Schnupfen Nase zu: Im Alltag

Nase zu (beim Liegen)

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Im Rahmen von Erkältungserkrankungen kommt es sehr häufig zu Schnupfen, wobei die Nasenschleimhäute anschwellen und viel Nasensekret produziert wird. Dies führt zu einem Verstopfungsgefühl in der Nase, was vor allem während des Schlafes störend sein kann und die Schlafqualität einschränkt. Eine länger anhaltender nächtliche Verstopfung der Nase ist eher ein Zeichen für eine Allergie, meist eine Allergie auf Hausstaubmilben, die sich in der Bettwäsche aufhalten. Darüber hinaus kann die nächtliche Verstopfung der Nase auch durch die längere Anwendung von abschwellenden Nasentropfen und weiteren Medikamenten hervorgerufen werden.

Die Meidung des Auslösers der verstopften Nase ist meist die beste Therapieoption. Außerdem stehen weitere hilfreiche Maßnahmen zur Verfügung, die im Folgenden beschrieben werden.

Fakten zur verstopften Nase im Liegen

Bei dem auch als Rhinitis bezeichneten Schnupfen handelt es sich um eine akute oder chronische Entzündung der Nasenschleimhaut, die vor allem bei Erkältung, aber auch bei allergischen Erkrankungen auftreten kann.

Der mit einer Erkältung einhergehende Schnupfen äußert sich durch vermehrte zunächst klarflüssige, später eitrige Absonderungen der Nase. Die Infektionskrankheit wird meist von Viren verursacht und über Körperkontakt (Händedruck etc.) oder über Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen. Wenn sich der Körper in der Horizontalen befindet, wie beim Schlafen, kann das ausgeschiedene Sekret nicht ablaufen und verstopft die Nasengänge eher als am Tage und in aufrechter Position. Außerdem sammelt sich mehr Blut in den Blutgefäßen der Nasenschleimhäute, sodass die Nase stärker verstopft [1].

Der normale Schnupfen bildet sich meist nach wenigen Tagen zurück. Bis dahin können abschwellende Nasentropfen, Nasenspülungen mit Kochsalzlösungen oder ätherische Öle zur Symptomlinderung angewandt werden [2]. Erkältungssalben zeigen vor allem bei verstopfter Nase eine gute Wirkung, während sie bei einer laufenden Nase eher nicht hilfreich sind. Salben mit Pfefferminz- und Eukalyptusöl sind altbekannte Mittel, die vor allem Kindern in der Nacht helfen, besser durchzuatmen [7].

Ursachen und Diagnose einer verstopften Nase im Liegen

Ein Grund für chronisch gehäuft auftretende Verstopfungen der Nase ist die allergische Rhinitis. Hier liegt eine allergische Reaktion auf einen bestimmten Stoff vor, die zu einer Verstopfung der Nasengänge führt. Häufig ist diese Allergie gegen Hausstaubmilben gerichtet, die sich in Kissen, Bettdecken und Matratzen aufhalten. Daher ist die Nase nachts häufig verstopft, sie läuft vor allem morgens und es kommt nach dem Aufstehen zu häufigen Niesattacken. Symptome wie Jucken, Tränen oder Rötung der Augen können hinzukommen [3]. Der Grund für diese Symptome ist eine Histaminausschüttung des Körpers als Reaktion auf die Allergene. Histamin ist ein wichtiger Botenstoff im Körper, der im normalen Zustand das Kreislaufsystem anregt. Gleichzeitig werden aber auch Fasern des Nervensystems angeregt, was zu Juckreiz, Husten und Niesreiz führt. Gerade wenn das Allergen durch die Nase aufgenommen wird, wie bei einer Hausstaubmilbenallergie, kommt es an dieser Stelle zu einer Reaktion, z. B. zu Niesreiz und zu einer verstopften Nase [1]. Nachts ist der Körper sensibler für die Histaminwirkung, was ebenfalls zu einem vermehrt nächtlichen Auftreten der Beschwerden führt [4].

Um herauszufinden, ob es sich bei der nächtlichen verstopften Nase um einen allergischen Schnupfen handelt, stehen Provokationstests zur Verfügung. Hierbei werden verschiedene Allergene eingeatmet (z. B. Hausstaubmilben) und die körperliche Reaktion wird beobachtet. Zunächst kann auch ein Test mit einer harmlosen Kochsalzlösung durchgeführt werden. Reagiert die Nase hierauf, liegt wahrscheinlich eine generelle Überempfindlichkeit der Nase vor.

Auch Allergietestungen können sinnvoll sein. Zum Beispiel wird häufig der sogenannte Pricktest durchgeführt, bei dem durch einen Nadelstich die Haut minimal verletzt wird und beispielsweise das Hausstauballergen in das Blut gelangt. Wenn eine Quaddel auf der Haut entsteht, liegt höchstwahrscheinlich eine Hausstauballergie vor. Die Allergie kann auch über Bluttests nachgewiesen werden.

Eine chronisch verstopfte Nase kann außerdem Zeichen einer nasalen Hyperaktivität sein. Hierbei liegen eine chronische Verengung der Nasengänge, eine verstärkte Sekretproduktion und eine Irritation der Schleimhäute vor, was zu Jucken und Niesattacken führt. Die Hyperaktivität kann verschiedene Ursachen haben. Zum einen kann sie durch eine Formveränderung des Skeletts der inneren Nase bedingt sein. Außerdem können die Schwellkörper der Nasenmuschel verändert sein oder es liegt eine Wucherung der Schleimhaut vor. Durch eine ungünstige Form dieser Strukturen kann es zu einer Minderbelüftung der Nasennebenhöhlen kommen, was zu einer chronischen Entzündung in diesem Bereich führt. Zu einer verstopften und laufenden Nase kommen dann Beschwerden wie Kopfschmerzen und ein Druckgefühl über den Nebenhöhlen dazu. Bei der nasalen Hyperaktivität finden sich ebenfalls allergische Mechanismen, wobei das Krankheitsbild auch völlig ohne Allergie auftreten kann.

Behandlung einer verstopften Nase im Liegen

Als Therapie hilft meistens nur die Meidung des Allergens. Hierfür sollte die Bettwäsche einmal die Woche gewechselt, häufig gelüftet und bei mindestens 60 °C gewaschen werden.

Eine längerfristige Wirkung kann eine Hyposensibilisierung haben, die bei einem Allergologen oder Hautarzt durchgeführt wird. Hierbei werden dem Patienten die Allergene in regelmäßigen Abständen über einen längeren Zeitraum gespritzt, sodass sich das Immunsystem langsam an sie gewöhnt. Dies kann zu einer deutlichen Erleichterung der Beschwerden bei einer verstopften Nase in der Nacht führen [3]. Meistens sind das Allgemeinbefinden, die Sprache, das Geruch- und Hörempfinden und vor allem der Schlaf hierdurch stark gestört. Daher ist meist eine Intervention erforderlich. Zunächst sollten auch hier die Stimuli gemieden werden. Die Grunderkrankung muss behandelt werden und bei allergischem Geschehen kann eine Hyposensibilisierung hilfreich sein [5].

Des Weiteren können zur Behandlung auch Medikamente gegeben werden. Dazu gehören lokal angewandte oder in Tablettenform eingenommene Antihistaminika; diese helfen vor allem gegen die Hauptsymptome Niesreiz und Sekretion. Abschwellende Nasentropfen dürfen nur über einen kurzen Zeitraum angewandt werden, da sie sonst selbst zu einer chronischen Verstopfung der Nase führen können. Ein Einnahmezeitraum von 14 Tagen sollte nicht überschritten werden. Eine weitere, seltenere Ursache für eine chronische Verstopfung der Nase, besonders des Nachts, ist nämlich die sogenannte vasomotorische Sinusitis. Diese wird durch Medikamente ausgelöst, vor allem durch abschwellende Nasentropfen. Ein Absetzen dieser Tropfen führt meist zu einer Besserung der Symptomatik. Auch andere Medikamente, z. B. das Blutdruckmittel Reserpin, können eine Verstopfung der Nase bedingen.

Bei hartnäckigen Beschwerden ist eine Operation eine weitere Therapiemöglichkeit. Hierbei werden Verengungen und Nasenpolypen abgetragen. Auch eine störende Schleimhautwucherung kann per Laser verkleinert werden. Dies bietet allerdings keine längerfristige Lösung, da die Schleimhaut nach sechs Monaten bis zwei Jahren wieder in den vorigen Zustand zurückwachsen kann [6].

Die Vermeidung des Auslösers ist schlussendlich die wohl beste Therapie bei Verstopfung der Nase in der Nacht. Es sollte auf eine regelmäßige Reinigung der Bettwäsche und weiterer Textilien im Schlafzimmer geachtet werden. Bei chronischen Beschwerden ist ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt zurate zu ziehen.


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen