Erkältung Beginnend: Im Alltag

Beginnende Erkältung und Sport

© PantherMedia / Dmitriy Shironosov

Ist eine Erkältung im Anflug, stellt sich die Frage, ob Sport in dieser Situation nützlich oder schädlich ist. Der folgende Text erklärt, wann Sport die Genesung fördern kann und wann lieber darauf verzichtet werden sollte. Außerdem werden die biologischen Grundlagen hinter diesen Zusammenhängen geklärt.

Medizinische Fakten:

Bei einer leichten Erkältung, also bei Schnupfen, Husten und Halsschmerzen ohne Fieber, kann Sport zu Beginn eine schnellere Genesung fördern. Dabei bieten sich insbesondere schonende Sportarten wie Ausdauersport an. Tätigkeiten, die jederzeit vollste Konzentration erfordern und hohe Belastungsspitzen (z.B. Klettern oder Gewichtheben) aufweisen, sind in dieser Zeit nicht empfehlenswert, müssen jedoch auch nicht wegen eines leichten Schnupfens komplett unterbrochen werden.

Tritt ein grippaler Infekt jedoch mit Fieber, Abgeschlagenheit und Kopf- oder Gliederschmerzen auf, hat Sport keine förderliche Wirkung mehr und kann dem Körper sogar zusätzlich schaden. Eine verlängerte Krankheitsdauer und ein schwererer Verlauf können die Folge sein. Im schlimmsten Fall kann anstrengender Sport während einer schweren Erkältung zu Herzmuskelentzündungen mit darauf folgenden Herzrhythmusstörungen führen. Treten also Symptome einer komplizierten Erkältung auf, sollte eine Pause eingelegt werden und nach der Genesung ein langsamer Wiedereinstieg in das gewohnte Programm erfolgen.

Problematisch bei den unterschiedlichen Wirkungen des Sports auf eine drohende Erkältung ist es, zu erkennen, wann eine Erkältung ein leichter grippaler Infekt bleiben und wann sie sich durch Fieber und Schmerzen verkompliziert wird. Dies ist meist im frühen Stadium nicht absehbar. Im Zweifelsfall sollte hier also eher vorsichtig und mit weniger Anstrengung als üblich trainiert werden und auf Überbelastungs- Signale des Körpers geachtet werden.[1]

Biologischer Zusammenhang:

Sport bedeutet für den Körper zusätzlichen Stress. Durch die erhöhte Muskel- und Atemarbeit wird die Produktion von Stresshormonen angeregt. Diese regen auch die Produktion von Entzündungsvermittlern an, die unter anderem für die Regeneration der Muskulatur zuständig sind. Betreibt man regelmäßig Sport, wird der Körper so auch darauf trainiert, die nötigen Stoffe im Körper schnell bereitzustellen – diese können dann auch für die beginnende Erkältung schnell zur Verfügung stehen.

Ist der Körper jedoch bereits durch Fieber und Schmerzen geschwächt, kann die zusätzliche Beanspruchung durch Sport zu sehr zu belasten, weil dann nicht genug Entzündungsvermittler produziert werden können. Auch die Abwehrzellen funktionieren während des Sports schlechter, so dass Krankheitserregern mehr Zeit gegeben wird, sich anzusiedeln. Chronische Erkrankungen, z.B. Nebenhöhlenentzündungen können die Folge sein.[2] Zusätzlich werden Systeme wie das Herz-Kreislaufsystem überbeansprucht. Das Herz muss auch schon bei Fieber mit einer erhöhten Frequenz schlagen, um die Haut verstärkt zu durchbluten, da über diese eine Wärmeabgabe erfolgt. [3] Wenn beim Sport auch die Muskeln eine vermehrte Durchblutung fordern, muss das Herz noch schneller pumpen. Durch diese Doppelbelastung kann es beispielsweise zu schweren Komplikationen wie einer Herzmuskelentzündung und damit verbundenen Herzrhythmusstörungen kommen, die im schlimmsten Falle zu plötzlichem Herztod führen können.[4]

Zu beachten:

Hat man sich trotz einer beginnenden Verkühlung für den Sport entschieden, sollte noch genauer als sonst darauf geachtet werden, wie sich der Körper verhält. Treten Schmerzen, Luftnot oder andere Beschwerden auf, ist es ratsam, das Training zu unterbrechen und in kleineren Episoden oder erst nach der Gesundung weiterzuführen. Ein Spaziergang an der frischen Luft kann das Wohlbefinden häufig steigern.[5] Dabei sollte darauf geachtet werden, insbesondere in den kalten Jahreszeiten bewusst durch die Nase zu atmen, da dadurch die Luft angewärmt und befeuchtet wird und die Atemwege weniger reizt.

Beginnt eine Erkältung direkt mit hohem Fieber und Abgeschlagenheit, sollte in jedem Fall auf Sport verzichtet werden, um Komplikationen zu vermeiden. Fällt im Laufe des Infekts oder Wochen nach einer Erkältung weiter eine Leistungsverminderung im Alltag oder im Sport auf, sollte bei einem Arzt eine Herzmuskelentzündung ausgeschlossen werden, da sich diese auch erst mit Verzögerung zeigen kann.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung