Schnupfen Nase zu: Krankheitstypen

Nase zugeschwollen

© PantherMedia / Arne Trautmann

Eine zugeschwollene Nase entwickelt sich oft zusammen mit Husten (Pharyngitis) und Heiserkeit (Laryngitis) im Rahmen einer Erkältung. Dabei ist zu 80–90% eine virale Infektion die Ursache [1]. Nach etwa einer Woche verschwindet die Erkältung und damit auch die zugeschwollene Nase in der Regel von alleine wieder [2].

Doch es gibt weitere Ursachen für eine gestörte Nasenatmung und eine Einschränkung des Geruchs- und Gehörsinns. Allergien, Veränderungen im Nasenskelett oder die Einnahme bestimmter Medikamente können zu einer zugeschwollenen Nase führen [3]. Da es durch diese Schwellung neben Problemen beim Atmen auch zu Schlafproblemen kommen kann, ist die zugeschwollene Nase ein häufiger Beratungsanlass in Hausarztpraxen [4]. Mögliche Ursachen sowie Behandlungstipps und Informationen zum Thema zugeschwollene Nase werden in Folgendem gegeben.

Ursachen einer zugeschwollenen Nase

Die Nase übernimmt wichtige Aufgaben und macht ein reibungsloses Atmen erst möglich. Die eingeatmete kalte, trockene Umgebungsluft wird in der Nase angefeuchtet und erwärmt. Außerdem sind Nase und Nasennebenhöhlen mit einer speziellen Schleimhaut besetzt und besitzen Flimmerhärchen (Zilien) [1][5]. Diese sorgen für den Transport von Fremdstoffen und Staubpartikeln. Sie transportieren die schädlichen Substanzen in Richtung Rachenraum, wo sie entweder verschluckt oder abgehustet und so unschädlich gemacht werden. Außerdem ist die Nase der Ort des Geruchssinns, der eng mit dem Geschmackssinn verknüpft ist. Außerdem spielt die Nase für die Stimmbildung eine entscheidende Rolle; sie dient als Resonanzraum [5]. Durch verschiedene gegen Bakterien gerichtete Substanzen in der Nasenschleimhaut wird eine wichtige Funktion im Immunsystem übernommen [5].

Bei einer zugeschwollenen Nase (Rhinitis) kommt es zu einer Entzündung der Schleimhaut in den Nasenhöhlen. Diese sondert Sekret ab und schwillt an [3]. Dies kann durch Viren und Bakterien, aber auch durch Stäube, Gase, Tabakrauch oder den ständigen Gebrauch von Nasenspray ausgelöst werden [3][4][6].

Viraler Infekt

Die häufigste Ursache für eine zugeschwollene Nase stellen virale Infekte da. Diese werden meist (20%) durch Rhinoviren ausgelöst, können aber auch von über 200 anderen Virenarten verursacht werden [2][7]. Besonders in der kalten Jahreszeit kommt es sowohl durch den engeren Kontakt zwischen den Menschen als auch durch das ohnehin oft bereits angeschlagene Immunsystem und die kalte, trockene Luft zu Infektionen [8]. Übertragen werden die Viren entweder durch direkten Kontakt zwischen den Menschen (Schmierinfektion) oder über die Luft (Tröpfcheninfektion) [8][9]. Den besten Schutz vor einer Ansteckung stellen daher Abstand zu erkrankten Personen und eine sorgfältige Händehygiene (mehrmals am Tag Hände waschen) dar [9].

Der Kontakt der Viren mit der Nasenschleimhaut sorgt für eine Entzündungsreaktion. Es werden verschiedene Substanzen in der Schleimhaut frei (wie zum Beispiel Bradykinin oder Substanz P), die für ein Anschwellen der Haut und eine Anregung der Drüsen in der Schleimhaut sorgen [3]. So entsteht eine behinderte Nasenatmung und die Betroffenen müssen ständig zum Taschentuch greifen.

Allergien

Eine häufige Ursache für eine zugeschwollene Nase stellen auch Allergien da. Besonders bei saisonal oder situationsbedingtem Auftreten (z. B. nur beim Schlafen auf einer bestimmten Matratze, nur bei Kontakt mit Katzen) sollte daran gedacht werden [4]. Auch hier kommt es zu einer Entzündungsreaktion. Diese wird allerdings durch Kontakt mit einem bestimmten Allergen (Substanz, gegen die jemand allergisch reagiert) ausgelöst [1][10]. Die Zellen der körpereigenen Abwehr werden aktiv und es kommt zur Bildung von Antikörpern, die den Körper vor schädlichen Eindringlingen schützen sollen (Immunglobulin E). Verschiedene Botenstoff werden gebildet, die zur Schädigung der Nasenschleimhaut führen können [6][10].

Medikamente

Viele Menschen behandeln eine geschwollene Nase mit Nasenspray. Dieses kann Substanzen wie Oxymetazolin oder Xylometazolin enthalten [11]. Diese Stoffe wirken abschwellend, hemmen den Ausfluss und führen so zunächst zu einer verbesserten Atmung. Durch den ständigen Gebrauch dieser Medikamente kommt es jedoch zu einer Austrocknung und Schädigung der Nasenschleimhaut. Außerdem haben Nasensprays oft ein hohes Abhängigkeitspotenzial, weshalb sie nicht länger als eine Woche angewendet werden sollten [4].
Zu den Medikamenten, die ebenfalls die Schleimhaut austrocknen, schädigen und zu einer Schwellung führen können, gehören verschiedene Wirkstoffe, die zur Behandlung eines hohen Blutdrucks (Hypertonie) eingesetzt werden, wie zum Beispiel β-Blocker oder ACE-Hemmer. Doch auch Schmerzmittel wie Paracetamol oder ASS können eine Schwellung und Luftnot bewirken [4].

Veränderungen des Nasenskeletts

Auch Fehlstellungen der inneren oder äußeren Nase können die Ursache einer zugeschwollenen Nase sein. Diese Störungen können angeboren sein oder erst im Laufe des Lebens durch einen Unfall oder einen Schlag auf die Nase entstehen. Eine Verformung der äußeren Nase, wie zum Beispiel eine Sattelnase oder eine Höckernase, müssen nicht unbedingt zu Funktionsbeeinträchtigungen führen. Bei Störungen der inneren Nase, wie zum Bespiel einer schiefen Nasenscheidewand, ist eine erschwerte Nasenatmung häufig. Über 90% der Bevölkerung leiden an so einer Formstörung. Auch vergrößerte Nasenmuscheln können die Atmung durch die Nase erschweren [12].

Weitere Ursachen

Oft leiden kleine Kinder nach dem Spielen an einer plötzlich zugeschwollenen Nase und Luftnot. Dabei sollte an einen Fremdkörper gedacht werden, der vom Kind in die Nase gesteckt und vom Arzt leicht entfernt werden kann. Typischer Auslöser einer zugeschwollenen Nase sind bei Kindern außerdem geschwollenen Rachenmandeln oder Schleimhautwucherungen (Polypen) in der Nase oder im Nasen-Rachen-Raum (Adenoide) [4]. Auch Schwangere haben besonders in den letzten Monaten der Schwangerschaft oft mit einer erschwerten Nasenatmung zu kämpfen, die hormonell bedingt ist [4].
Bei Symptomen wie Gewichtsverlust, blutigem Husten oder Nachtschweiß sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden; ein Tumor im Nasen-Rachen-Raum könnte Auslöser dieser Symptome sein [4].

Behandlung einer zugeschwollenen Nase

Allgemeine Maßnahmen

Flüssigkeit: Da es wichtig ist, die Schleimhäute feucht zu halten und für einen guten Abtransport der Erreger zu sorgen, sollte auf eine Trinkmenge von mindestens 2 Litern am Tag geachtet werden [4].

Schlaf: Weniger als sieben Stunden Schlaf pro Nachtverdreifachen die Ansteckungsgefahr mit Rhinoviren. Daher sollte auf ausreichend Schlaf geachtet werden [13].

Sport: Verschiedene Studien konnten zeigen, dass Sport ebenfalls das Infektionsrisiko senkt. Daher empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Erwachsene 150 Minuten körperliche Betätigung in der Woche [14].

Hausmittel

Inhalation: Eine Inhalation erwärmt und befeuchtet die Schleimhäute und sorgt so für ein problemloses Abfließen des Sekrets in der Nase. Inhaliert werden kann mit einem Inhalator aus der Apotheke, der den Vorteil hat, dass es genau auf die Nase passt und keinen Dampf vorbeiziehen lässt. Doch auch ein Topf mit heißem Wasser und ein Handtuch über den Kopf können einen guten Effekt erzielen. Inhaliert werden sollte bei 50–60 °C für fünf bis zehn Minuten zwei- bis fünfmal täglich. Der Zusatz von Kamille oder Eukalyptus als Öl hat eine entzündungshemmende (antiinflammatorische) Wirkung. Bei bekannten Allergien oder Asthma sollte allerdings auf den Zusatz von ätherischen Ölen verzichtet werden [4][15].

Nasenspülung: Eine Nasenspülung löst schädliche Partikel und hilft so, die Nase wieder frei zu machen. Nasenduschen mit Kochsalzlösung sind in der Apotheke oder verschiedenen Drogeriemärkten erhältlich. Nachdem sich das Salz gelöst hat, sollte der Mund weit geöffnet und der Kopf weit nach vorne über das Waschbecken und zur Seite gekippt werden. Die Salzlösung wird jetzt in ein Nasenloch gegeben und läuft aus dem anderen wieder hinaus. Bei einer blutenden Nase oder einer sehr verstopften Nase sollte eine solche Nasendusche nicht angewendet werden [16].

Kräutertee: Auch verschiedene Teezubereitungen wie zum Beispiel Ingwer oder Spitzwegerich wirken entzündungslindernd und beruhigen so die Schleimhäute. Durch die Zugabe von Honig in den Tee kann diese positive Wirkung noch verstärkt werden. Honig besteht aus über 200 verschiedenen Substanzen, die unter anderem auch gegen Viren, Bakterien und Pilze wirksam sind [17][18][19].

Medikamente

Oft kann eine zugeschwollene Nase allein mit Geduld und der Anwendung verschiedener Hausmittel wieder beruhigt werden. Ist eine Allergie die Ursache, können allerdings Antihistaminika eingesetzt werden, welche die Histaminrezeptoren blockieren [6][10]. Histamin ruft eine Entzündungsreaktion hervor und führt zu einer Engstellung der Atemwege (Bronchokonstriktion) [10]. Auch Glukokortikoide, die entzündungshemmend wirken, können bei einer stark zugeschwollenen Nase eingesetzt werden [6][20]. Bei Fehlbildungen der inneren oder äußeren Nase kann auch eine Operation Abhilfe verschaffen. Dazu sollte ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt kontaktiert werden [12].

Zu beachten

Bis zu viermal im Jahr leidet jeder Erwachsene an einer Erkältung und damit oft auch an einer zugeschwollenen Nase [21]. Meist ist dieses Symptom kein Grund zur Beunruhigung und verschwindet nach einer Woche von alleine wieder. Da aber auch eine Allergie oder schwerwiegende Erkrankungen wie Tumoren oder Grunderkrankungen wie Morbus Wegener in Betracht kommen, ist es sinnvoll, bei ungewohnten Beschwerden oder einer zugeschwollenen Nase über zwei Wochen einen Arzt aufzusuchen [1][4]. Oft wird ein Schnupfen aufgrund eines viralen Infektes mit einem Antibiotikum behandelt [1]. Dies wirkt allerdings nur gegen Bakterien und ist gegen Viren unwirksam. Der achtlose Einsatz von Antibiotika führt zur Anpassung der Krankheitserreger (Resistenz) und mindert die Wirkung der Antibiotika für zukünftige Erkrankungen [22].


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen