Erkältung Chronisch: FAQ

Ständig erkältet

© PantherMedia / Mykhaylo Palinchak

Eine Erkältung (in Österreich“ Verkühlung“) ist ein umgangssprachlicher Ausdruck für einen akuten oder chronischen Infekt der Atemwege, der meistens die Schleimhäute der Nase, der Nasennebenhöhlen, der Bronchien und des Halses betrifft. Ab einer Dauer von 3 Monaten spricht man von einem chronischen Infekt. Es macht natürlich einen Unterschied, ob der Infekt immer da ist oder ob er immer wiederkommt.

Eine Erkältung kann auch mit Husten (Tussis), Schnupfen (Rhinitis), Fieber (Hyperthermie), Halsschmerzen, Heiserkeit (Dysphonie), Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit Gliederschmerzen, leichtem Frösteln einher gehen. Je nach Ursache und Verlauf können die Symptome unterschiedlich ausgeprägt sein. Bei einer ständigen Erkältung ist es möglich, dass die Symptome viel schwächer ausgeprägt sind als wie bei akuten Infekten. Daher kann auch die Diagnose eines chronischen Infektes viel schwieriger zu treffen sein. Die wichtigsten Ursachen für Erkältungen sind virale und bakterielle Infektionen, welche über Tröpfchen- (Husten, Niesen) oder Schmierinfektion (Anfassen von Gegenständen oder Händeschütteln) übertragen werden [4].

Ursachen

Die gewöhnlichen leichten Erkältungen werden meistens durch verschiedene Viren hervorgerufen. Ernstere Verläufe mit höherem Fieber können ein Hinweis auf eine bakterielle Infektion sein, welche auch schwerere Komplikationen haben können als virale Infekte.

Je nach Ort der Infektion treten im Bereich der oberen Atemwege verschiedene Krankheiten auf:

  • Entzündungen der Ohren (Otitis)der
  • Rachenmandeln (Tonsillitis=Angina)
  • der Nasennebenhöhlen (Sinusitis)
  • des Rachens (Pharyngitis)
  • des Kehlkopfes (Laryngitis)

All diese Krankheiten können bei bestimmten Voraussetzungen chronisch werden, wenn die akut auftretenden Krankheiten nicht richtig ausgeheilt sind. Immer wiederkehrende Mandelentzündenen können in wenigen Fällen ein Hinweis auf ein Pfeiffersches Drüsenfieber(Infektiöse Mononukleose), speziell bei Jugendlichen, sein. Dies sollte der Arzt abklären [1].

In den unteren Atemwegen können folgende Krankheiten chronische Infekte verursachen:

  • Asthma bronchiale
  • ein chronisches Lungenemphysem (abnorm gesteigerter Luftgehalt in Lunge mit nicht umkehrbarer Zerstörung des Lungengewebes)
  • chronische Bronchitis
  • COPD(Chronisch obstruktive Lungenkrankheit, bei jahrzehntelangen Kettenrauchern)

Die Ansteckung erfolgt bei den Atemwegsinfektionen in der Regel durch Tröpfcheninfektion (durch Niesen und Husten). Des weiteren können auch Pilze und Protozoen (einzellige Organismen) chronische Infekte hervorrufen. Dies ist aber nur bei Patienten mit stark geschwächtem Immunsystem (immunsupprimiert) der Fall [2].

Ein chronischer Infekt oder immer wiederkehrende Infekte können ein Hinweis auf eine Immunsystemschwäche sein, welche vom Arzt abgeklärt werden sollte. Oftmals handelt sich nicht um eine Immunschwäche bzw. Infektanfälligkeit, wie etwa bei AIDS, sondern um ein Immunsystem, das einfach durch Stress überfordert ist, weil bei Stress vermehrt das Hormon Cortison ausgeschüttet wird, das das Immunsystem schwächt.

Wenn wirklich eine Schwäche des Immunsystems vorliegt, können z. B. folgende Stoffwechselkrankheiten die Ursache für eine Immunschwäche sein: Mukoviszidose, Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), Allergien( z. B auf Pollen, Tierhaare oder Nahrungsmittel) und Unverträglichkeiten auf Nahrungsmittel, wie z. B. Gluten-Unverträglichkeit (Zöliakie), Milchzuckerunverträglichkeit (Laktoseintoleranz), Vitamin- und Mineralstoffmangel (Mangel an den Vitaminen A, B6, B12, D,E, Folsäure, Zink) Schadstoffbelastungen durch Gifte ( z. B Pflanzenschutzmittel, Insektizide, Herbizide) und Abgase, Nebenwirkungen durch Medikamente (Kortikosteroide= entzündungshemmende Steroidhormone), chronische Infektionen (z.B. chronische Bronchitis, Neurodermitis, Pilzerkrankungen im Darm,). Auch kalte Luft kann das Immunsystem schwächen [3].

Auch einige Krankheiten, wie z. B. Blutkrebs (Leukämie), Schrumpfleber (Leberzirrhose) und das Burnout-Syndrom können das Immunsystem schwächen.

Behandlung

Die Behandlung hängt wiederum von der Schwere des Infekts und der Ursache ab, welche vom Arzt abgeklärt werden sollte.

Bei einem einfachen viralen Infekt (grippaler Infekt) kann eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, sowie genügend Ruhe und Schlaf das Immunsystem unterstützen, mit dem Infekt fertig zu werden. Rauchen sollte vermieden werden, da es die Schleimhäute schädig und die Entzündung verschlimmert . Auch große körperliche Belastungen und intensiver Sport können auch das Immunsystem belasten. Dampf- oder Inhalationsbäder, verschiedene Wickelauflagen und eine vitaminreiche Ernährung können die Genesung fördern [5].

Bei bakteriellen Infektionen werden Antibiotika eingesetzt.

Schwerere chronische Atemwegserkrankungen oder auch eine Immunschwäche sollten unbedingt von einem Arzt abgeklärt werden, um weitere Schritte zur langfristigen Therapie oder spezielle Behandlungsstrategien festzulegen.

Zu beachten

Unabhängig vom Alter können Stress, Rauchen, Schlafdefizit, Bewegungsmangel oder ungesunde Ernährung das Immunsystem schwächen. In die Länge zieht sich eine Erkältung vor allem dann, wenn zusätzlich zur viralen noch eine bakterielle Entzündung der Atemwege hinzukommt (Superinfektion). Außerdem kann unter Umständen Sodbrennen (Gastroösophagealer Reflux) zu chronischen Atemwegsinfekten beitragen, da die Magensäure in die Atemwege gelangen kann und dort die Schleimhaut schädigt.

Bei einer ständigen Erkältung muss man natürlich auch unterscheiden, ob es ein Kind, einen Erwachsenen oder einen altem Menschen betrifft. So kann es bei Säuglingen durchaus normal sein, dass sie sechs bis acht Mal im Jahr einen Infekt erleiden. Subjektiv erscheint dann das trügerische Bild, dass das Kind immer krank oder erkältet sei. Auch bei Neunjährigen sind drei bis fünf Infekte pro Jahr als normal anzusehen. Im Erwachsenenalter sinkt die Anzahl der Infekte auf durchschnittlich ein bis zwei Mal pro Jahr [4].

Um gerade in der Winterzeit ständigen Infekten vorzubeugen, ist regelmäßiges Händewaschen sehr wichtig, da die meistens Infektionen als Tröpfchen- oder Schmierinfektionen übertragen werden. Auch der tägliche Genuss von frischem Obst und Gemüse ist als Vorbeugung zu empfehlen. Raumbefeuchter, die im Winter verwendet werden, befeuchten die Luft, die durch das Heizen trockener wird, wodurch die Atemwege geschont werden [5].


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung