Schnupfen In der Schwangerschaft: FAQ

Verstopfte Nase (Schwangerschaft)

© PantherMedia / Jiri Hera

Etwa ein Viertel aller Schwangeren klagt über eine ständig verstopfte Nase. Die sogenannte Rhinopathia gravidarum, die kurz nach der Geburt wieder verschwindet, ist auf eine Behinderung der Nasenluftpassage aufgrund einer Schwellung der Nasenschleimhäute bzw. Vergrößerung der Nasenmuscheln zurückzuführen. Verantwortlich sind vermutlich v.a. hormonelle Veränderungen, auch ohne Hinweis auf eine Raumforderung, Infektion oder Allergie.Raucherinnen und Patientinnen mit ganzjähriger Allergie oder chronischer Nasennebenhöhlenentzündung besitzen ein erhöhtes Risiko zur Entwicklung dieses Schwangerschaftsschnupfens.

Mögliche Folgeerscheinungen einer verstopften Nase in der Schwangerschaft sind Mundtrockenheit, Schlafstörungen und Kopfschmerzen sowie ein erhöhtes Risiko, an einer Nasennebenhöhlenentzündung zu erkranken [1].

Auch im Rahmen einer Infektion, Allergie oder bei Kontakt mit Reizstoffen kann eine verstopfte Nase auftreten.

Hausmittel bei verstopfter Nase in der Schwangerschaft

Für die Schwangerschaftsrhinitis existiert kein standardisiertes Behandlungskonzept. Die Behandlung sollte effizient, aber möglichst risikolos für Mutter und Kind erfolgen. Daher wird zunächst eine Behandlung mit allgemeinen und unschädlichen, nicht medikamentösen Therapieansätzen versucht. Helfen alle Maßnahmen nicht, kann eine vom Arzt verordnete medikamentöse Therapie eingeleitet werden [2].

Allgemeine Maßnahmen

Das nächtliche Anheben des Kopfendes des Bettes kann die erschwerte nasale Atmung erleichtern, zusätzlich kann dadurch gleichzeitig schwangerschaftsbedingtem Säurerückfluss aus dem Magen entgegengewirkt werden.

Außerdem sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhrgeachtet werden. Schwangere sollen laut der „Deutschen Gesellschaft für Ernährung für Schwangere“ täglich mindestens 1,5 Liter trinken, aber nicht mehr als die täglich empfohlene Menge zur Flüssigkeitsaufnahme, das sind maximal etwa 2,25 bis 2,7 Liter.

Auch leichtes körperliches Training kann, vorsichtig durchgeführt, förderlich für eine vorübergehende Gefäßverengung sein, wenn die Symptome nur schwach sind. Bei einer starken Erkältung steht jedoch die körperliche Schonung im Vordergrund.

Die Raumtemperatur sollte zwischen 20 und 22 °C liegen; ebenso kann eine hohe Luftfeuchtigkeit von 50 bis 80 % (bei Allergie gegen Hausstaubmilben höchstens 55 %) positiv auf den Genesungsprozess wirken.

Gegebenenfalls sind Saunagänge hilfreich, aber mit Vorsicht, also nur kurze Aufenthalte über wenige Minuten, keine zu heißen Temperatureinstellungen und in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten gar nicht. Beim ersten Gefühl von Unwohlsein soll die Sauna sofort verlassen werden.

Es sollten nur hygienische Einmal-Papiertaschentücher verwendet werden, um im Falle einer Infektion die Belastung mit Viren möglichst zu minimieren.

Auf warme Füße sollte geachtet werden.

Schließlich ist die Vermeidung von Stress immer sinnvoll [3].

Hausmittel, die antiinflammatorisch, also entzündungshemmend wirken, sind bei einer verstopften Nase in der Schwangerschaft besonders zu empfehlen. Nachfolgend werden Hausmittel aufgeführt, die gezielt bei der vorliegenden Symptomatik helfen können.

Inhalationen

Inhalationen mit heißem Wasserdampf oder einer Kochsalzlösung (0,9% Natriumchlorid) können überaus hilfreich sein. Durch das Inhalieren werden die Nasenschleimhäute befeuchtet und die Durchblutung in diesem Bereich angeregt, wodurch das Abschwellen der Nasenschleimhäute gefördert und so eine freie Nasenatmung wiederhergestellt werden kann.

Der Inhalationsmischung können frischer Kamillentee oder frische Kamillenblüten beigefügt werden, sofern keine Allergien oder sonstige Kontraindikationen vorliegen. Die Inhaltstoffe der Kamille wirken entzündungshemmend, antioxidativ und anthistaminerg (hemmen Wirkung von Histamin, einem Entzündungsvermittler).

Hierfür wird eine Handvoll Kamillenblüten mit zwei Litern heißem Wasser übergossen und der entstehende Dampf mit einem Handtuch über dem Kopf für zehn Minuten tief ein- und ausgeatmet. Ein spezielles Inhalationsgerät kann verhindern, dass der Dampf die Augen reizt. Eine Inhalation sollte maximal dreimal täglich durchgeführt werden, da sonst die Nasenschleimhäute austrocknen können.

Ab dem vierten Schwangerschaftsmonat ist eine Behandlung mit schwangerschaftsverträglichen ätherischen Ölen wie Lavendelöl oder Eukalyptusöl als Zusatz zur Inhalation möglich. Sie sollen antibakteriell und beruhigend auf die Schleimhäute wirken. Hierbei sollte beachtet werden, dass viele ätherische Öle möglicherweise allergische Reaktionen sowie vorzeitige Wehen auslösen können, weshalb eine solche Anwendung vorher unbedingt mit einem Experten besprochen werden sollte [4].

Auch beim Trinken von heiß aufgegossenem Tee kann bereits inhaliert werden, wobei einige Teesorten von Schwangeren gemieden werden sollten. Besonders geeignet für Schwangere sind Kamillentee, Holunderblütentee, Lindenblütentee oder grüner Tee (hiervon maximal zwei Tassen pro Tag), die zusätzlich eine entzündungshemmende Wirkung aufweisen [5][6].

Nasenduschen oder Nasensprays auf Meer- oder Kochsalzbasis

Nasensprays mit Meerwasser oder einer isotonen (0,9-prozentigen) Salzlösung reinigen, befeuchten und pflegen die ausgetrockneten Nasenschleimhäute.

Mithilfe von Nasenspülungen können Schleim und Krusten sowie Krankheitserreger, Allergene und Schmutzpartikel aus der Nase gespült werden, wobei keine Nebenwirkungen zu erwarten sind. Der unbedenkliche Wirkstoff kann zu einer rascheren Abheilung der gereizten Schleimhäute führen [7].

Für eine Nasenspülung werden etwa 9 g Salz (isoton, also gleich der Konzentration im Blut) in einem Liter Wasser vollständig gelöst und mit dieser Lösung eine in Apotheken erhältliche Nasendusche befüllt. Der Nasenaufsatz wird an ein Nasenloch angesetzt, der Mund weit geöffnet, um ein Durchfließen des Salzwassers in den Rachen zu verhindern, und der Kopf nach vorne und leicht zur Seite über das Waschbecken geneigt. Anschließend wird die Vorrichtung, welche die Lösung im Behälter zurückhält, losgelassen, wodurch das Salzgemisch durch die komplette Nasenpassage über die andere Seite wieder abfließt [8].

Ernährung

Heiße Suppen können wegen ihrer warmen aufsteigenden Dämpfe ebenfalls einen leichten Inhalationseffekt haben.Hühnersuppe hat zudem eine entzündungshemmende Wirkung. Auch scharfe Speisen, zum Beispiel mit Chili, Ingwer, Zwiebel oder Rettich, öffnen die Atemwege und wirken ebenfalls häufig entzündungshemmend und schleimlösend, wodurch eine verstopfte Nase bekämpft werden kann. Chili enthält Capsaicin; es kann vielseitig zum Würzen von Speisen eingesetzt werden.

Aus einer frisch geschälten und geschnittenen, mit heißem Wasser aufgegossenen Ingwerwurzel kann ein Ingwertrunk zubereitet werden.

Für einen Zwiebelsaft werden Zwiebelringe mit Krustenkandis in einem Einmachglas geschichtet und ziehen gelassen. Von dem entstehenden Saft soll alle paar Stunden ein Esslöffel eingenommen werden. Mit Rettich in Kombination mit Honig kann ebenso verfahren werden.

All diese Nahrungsmittel sollten aber nur mit Vorsicht und in Maßen verzehrt werden, da bei einer Überdosierung allergische Reaktionen auftreten können [9].

Zu beachten

Zwar ist ein Schwangerschaftsschnupfen unangenehm, jedoch sind selten weitreichende Folgeerscheinungen für Mutter und Kind zu befürchten. Es sollte aber immer ein Arzt die genaue Diagnose stellen, um schlimmere Krankheiten auszuschließen bzw. deren Entwicklung als Folge daraus (beispielsweise chronische Nasennebenhöhlenentzündung) zu verhindern. Daher sollte beim Auftreten eines Schnupfens in der Schwangerschaft ein Arzt konsultiert werden, wenn dieser nicht nach einigen Tagen wieder abklingt. Zudem kann die Lebensqualität durch Begleiterscheinungen wie Schlafstörungen oder Kopfschmerzen massiv beeinträchtigt sein. Eine medikamentöse Behandlung, wenn risikoarme Hausmittel keine Besserung verschaffen können, muss zwingend mit einem Arzt besprochen werden, selbst wenn es sich um freiverkäufliche Medikamente handelt.


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen