Schnupfen Verstopfte Nase: Wiki

Verstopfte Nase (Dauer)

© PantherMedia / Andriy Popov

Der sogenannte Erkältungsschnupfen (akute Rhinitis) ist die häufigste Infektionskrankheit in Deutschland. Durchschnittlich 200 Mal in seinem Leben leidet jeder Bundesbürger unter einer verstopften Nase. [1]

Der folgende Text liefert einen Überblick über die Ursachen des Schnupfens im Rahmen einer Erkältung, dessen Verlauf sowie die Abgrenzung zu einer Auswahl von anderen, ärtztlich behandlungsbedürftigen Erkrankungen.

Medizinische Fakten

Die akute Rhinitis wird meist durch Rhinoviren hervorgerufen. Diese verursachen entzündliche Prozesse der Nasenschleimhaut. Im Rahmen einer gewöhnlichen Erkältung können weitere Symptome wie Husten, erhöhte Temperatur und Abgeschlagenheit hinzukommen. [2]

Ein normaler, viral bedingter Schnupfen dauert in der Regel 7 -10 Tage. Danach sollte die Nase frei und die Nasenatmung wieder uneingeschränkt möglich sein.

Biologische Zusammenhänge und Verlauf

Dringt ein Erreger in die oberen Atemwege ein, kann er eine Entzündungsreaktion und damit ein Anschwellen der Schleimhäute hervorrufen. Um sich zu schützen, beginnen diese, vermehrt Sekret zu produzieren. Die Blutgefäße werden erweitert, um den Kontakt möglichst vieler immunkompetenter Zellen (Lymphozyten und Makrophagen) zum befallenen Gewebe zu gewährleisten. [3]

Etwa 48-72 Stunden nach erfolgter Infektion (Inkubationszeit) nimmt der Betroffene als erste Symtome ein Kitzeln in der Nase, vermehrten Niesreiz und letztendlich eine verstopfte Nase mit Absonderung von zunächst klarem Schleim wahr. Mit diesem Mechanismus versucht der Körper, die Viren auszuschwemmen – meist jedoch erfolglos. Das Sekret wird dann in den nächsten Tagen zäher und kann aufgrund der zerfallenden Immunzellen (Granulozyten) und der daraus freigesetzten Stoffe (Leukoproteine) eine gelblich-grüne Färbung annehmen. [4] Das Atmen durch die Nase ist erschwert. Nach etwa einer Woche lassen die Beschwerden nach.

Zu beachten

Zwar ist die akute Rhinitis selbstlimitierend und nicht zwangsläufig behandlungsbedürftig, ein Arztbesuch sollte jedoch immer dann stattfinden, wenn er Erkrankte zu einer Risikogruppe (Schwangere, Senioren, Säuglinge, chronisch Lungenkranke, Immunsupprimierte u.a.) zählt, der Infekt chronisch zu werden droht (ab 12 Wochen Dauer) oder der Verdacht auf eine schwerwiegende Ursache besteht.

Chronische Entzündungen im Nasenbereich können z.B. auf Nasenpolypen (Polyposis nasii) oder anatomische Besonderheiten der Nasenscheidewand zurückzuführen sein. Diese erfordern unter Umständen einer operativen Korrektur. [2]

Auch Heuschnupfen (Rhinitis allergica) kann zu einer dauerhaften Schwellung der Nasenschleimhaut führen. Je nachem, auf welchen Auslöser (Allergen) der Betroffene reagiert, kann sie saisonal, ganzjährig oder auch nach dem Genuss bestimmter Lebensmittel auftreten. Häufig treten gleichzeitig juckende, gerötete Augen auf; das Sekret ist durchgehend klar und dünnflüssig bei Abwesenheit anderer Erkältungssymptome. Vorsicht: Im Laufe der Zeit kann die allergische Reaktion auf die Bronchien ausweiten und dort Asthma verursachen. Daher sollte ein bestehender Heuschnupfen nicht als Banalität abgetan, sondern angemessen behandelt und der Verlauf ärztlich kontrolliert werden. [5]

Davon zu unterscheiden ist der vasomotorische Schnupfen (Rhinitis vasomotorica), der zu phasenweise auftretender wässriger Sekretbildung, Niesen und chronisch entzündeten Schleimhäuten führen kann. Anders als beim Heuschnupfen sind die Auslöser unklar und eine Reaktion des Körpers auf ein definiertes Allergen nicht nachweisbar.

Eine chronische Rhinitis kann aber auch Ausdruck einer bestehenden Grunderkrankung wie Syphillis, Tuberkulose u.v.a. sein, die durch Granulombildung (knotenartige Gewebeneubildung im Rahmen entzündlicher Prozesse) und Gewebezerstörung von Weichteilen, Knorpel und Knochen gekennzeichnet sind und Symptome wie Nasenschleimhautschwellung, eitrige Schleimsekretion und häufiges Nasenbluten zur Folge haben können. [6]


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen