Beginnt das Kind im Fieber zu zittern, verdreht es die Augen und wird evtl. sogar bewusstlos, so neigt es zu Fieberkrämpfen. Auch dies erfordert umgehend ärztliche Hilfe.[6]


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen