Erkältung Beginnend: Im Alltag

Beginnende Erkältung und Sauna?

© PantherMedia / Viktor Cap

In der kalten Jahreszeit hat nicht nur die saisonale Grippe Hochsaison, sondern auch die ebenfalls viral bedingte Erkältung. Im Folgenden sollen die klassischen Symptome und medizinischen Hintergründe dieses Krankheitsbildes erläutert werden sowie die Frage, ob ein Saunabesuch beim Auftreten erster Krankheitszeichen sinnvoll ist.

Medizinische Fakten

Eine Erkältung (grippaler Infekt) ist in den meisten Fällen auf eine Infektion mit Viren zurückzuführen. Zu den Ansteckungsmechanismen zählen Tröpfchen- und Schmierinfektion, also Anhusten bzw. Anniesen sowie beispielsweise ein Händedruck. Virale Infektionen können in den meisten Fällen nur symptomatisch behandelt werden, die Krankheitszeichen verschwinden also nach circa einer Woche von selbst. Zu den häufigsten Symptomen zählen Husten, eine erschwerte Nasenatmung (Nasenkongestion) sowie ein vermehrter nasaler Sekretfluss.

Biologischer Zusammenhang

Die Schleimhäute des Atemtraktes sind normalerweise in der Lage, den Körper gegen das Eindringen von Viren und anderen Krankheitserregern zu schützen. Die heizungsbedingt gesenkte Luftfeuchtigkeit des Raumes trocknet die Schleimhäute jedoch aus und setzt deren Barrierefunktion herab. Hinzu kommen die kalten Außentemperaturen, die eine Vermehrung von Viren begünstigen, am besten überleben diese nämlich bei etwa 4°C.[1] Sind die Viren erst einmal in die Körperzellen eingedrungen, greifen sie das Immunsystem umgehend an. Diese Reaktion wird als Entzündung bezeichnet. Die dadurch frei werdenden Botenstoffe (Leukotriene) eliminieren nicht nur die Krankheitserreger, sondern verursachen auch die typischen Symptome.[2]

Die erschwerte Nasenatmung kommt dadurch zustande, dass die Leukotriene die Blutgefäße der Schleimhäute erweitern, was zu einer lokalen Schwellung führt. Auch die vermehrte Bildung von Nasen- und Bronchialsekret wird von den chemischen Abwehrstoffen gefördert. Letzteres kann aufgrund der Entzündung nicht mehr effizient von den Flimmerhärchen des tiefen Atemtraktes abtransportiert werden. Um die Selbstreinigung der Bronchien sowie den Abtransport des keimlastigen Sekrets dennoch zu gewährleisten, sorgen spezielle Rezeptoren für einen gesteigerten Hustenreflex.[3]

Therapieansatz Saunabesuch

Bei bereits manifesten Erkältungssymptomen sollte man von einem Saunabesuch absehen, zumal es im Frühstadium schwierig ist, zwischen einer einfachen Erkältung und einer echten Grippe zu unterscheiden. Während die Erkältung ohne Fieber verläuft, tritt dieses Symptom bei der saisonalen Grippe für gewöhnlich auf. Eine zusätzliche Erhöhung der Körperkerntemperatur würde den Kreislauf stark strapazieren und wäre kontraproduktiv. Jedoch können Gesunde laut einer Studie der Universität Krakau das Immunsystem durch Saunabesuche stärken und so einer Erkältung vorbeugen.[4] Die polnischen Forscher konnten zeigen, dass nach der Erhöhung der Körperkerntemperatur um circa 1.2°C signifikant mehr weiße Blutkörperchen (Leukozyten) im Blut der Probanden zirkulierten. Bei Sportlern war dieser Effekt besonders ausgeprägt. Ausschlaggebend ist jedoch, den Körper nach dem Erwärmen schnell abzukühlen, weil zu langes Schwitzen das Plasmavolumen verringert, was die Funktionsweise der Leukozyten beeinträchtigen würde.

Zu beachten

Sollte sich das Beschwerdebild der Erkältung dahin gehend verschlechtern, dass blutiger Auswurf, Fieber oder Nackensteife hinzutreten, muss umgehend ein Arzt konsultiert werden. In diesem Fall muss nämlich abgeklärt werden, ob es sich um einen schwerwiegenderen Verlauf oder gar ein anderes Krankheitsbild handelt.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung