Erkältung Beim Kleinkind: Krankheitstypen

Starke Erkältung bei Kleinkind

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Eine Erkältung ist eine Entzündung der oberen Atemwege durch Viren. Besonders in der kalten Jahreszeit kann das Immunsystem geschwächt sein und das Kind erkältet sich. Im Durchschnitt macht ein Kleinkind 6–8 Erkältungen im Jahr durch. Gerade in der Eingewöhnungszeit in Gemeinschaftseinrichtungen (Kindergarten, Vorschule) kommt das Kind mit Gleichaltrigen in Kontakt, wodurch Infekte schnell übertragen werden. Meistens hat das Kind nur Husten und Schnupfen; schwere Erkältungen hingegen können sich auf den ganzen Körper auswirken und das Kind für mehrere Wochen beschäftigen. Im Folgenden wird auf die Behandlung und Ursachen von starken Erkältungen bei Kleinkindern eingegangen.

Ursachen einer starken Erkältung bei Kleinkindern

Bisher sind über 200 Viren bekannt, die eine Erkältung bei Kleinkindern verursachen können. Da das kindliche Immunsystem noch nicht komplett ausgereift und entwickelt ist, ist es anfälliger für Erkältungen als das Immunsystem Erwachsener. Jedoch ist das menschliche Immunsystem so anpassungsfähig und lernfähig, dass nach jeder überstandenen Erkältung Abwehrkräfte gegen das verursachende Virus im Körper verbleiben. Diese Abwehrkräfte ermöglichen, dass bei einem erneuten Kontakt mit dem gleichen Virus die Erkältung gar nicht oder nur in abgeschwächter Form ausbricht. Allgemein gesagt, befindet sich das kindliche Immunsystem noch in der „Ausbildung“ und lernt stetig dazu.

Die Infektion mit einem Erreger erfolgt durch eine Tröpfcheninfektion (Sprechen, Husten, Niesen) im Zuge von engen sozialen Kontakten zu anderen Kindern. Bei älteren Geschwistern wird die Infektion meist vom älteren auf das jüngere Geschwisterkind übertragen. Die Viren gelangen dabei auf die Schleimhäute der Nase, des Mundes oder der Augen und breiten sich von dort weiter aus. Nach einer Inkubationszeit von 2 bis 5 Tagen treten trockener Husten und Schnupfen auf. Dies geschieht durch eine Entzündung der oberen Atemwege durch die Viren. Je nach Stärke des Immunsystems und Aggressivität des Virus bleiben die Erreger entweder auf der Schleimhaut der Atemwege oder breiten sich im ganzen Körper aus. Falls sich die Viren im ganzen Körper ausbreiten, kommen zusätzliche Symptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und einallgemeines Krankheitsgefühl hinzu. Diese Ausbreitung über den ganzen Körper ist meist die Ursache für eine starke Erkältung. Gegen Ende der Erkältung wird aus dem trockenen Husten meist ein Husten mit zähflüssigem Auswurf.

Der Husten an sich ist ein Schutzreflex des menschlichen Körpers, um die oberen Atemwege frei von Schleim und darin befindlichen Partikeln wie Viren, Bakterien, Staub und Pollen zu halten. Manchmal kommt es zu einer zusätzlichen Infektion der Atemwegsschleimhäute mit Bakterien, weil sie durch die Entzündung im Rahmen der Virusinfektion bereits angegriffen und anfälliger sind. Dies ist an einem gelblich bis grünlichen Auswurf beim Husten (produktiver Husten) erkennbar. Die Symptome einer starken Erkältung auf einen Blick:

  • Schnupfen, bei zusätzlicher bakterieller Infektion mit gelblich bis grünlichen Auswurf
  • Nasennebenhöhlen sind verstopftkratziges Gefühl im Hals und große geschwollene Lymphknoten im Hals- und Nackenbereich
  • Zwischen Nase und Mittelohr besteht eine Verbindung, die sogenannte Tuba auditiva (Ohrtrompete). Diese kann durch den Schleim im Hals-Rachen-Raum verlegt (verschlossen) sein und es entsteht ein Druckgefühl auf den Ohren.
  • Husten, anfangs trocken, gegen Ende meist mit Auswurf
  • bei Ausbreitung der Viren im Körper: Fieber, Kopf-, Hals- und Gliederschmerzen
  • Abgeschlagenheit und Müdigkeit. [1][2][3]

Behandlung einer starken Erkältung bei Kleinkindern

Die folgenden Hausmittel und rezeptfreien Medikamente können bei einer starken Erkältung zum Einsatz kommen.

Hausmittel zur Behandlung von Husten und Schnupfen

Inhalation

Die Inhalation ist ein altbewährtes Hausmittel und wirkt krampflösend und schleimlösendin den verstopften Atemwegen. Hierfür 1,5 bis 2 Liter Wasser zum Kochen bringen und danach etwas abkühlen lassen.

  • Bei einer Salzinhalation 2 Esslöffel Speisesalz hinzufügen.
  • Bei einer Kräuterinhalation mit Kamille, Salbei oder Thymian 2 Esslöffel des getrockneten Krautes hinzufügen.
  • Bei einer Inhalation mit ätherischen Ölen das Öl in die Schüssel geben; Dosierung nach Packungsbeilage. Kinder unter 3 Jahren sollten nicht mit ätherischen Ölen inhalieren, da diese die Schleimhäute der Atemwege reizen. Dadurch kann eine akute Luftnot auftreten.

Das Kind nun unter Aufsicht 15 Minuten lang inhalieren lassen. Dabei beachten, dass der Kopf des Kindes über der Schüssel mit einem Handtuch abgedeckt ist, sodass sich ein geschlossener Raum bildet. Das Wasser sollte nicht zu heiß sein, damit sich das Kind nicht verbrüht. Sehr kleine Kindern können auch einfach auf den Arm genommen werden. Dann wird die Dusche heiß aufgedreht und die warmen wohltuenden Dämpfe des heißen Duschwassers werden zusammen mit dem Kind inhaliert [2][4].

Hühnersuppe

Hühnersuppe versorgt den Körper im geschwächten Zustand mit den benötigten Nährstoffen. Darüber hinaus wird Flüssigkeit zugeführt. Forscher haben herausgefunden, dass Stoffe aus der Hühnersuppe die Aktivität von Entzündungszellen reduzieren können. Darüber hinaus sind manche Viren nicht sehr wärmestabil und werden beim Verzehr der warmen Suppe angegriffen [4].

Zwiebelsirup

Aufgrund der schwefelhaltigen Inhaltsstoffe haben Zwiebeln eine entzündungshemmende und desinfizierende Wirkung auf einen entzündeten Hals- und Rachenraum. Eine große Gemüsezwiebel wird in eine Schale gelegt. Darüber werden 2 Esslöffel Zucker gestreut und alles einige Stunden ziehen gelassen. Die entstandene sirupartige Flüssigkeit kann dem Kind mehrmals am Tag teelöffelweise gegeben werden [4].

Salbei-Thymian-Tee

Thymian, Salbei, Pfefferminze und Spitzwegerich zu gleichen Teilen mischen. Einen Teelöffel von diesem Gemisch in 250 ml heißes Wasser geben. 10 Minuten ziehen lassen, abseihen und danach langsam den Tee genießen [4]. Diese Kräuter wirken entzündungshemmend und schleimlösend.

Fiebersenkende Hausmittel

Wadenwickel

Wadenwickel dienen dazu, das Fieber zu senken und unangenehme Begleiterscheinungen wie innere Unruhe und Kopfschmerz zu lindern. Kühle, feuchte Wadenwickel entziehen dem Körper durch die Verdunstung des Wassers Wärme können das Fieber um 0,5 bis 1 °C senken. Am besten werden 3 Tücher genommen. Das Innentuch sollte ein grobporöses Leinentuch sein und zwischen Knie und Knöchel des Kindes genau passen. Das Tuch wird in kühles Wasser getaucht, ausgewrungen und faltenfrei um den Unterschenkel gelegt. Darüber kommt ein saugfähiges Zwischentuch. Dies sollte etwas größer als das Innentuch sein und dient zum Aufsaugen überschüssiger Flüssigkeit. Das Außentuch wird unter die Unterschenkel gelegt, um das Bett vor der Nässe zu schützen. Bei kalten Händen und Füßen und steigendem Fieber sollten keine Wadenwickel angelegt werden [4].

Medikamente zum Schleimlösen

Acetylcystein

Acetylcystein wirkt über eine Auflösung des dichten Maschenwerks des Schleims in den Atemwegen. Dadurch kann dieser besser abgehustet werden. Acetylcystein sollte nicht bei Kindern unter 2 Jahren angewendet und nicht ohne Rücksprache mit dem behandelnden Arzt. Übliche Handelsnamen der Brausetabletten lauten z. B.: ACC®, Acemuc®, Aeromuc® [2].

Medikamente zum Senken des Fiebers

Paracetamol

Paracetamol kann fiebersenkend und schmerzlindernd wirken. Bei der Einnahme sollte genau die Dosierung beachtet werden, denn bei einer Überdosis kann Paracetamol giftig für die Leber sein. Besonders bei Kindern sollte dieses Medikament nicht ohne Rücksprache mit dem Kinderarzt verabreicht werden. Übliche Handelsnamen in Zäpfchenform lauten z. B.: Paracetamol AL Kinderzäpfchen®, Paracetamol HEXAL®, Paracetamol STADA® [2].

Zu beachten

Bei einer starken Erkältung sollte ein Kinderarzt hinzugezogen werden. Andernfalls besteht die Gefahr, dass die Krankheit chronisch wird und die Atemwege dauerhaft geschädigt werden. Durch das geschwächte Immunsystem können die Erreger auch in die Lunge absteigen und eine gefährliche Lungenentzündung (Pneumonie) auslösen. Bei starken Erkältungen kommt es durch das starke Husten vor, dass dem Auswurf Blutbeigemengt ist. Dies geschieht meist durch feine Risse in der Schleimhaut der Atemwege aufgrund der ständigen mechanischen Beanspruchung durch das Husten. Dies ist meist harmlos, sollte aber durch einen Arzt abgeklärt werden. Auf genug Bettruhe, Schlaf und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr muss geachtet werden. Das Kind sollte sich erst wieder belasten, wenn die Erkältung vollständig abgeheilt ist, damit diese nicht wieder aufflammt [4][5].


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung